Die Halloween Supply Chain

von Caroline Pehnelt

Morgen ist es mal wieder soweit: Als Gespenster, Hexen oder Monster verkleidete Kinder und Jugendliche stellen die Nachbarschaft auf den Kopf und drohen mit „Süßes oder Saures“. Im besten Fall haben Sie Ihre Süßigkeiten griffbereit, denn zumindest aus meiner Heimat kenne ich die unerwünscht kreativen Formen von „Saures“ – meist verpackt in Eierkartons.

Die Ursprünge des „Süßes oder Saures“ (oder auch „Trick or Treat“) gehen auf die Umzüge zu Allerseelen in England zurück. Dort bettelte der ärmere Teil der Bevölkerung um Nahrung oder insbesondere um Kuchen, bekannt als „Soul-Cakes“. Als Gegenleistung versprachen die Armen für die verstorbenen Angehörigen der Reichen zu beten. Heutzutage ist von diesem Ursprung (glücklicherweise) nicht viel übrig. Ganz im Gegenteil, Halloween hat sich zu einer eigenen Industrie entwickelt.

Halloween führt zu starken Umsätzen in Deutschland

Im Jahr 2016 wurden ca. 200 Millionen € Umsatz in Deutschland mit Halloween-Artikeln generiert  Alleine 42 Millionen € zahlt der Deutsche hierbei für Kostüme, Perücken und Hüte und 10 Millionen € für Süßigkeiten – Tendenz steigend. Die Hersteller der Kostüme machen zwar das beste Geschäft, aber auch für unsere heimischen Bauern ist die Halloween-Saison eine willkommene Tradition. Ein Großteil der Kürbisse, die in Deutschland verkauft werden, kommt von deutschen Landwirtschaftsbetrieben. So wurden alleine im Jahr 2015 ca. 19,9 Millionen Tonnen Kürbisse für Privathaushalte geerntet. Spitzenreiter im Anbau von Kürbissen ist hierbei Bayern mit knapp einem Viertel der produzierten Gesamtmenge.

Auswirkungen auf die Supply Chain

Dieses mittlerweile starke Saisongeschäft wirkt sich natürlich auf das Supply Chain Management der Händler und Produzenten von Halloween-Ware aus. Die richtige Menge an Kostümen, Süßigkeiten und Kürbissen zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Regallager liegen zu haben, stellt Planer vor eine Herausforderung.

Das Fest ist aus Industriesicht im Vergleich zum Oster- oder Weihnachtsgeschäft zwar noch immer verhältnismäßig klein, dennoch wird die Aktionsware rund um das gruselige Fest immer beliebter, sodass Planer und Lieferanten sich schon Monate vor dem schaurigen Oktober auf das Fest vorbereiten müssen, um die richtige Artikelmenge auf Vorrat zu haben. Die Vermeidung von Lieferengpässen oder Stock-Outs steht in der Planung an erster Stelle, der Kunde ist schließlich König und eine hohe Verfügbarkeit ist Pflicht. Doch dieses Ziel kann auch nicht um jeden Preis sichergestellt werden, denn ein hoher Sicherheitsbestand bindet Kapital und ist nicht im wirtschaftlichen Sinne des Managements.

Wie erreichen Unternehmen nun die Balance zwischen Lieferfähigkeit und Bestand?

Die Lösung für hohe Verfügbarkeit ohne unnötige Hamsterbestände sind verlässliche Prognosen über den zukünftigen Bedarf, die auch Saisongeschäfte ebenso wie Trends oder sporadische Verkaufsmuster berücksichtigen können. Herkömmliche ERP-System können dies meist nicht leisten. Ein Add-On System wie add*ONE Bestandsoptimierung dockt an vorhandene ERP-Systeme an und optimiert Dispositions- und Beschaffungsprozesse. Marktveränderungen oder Bedarfsschwankungen und Planungsabweichungen können durch das Softwaresystem verlässlich bewältigt werden, sodass die Bedarfsverantwortlichen die richtige Balance zwischen niedrigen Beständen, hoher Lieferbereitschaft und verbesserter Liquidität erreichen. Die Software bietet somit eine Basis für mehr Flexibilität und eine adäquate Planung auch im Saisongeschäft wie an Halloween, Weihnachten oder Ostern.

Wie bereiten Sie sich auf ein Saisongeschäft vor? Gehen Sie auf „Nummer Sicher“ oder haben Sie die perfekte Balance zwischen Bestand und Verfügbarkeit schon gefunden?



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Über den Autor

  • Caroline Pehnelt

    Caroline Pehnelt arbeitet seit 2013 bei der INFORM und beschäftigt sich mit Themenschwerpunkten aus dem Supply Chain Management.

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