Absatzplanung - Drei Gründe, warum Ihr ERP-System nicht genügt

von Andreas Schäfer

In meinem zweiten Teil der Beitragsserie möchte ich Ihnen noch einmal versichern, dass ERP-Systeme durchaus wichtig für das Supply Chain Management sind. Doch vor allem Planungsaufgaben in Beschaffung, Produktion oder Vertrieb erfordern mehr, als die Funktionalitäten von ERP-Systemen Ihnen bieten können. Dies betrifft auch die Absatzplanung.

Beginnen wir mit der Tatsache, dass eine Absatzplanung immer von vielen Abteilungen in einem Unternehmen gemeinschaftlich gemacht werden muss, viele ERP-Systeme Ihnen aber gar nicht die Möglichkeit zu einer solchen Vernetzung bieten:

1) Vernetzung

Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin, der oder die Verantwortung für die Planung innerhalb der Lieferkette trägt, sollten auch in einen Planungsprozess eingebunden sein. Das betrifft die Beschaffung und den Einkauf, sowie die Produktion, den Vertrieb und das Management. Ein mündliches Commitment auf diese Vorgehensweise ist einfach, doch sie muss auch prozesstechnisch gut untermauert sein, um Früchte zu tragen. Das Exportieren von Kennzahlen aus dem ERP-System, isoliert für jede Abteilung, und das manuelle Ergänzen von Planzahlen ist in dieser Situation nicht erfolgsversprechend. Wenn diese Informationen dann in unterschiedlichster Form, zum Beispiel als Excel-Datei oder lediglich über den E-Mail-Verkehr, zusammengetragen werden, ist ein hoher manueller Aufwand vorprogrammiert. Medienbrüche und fehlende Durchgängigkeit machen den Planungsprozess kompliziert und sind ein Grund für mangelhafte Ergebnisse. Eine Add-on-Software für das ERP-System schafft hier Abhilfe. Sie stellt jedem Nutzer genau die technische Basis bereit, die er benötigt, um seine abteilungsbezogenen Informationen transparent zu hinterlegen. So plant die gesamte Lieferkette ohne Medienbrüche auf einer gemeinsamen Datenbasis und in einem einheitlichen Planungssystem. Adé, Excel!

2) Hierarchien und Flexibilität

Diese Vorgehensweise macht die Planzahlen der einzelnen Teilbereiche transparent, führt sie zusammen und ermöglicht so auch unterschiedliche Planungshierarchien. Denn letztlich besteht das Ziel der Absatzplanung darin, dass das gesamte Unternehmen auf Basis eines gemeinsam abgestimmten Plans arbeitet. Eine Add-on-Software für die Absatzplanung generiert diesen Plan automatisch auf Basis aller relevanten Informationen und Vorgaben. Auch unterschiedliche Planungsebenen sind in einer spezialisierten Software kein Problem. So kann flexibel auf Werks,- Produkt,- oder Kundenebene geplant werden und die Werte werden übergreifend konsolidiert und verständlich aufbereitet.

3) Intelligenz

Eine Add-on-Software, die intelligente Berechnungen auf Basis von Mathematik und Künstlicher Intelligenz durchführen kann, ergänzt die vom Menschen eingegebenen Planzahlen schließlich um valide Prognosen. Algorithmen berechnen die zukünftigen Bedarfe aufgrund historischer Daten und erneuern sie jede Nacht auf Basis der aktuellen Datenlage. Damit sind die Planungsergebnisse nicht nur extrem zuverlässig, sondern auch stets aktuell. Eine gute Absatzplanung sollte darüber hinaus ein Mittel sein, um Störungen und Engpässe frühzeitig zu erkennen. Dafür nötige Alert Funktionen helfen dabei, Stock-Out-Situationen, Überbestände oder Fehlproduktionen zu identifizieren, noch ehe sie entstehen.

Fazit

Der Absatzplanungsprozess ist in vielen Unternehmen eine Herausforderung. Denn beinahe alle Abteilungen müssen involviert sein, damit das gesamte Unternehmen im Sinne der Kunden und gleichzeitig nach wirtschaftlichen Zielen handelt. ERP-Systeme alleine sind dieser Aufgabe nicht gewachsen und erfordern oft zusätzliche Excel-Lösungen, die starr und fehleranfällig sind. Spezialisierte Add-on-Software für die Absatzplanung macht eine unternehmensweite Planung auf einer einheitlichen Planungsbasis möglich. Darüber hinaus bietet sie die nötige Flexibilität, um den heterogenen Anforderungen aller Teilebereiche der gesamten internen Supply Chain gerecht zu werden. Im Ergebnis steht ein wirtschaftlicher, marktorientierter und vorausschauender Absatzplan, der alle Folgeprozesse entlang der Supply Chain auf eine solide Basis stellt.



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Über den Autor

  • Andreas Schäfer

    Andreas Schäfer arbeitet seit 1999 bei der INFORM GmbH und unterstützt im Rahmen seiner Tätigkeit als Vertriebsleiter im Geschäftsbereich Inventory & Supply Chain Interessenten im Entscheidungsprozess bei der Auswahl für ein intelligentes Optimierungswerkzeug.

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