Den digitalen Wandel mitgestalten – LogiMAT 2017

von Caroline Pehnelt

Alle Jahre wieder blickt unser Messeteam mit Freude und Spannung auf die Internationale Fachmesse für Distribution, Material- und Informationsfluss, kurz die LogiMAT. Über drei Tage verteilt, besuchten in diesem Jahr mehr als 50.000 Menschen die Fachmesse, welche somit einen neuen Besucherrekord festhalten konnte. Insgesamt präsentierten über 1.300 Aussteller aus 36 Ländern Trends und Innovationen aus den Bereichen Logistik, Transport und Supply Chain. Das Fazit nach drei Tagen voller interessanter Fachgespräche: Die Digitalisierung, und wie man damit umgehen sollte, ist und bleibt ein Fokusthema für Fach- und Führungskräfte der Branche.

Ersatzteilmanagement im Fokus

Neben der Digitalisierung im Allgemeinen waren in diesem Jahr speziell auch deren Ausprägungen wie die Industrie 4.0, das Internet der Dinge und Big Data vorherrschende Themen auf der LogiMAT – und das mit gutem Grund. Aus all diesen Entwicklungen folgen maßgebliche Veränderungen in den Wertschöpfungsprozessen. Deshalb bedarf es neuer Ideen sowie zukunftsfähiger technologischer Unterstützung.

Diese Unterstützung leistet INFORM mithilfe intelligenter Softwaresysteme. Neben der Präsentation der etablierten Lösungen für die Absatzplanung, Bestandsoptimierung, Stichprobeninventur, Zeitfenstermanagement, Produktionsoptimierung, Behältermanagement, Umschlaglogistik und Transportleitsysteme, galt der Fokus in diesem Jahr einer speziellen Branche. Die aktuelle Version unseres Bestandsoptimierungssystems add*ONE bietet nun nämlich neue Funktionen, die  speziell für das Ersatzteilmanagement entwickelt wurden.

  • Repair Loop: In dieser Komponente werden Austauschteile, die nach einer Reparatur wieder in das Lager zurückfließen, über eine Reparaturquote geschätzt und in der Beschaffung neuer Produkte berücksichtigt. Dadurch wird weniger Neuware bestellt und das senkt insgesamt den Lagerbestand.
  • Quantilsprognose: Diese Funktion ermöglicht es, verlässliche Zielbestände für Artikel mit sporadischer Verbrauchsstruktur zu berechnen. Ein Zielbestand sichert dabei den Bedarf gegen einen bestimmten Prozentsatz von vorausgesagten zukünftigen Ereignissen ab. Auf diese Weise sichern Unternehmen die Lieferbereitschaft auch bei schwierig prognostizierbaren Artikeln, ohne Bestände aufzubauen. 

Spezielle Algorithmen für das Bestandsmanagement von Ersatzteilen sorgen in dem ganzheitlichen Ansatz der Software außerdem für optimale Bestände und eine wirtschaftliche Beschaffung.

Neues Denken für die Produktionsplanung

Ein weiterer Themenschwerpunkt war auch der zunehmende Druck in den Industrieunternehmen, immer schneller auf den Markt reagieren zu müssen, um den Kundenanforderungen gerecht zu werden. Unser Experte für die simultane Produktionsplanung, Dr. Adrian Bock, stellte hierzu in einem Vortrag im Forum Innovationen vor, wie man in Zeiten von wachsender Produktionsvielfalt, Lieferdruck und hohen Qualitätsstandards den wachsenden Anforderungen an eine gute Produktionsplanung gerecht werden kann und stieß bei seinem Publikum auf reges Interesse. Der innovative Lösungsansatz heißt add*ONE Simultanplanung. Die Software ermöglicht einen ganzheitlichen Blick auf alle Ziele und Bedingungen von der Beschaffung über den Vertrieb bis zur Produktion. Diese Informationen werden dann simultan (also gleichzeitig) betrachtet. So liefert die Software im Ergebnis einen Produktionsplan, der allen Planungsbeteiligten gerecht wird, sowie kostenoptimal und pünktlich umsetzbar ist.

Interaktiv: Datenbrille und „Data Sharing“

Zusätzlich zu Softwarelösungen für die Optimierung logistischer Prozesse, sorgte eine HoloLens Datenbrille für Unterhaltung auf dem Messestand. Mit dieser Brille war es möglich, sich eine Vielzahl von Informationen direkt in das eigene Blickfeld einspielen zu lassen. Aber wie sehen die Nutzungsmöglichkeiten dieser Brille konkret für die Logistikbranche aus? Im Bereich der Lagerlogistik und deren Prozessen ist es heutzutage in einigen Unternehmen schon Realität, dass Datenbrillen für die Lagerverwaltung, Kommissionierung oder Inventur-unterstützend eingesetzt werden. Perspektivisch können Datenbrillen aber auch in anderen Anwendungsbereichen eingesetzt werden, z.B. bei der Visualisierung relevanter Kennzahlen in der Fertigung. Business Intelligence ist hier das Stichwort. Optimierte Dashboards mit wichtigen Informationen sollen dem Träger der Datenbrille so beim Durchlaufen der Produktionshalle an der jeweiligen Maschine sofort ins Sichtfeld gespielt werden.

In den einzelnen Gesprächen mit den Fachbesuchern der LogiMAT wurde auch deutlich, dass der Umgang mit neuen Datenquellen und die Verarbeitung eines immer größeren Datenvolumens weiterhin ein sensibles Thema darstellen. Denn die neuen Technologien und der digitale Wandel setzen voraus, dass ein Datenmanagement heutzutage umfassend, transparent und strukturiert sein muss. Im Rahmen einer Umfrage in Kooperation mit der Fachzeitschrift LOGISTIK HEUTE haben wir die Messebesucher gefragt, wie mit dem Thema „Data Sharing“ in den Unternehmen umgegangen wird. Wie werden die Daten heutzutage aufbereitet, verarbeitet und genutzt und wie wird die Offenlegung und der Austausch von Daten im Bereich des Supply Chain Managements bewertet? Die Umfrage läuft noch über die LogiMAT hinaus bis zum 30. April, die Ergebnisse werden unter anderem an dieser Stelle präsentiert. Als Dankeschön gibt es übrigens auch etwas zu gewinnen: Unter allen Teilnehmern verlosen wir einen SoundLink Bluetooth Lautsprecher von der Firma Bose. Über diesen Link gelangen Sie zur Umfrage.

Save the Date: Auch auf der LogiMAT 2018 sind wir dabei!



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Über den Autor

  • Caroline Pehnelt

    Caroline Pehnelt arbeitet seit 2013 bei der INFORM und beschäftigt sich mit Themenschwerpunkten aus dem Supply Chain Management.

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