Beruhigung, ein universeller Trend in der Logistik und Fertigung – Entscheidungsintelligente Systeme beruhigen mit verschiedenen Konzepten

Nicht nur Menschen sehnen sich nach mehr Ruhe in einer hektischen, schnellen Welt. Auch in der Industrie gibt es einen durchgängigen Trend zur „Beruhigung“ – sowohl in der Logistik als auch in der Produktion. Beruhigung heißt hier, dass man eher in vorgeplanten Zyklen arbeitet als mit flexibler Vergabe von Transport-, Liefer- oder Fertigungsaufträgen.

Beruhigung in der Zulieferlogistik

Ihre Zulieferlogistik beruhigen Industrieunternehmen etwa dadurch, dass Transporteuren feste, regelmäßige Anlieferzeiten zugewiesen werden. Die Zeiten, in denen sie einfach ohne Terminabsprache ans Werk fahren konnten, sind schon längst vorbei. Aber auch die Zeitfensterplattformen, auf denen sich Speditionen ihnen genehme Anlieferzeiten buchen konnten, werden immer häufiger zugunsten fixer Anfahrpläne umgestaltet.

Beruhigung in der innerbetrieblichen Logistik

In der Großserien-Produktion fahren immer öfter Routenzüge nach Fahrplan, um die Produktion nach dem „Milk-Run-Prinzip“ mit Material und Teilen zu versorgen. Sie lösten Gabelstapler ab, die bislang Ereignis- oder Situationsgesteuert eingesetzt werden.

Entscheidungsintelligenz in der beruhigten Logistik

Auch wenn bei festen Lkw-Anlieferzeiten und nach Fahrplänen verkehrenden Routenzüge eine steuernde Intelligenz vordergründig nicht notwendig ist, bleibt sie bei genauerer Betrachtung unverzichtbar: Nicht alle logistischen Aufgaben lassen sich in feste Rhythmen pressen, Lkw kommen zu spät oder zu früh, es kommt zu Materialengpässen in der Fertigung, oder Just-in-Time-Lieferungen müssen eingetaktet werden. Immer wenn es darum geht, Unvorhergesehenes oder per se Unrhythmisches in feste Ablaufpläne zu integrieren, sind eigenintelligente Systeme weiterhin und gerade notwendig. Sie verhindern, dass aus Beruhigung von Prozessen eine Erstarrung wird.

Beruhigung in der Kleinserien- und Individualfertigung

Bei Kleinserien- und Individualfertigern setzt die Beruhigung direkt in der kundenauftragsbezogenen Produktion an. Ein regelmäßiger Fertigungstakt ist bei ihnen durchgängig nicht möglich, weil die Erzeugnisse zu individuell und komplex sind. Deshalb geht dort viel Effizienz durch aufwändige Planungsprozesse verloren, ohne dass die Fertigung damit in ruhiges Fahrwasser käme. Der Terminjäger ist in solchen Unternehmen eine fast "offizielle Position" und versucht beispielsweise durch priorisierte Einlastungen die Fehlteilsituationen zu harmonisieren.

Beruhigung der Fertigung durch entscheidungsintelligente Systeme für eine marktsynchrone Produktion

Hier führen Ergänzungen des PPS/ ERP zu einer marktsynchronen Produktion, zur transparenten Planung und beruhigte Fertigungsprozesse. Die als Add-On verwenderten Software-Systeme berechnen mit intelligenten Verfahren, wie das komplette Auftragsnetz selbst komplexester Produkte mit den realen begrenzten Kapazitäten abzuarbeiten ist. Dabei berücksichtigen sie nicht nur das Auftragsnetz eines Produkts, sondern auch die aller anderen, die sich gerade in der Fertigung befinden. Als Ergebnis dieser Berechnung erhält jede Ressource einen machbaren, mit den anderen Ressourcen synchronisierten Arbeitsvorrat. Der Maschinenbediener kann so „beruhigt“ und unterbrechungsfrei seine Tagesaufgabe leisten  – ohne dass der Terminjäger dauernd mit Eilaufträgen kommt, die teures und aufwändiges Umrüsten erfordern.

Entscheidungsintelligente Systeme sorgen hier für Beruhigung, indem sie die zur Hektik führende Komplexität, Rückstände und Unregelmäßigkeit auflösen und sie in zeitübersichtliche Arbeitssequenzen glätten. Sie beruhigen dabei nicht nur die Produktion im engeren Sinne, sondern die gesamte Supply Chain und erhöhen so die Gesamtprozess-Effizienz.



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