Cheftrainer statt Zeugwart: Wie Sie mit Bestandsoptimierungssoftware die Arbeit der Disponenten aufwerten

von Kristina Pelzel

Stellen Sie sich vor, die deutsche Nationalmannschaft reist zur EM in Frankreich mit dem Bus. Wer sitzt am Steuer? Jogi Löw. Später erste Trainingseinheit in Évian-les-Bains. Neuer, Leno und ter Stegen stehen zwischen den Pfosten für das Torwarttraining. Wer leitet das Torwart-Training? Jogi Löw. Nach dem Gruppenspiel gegen Nordirland sind Trikots, Stutzen und Schuhe ziemlich in Mitleidenschaft geraten. Wer wäscht und putzt? Jogi Löw.

Auch diese Tätigkeiten gehören zu einer Fußball-Europameisterschaft, aber wenn sich der Cheftrainer um jede dieser Aufgaben eigenhändig kümmern müsste, würde auf der Taktik-Tafel lediglich „Spiel gewinnen“ stehen und die Aufstellung ausgewürfelt. Zum Glück sieht das Job-Profil des Nationalmannschaftstrainers nicht wie die Personalunion des gesamten Trainer- und Betreuerstabs aus. Er hat genügend Zeit, sich um eher strategische Aufgaben zu kümmern und die Mannschaft optimal auf das nächste Spiel und den Gegner einzustellen.

Auch der Disponent sollte an der Taktik feilen dürfen

Auch Disponenten würden das Management der ihnen anvertrauten Artikel lieber strategischer mit Weitblick angehen, sind aber häufig mit zeitaufwendigen Routineaufgaben überlastet. Der typische Disponent ist dabei ein bisschen wie ein Jogi Löw, der auch den Bus zum Hotel fahren muss. Für den notwendigen Blick auf einen wichtigen A-Artikel bleibt beim Abarbeiten der C-Artikel kaum noch Zeit. Dabei ist letzteres in vielen Fällen ein Relikt aus einer vordigitalisierten Zeit: Prognosealgorithmen aus dem Operations Research können den zukünftigen Bedarf der meisten Artikel im Sortiment sehr präzise vorhersagen, Optimierungsalgorithmen können auf dieser Basis optimale Bestellvorschläge berechnen. Disponenten, die entsprechende Software nutzen, können auf diese Weise Routineaufgaben in deutlich kürzerer Zeit erledigen. Bei hoher Prognosesicherheit und geringem Risiko (z.B. gut prognostizierbaren C-Artikeln) bietet sich sogar eine regelbasierte Automatisierung an, wo der Disponent gar nicht mehr eingreifen muss. Was bleibt, ist mehr Zeit für z.B. schwierige Fälle, wie dem Ausfall eines wichtigen Lieferanten, oder auch Portfolio-Analysen. Bestandsoptimierungssoftware verhält sich dabei zum Disponenten wie das Trainer- und Betreuerteam zum Chefcoach: Sie bildet die verlässliche Basis für die wichtigen Entscheidungen des Disponenten, nimmt ihm kleinere Entscheidungen ab und versetzt ihn in die Lage, eine echte Strategie im Bestandsmanagement zu verfolgen.

Fazit

Müsste sich Jogi Löw um wirklich jedes noch so kleine Detail bei der Europameisterschaft höchstpersönlich kümmern, würden Löws Kompetenzen freundlich umschrieben nicht ganz optimal eingesetzt und die Chancen auf den Titel wohl nicht ganz so rosig aussehen. Auch der Disponent im Lager hat in der Regel mehr Know-how als er in seiner täglichen Arbeit zum Unternehmenserfolg beisteuern kann. Optimierungssoftware für das Bestandsmanagement schafft die Freiräume, um dieses Potenzial auszuschöpfen. In Fußball-Metaphern würde man sagen: Vom Zeugwart zum Cheftrainer.

 

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich.

Im ersten Teil zeigt Michael Fredel auf, welche Zusammenhänge zwischen Sport-Großereignissen und den Absätzen bestimmter Produkte bestehen und wie Unternehmen damit am besten umgehen sollten.

Im zweiten Teil erklärt Stefan Auerbach, was modernes Fußballspiel mit integrierter Planung zu tun hat und wo die Parallelen auch außerhalb des Platzes liegen.



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Über den Autor

  • Kristina Pelzel

    Kristina Pelzel unterstützt im Rahmen ihrer Tätigkeit als Senior Vertriebsbeauftragte der INFORM GmbH Interessenten im Entscheidungsprozess bei der Auswahl für ein intelligentes Optimierungswerkzeug. Die Bereiche Absatzplanung, Bestandsoptimierung und Stichprobeninventur sind ihre Themenschwerpunkte. 

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