Business Intelligence in der Produktion: Bei Piller wird Zeitersparnis groß geschrieben!

von Jana Vreydal

Es ist Montagmorgen. Die Arbeitswoche beginnt. Ich setze mich an den Schreibtisch, schalte meinen Computer an und starte direkt mit meinen E-Mails in den Tag. Doch anders als in Dienstleistungsbetrieben kann im Maschinen- und Anlagenbau mit der Arbeit nicht sofort losgelegt werden. Während ich den Tag damit beginne, die erste Mail zu lesen, stehen bei Arbeitsbeginn in Produktionsunternehmen die Maschinen noch still. Die Meister befinden sich zwar alle an ihren Arbeitsplätzen, aber bevor die Produktion starten kann, sind zunächst noch einige Fragen zu beantworten.

Die ersten Überlegungen, die den Produktionsplaner im Maschinenbau am frühen Morgen gewöhnlich beschäftigen, sind:

Welcher Auftrag war gestern der letzte, den ich bearbeitet habe?

In welchem Arbeitsschritt hat sich das Produkt befunden?

Habe ich die Montage beendet?

Muss ich die Teilkomponente an einen meiner Kollegen weiterleiten?

Haben mir noch Teile aus dem Lager für meinen Arbeitsschritt gefehlt?

Sind sie noch vorrätig im Lager oder müssen sie geliefert werden?

Datenanalysen kosten Zeit

Um an diese Informationen zu gelangen, werden mittlerweile schon in vielen Betrieben intelligente Systeme eingesetzt. Diese ermöglichen es den Mitarbeitern in der Fertigung, liegen gebliebene Aufträge nachzuverfolgen und terminkritische Pfade in der Produktionsplanung einzusehen. Die Mitarbeiter können mit Hilfe des Systems nachvollziehen, welche Prioritäten die einzelnen Aufträge und Produktionsschritte haben.  Zudem müssen die Aufträge und der Produktionsstand ständig überwacht und analysiert werden, um einen optimalen Produktionsablauf zu garantieren. Die Arbeit des Fertigungsleiters wird mit dem Einsatz solcher Systeme erheblich erleichtert.

Als Produktionsleiter möchte ich außerdem vor dem Produktionsstart schnellstmöglich wissen, wie der gestrige Tag verlaufen ist. Diese Analyse wird meist noch manuell erstellt. Daten werden aus verschiedenen Quellen wie Excel-Listen und den Produktionssystemen herausgesucht und wieder in Excel eingepflegt. Für große Unternehmen und deren enormen Datenmengen ist eine solche manuelle Analyse jedoch sehr mühsam. So ist man mit diesen Auswertungen oft einen ganzen Vormittag beschäftigt. Zu spät, wenn man erst dann weiß, wie der vorangegangene Produktionstag verlaufen ist. Die investierte Arbeitszeit fehlt dann für die eigentlichen Koordinationsaufgaben. Den hier beschriebenen Arbeitsablauf kennt wohl jeder Produktionsleiter. Jeden Tag müssen aufs Neue Daten mit hohem manuellem Aufwand analysiert werden.

Visualisierungen selbst erstellen

Mittlerweile gibt es Business Intelligence Lösungen, die den Analyseaufwand in der Produktion deutlich erleichtern können. Mit Dashboards basierend auf der Business Intelligence Software Qlik können Datenmengen schnell ausgewertet und Kennzahlen anschaulich visualisiert werden. Aufgrund einer nutzerfreundlichen Oberfläche können Analysen sehr einfach selbst erstellt werden und man gelangt auf diese Weise an Ergebnisse, die normalerweise einen sehr hohen Aufwand bedeuten. Der Fertigungsleiter sieht so auf einen Blick, welcher Prozess gestern reibungslos abgelaufen ist und bei welchem es Probleme gab. Außerdem lassen sich Visualisierungen, Berichte und Dashboards per Drag-and-Drop nach Belieben einfach selbst kreieren.

Diese Lösung bedeutet nicht nur für den Produktionsleiter und auf der strategischen Ebene  Arbeitserleichterung und Zeitersparnis. Auch die Meister in der Produktion profitieren davon: Dank der Software lässt sich für jeden Meister eine individuelle Datei erstellen, die zeigt, um welche Arbeitsschritte er sich priorisiert kümmern muss. Dies ist sowohl in Papierform als auch digital möglich. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, ein Analyse-Cockpit einzurichten, damit jeder den aktuellen Arbeitsablauf aller Mitarbeiter einsehen kann.

¼ h statt 4 h

Ein Maschinenbauer, der bereits von der Arbeitserleichterung durch unsere Dashboards profitiert, ist die Firma Piller Blowers and Compressors GmbH, ein weltweit tätiger Spezialanbieter für kundenspezifische Industrieventilatoren und Turbokompressoren für die Prozessindustrie. Die Firma hat die BI-Lösung seit 2012 in ihrer Produktion im Einsatz und erzielt seitdem eine Zeitersparnis von 80% bei der Erstellung von Reportings und Analysen. So braucht der Produktionsleiter nur noch eine Viertelstunde anstatt vier Stunden für die Analyse des Fertigungsprozesses vom Vortag. Dank der anschaulichen Visualisierungen sieht er alle essentiellen Daten auf einen Blick und kann direkt Gegenmaßnahmen starten, um die Produktion zielgerichtet zu steuern und möglichst viele terminkritische Pfade noch rechtzeitig zu beheben.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich feststellen: Der Einsatz intelligenter Systeme ist in einem Produktionsbetrieb unabdingbar, um eine termingerechte Produktion zu sichern. Die Analyse dieser Daten, sowie die manuelle Eingabe aller Kennzahlen in Excel-Tabellen, kostet jedoch viel Zeit. Es gibt ergänzende BI-Lösungen, die diesen Zeitaufwand für die notwendige Datenanalyse erheblich minimieren können. So weiß man bereits nach einer Viertelstunde, wie die gestrigen Prozesse zu bewerten sind und kann viel zielgerichteter planen. Alle Arbeitsschritte sind übersichtlich dargestellt und mögliche Gegenmaßnahmen können rechtzeitig eingeleitet werden

Welcher Fertigungsleiter spart nicht gerne Zeit bei der Analyse des Produktionsprozesses ein? So kann auch er jeden Morgen den Computer starten und Reportings durchgehen, während irgendwo in einem Dienstleistungsbetrieb eine Bloggerin gerade ihre E-Mails vom Vortag liest. Bereits eine Viertelstunde danach starten die Maschinen.

Lesen Sie hier die gesamte Success Story der Piller Blowers & Compressors GmbH.



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Über die Autorin

  • Jana Vreydal war studentische Hilfskraft bei der INFORM GmbH. Im Marketing des Geschäftsbereiches Produktion hat sie sich mit den Themen Produktionsplanung und Business Intelligence beschäftigt.

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