Die Kunst des Dashboard-Designs

von Jens Siebertz

Ein Großteil der Entscheidungen in Unternehmen wird auf Basis von Datenanalysen getroffen. Dieses Ergebnis lieferte im vergangenen Jahr die Umfrage „Mit Daten Werte schaffen“ von Bitkom Research in Zusammenarbeit mit KPMG. 69 Prozent der Befragten bestätigten, dass Datenanalysen ein entscheidender Baustein für die Wertschöpfung in ihrem Unternehmen sind. Im Vergleich zu den Umfrageergebnissen aus dem Jahr 2015 gewinnt das Thema Datenanalyse somit laut der Studie weiter an Bedeutung.

Doch die reine Analyse bietet nicht immer den gewünschten Mehrwert. Wichtig ist neben der Analyse der Daten auch eine geeignete Darstellung, die eine eindeutige Interpretation ermöglicht. Das ist elementar wichtig, um schnell die richtigen Entscheidungen treffen zu können. So wird die zum Teil gigantische Datenmenge in den Unternehmen zum Beispiel in einem optimierten Dashboard gebündelt. Unvollständigen, irreführenden Informationen sowie Fehlinterpretationen wird so vorgebeugt.

Qualität vor Quantität

In Zeiten von Big Data werden bereits in vielen Unternehmensbereichen Dashboards eingesetzt, um Informationen aufzubereiten und übersichtlich darzustellen. Sie dienen dem Reporting und oftmals auch als Basis, um Entscheidungsträgern klare Handlungsempfehlungen zu geben. Auch eine reibungslose Kommunikation zwischen den Abteilungen und Führungsverantwortlichen ist dadurch schneller und unmissverständlich möglich.

Wichtig ist vor allem, dass die riesigen Informations- und Datenmengen nicht willkürlich, sondern verständlich und aussagekräftig aufbereitet werden. Überflüssige Daten sind hier unerwünscht. Es kommt auf die „entscheidenden“ Informationen an. Denn im Vergleich lässt sich feststellen: Dashboard ist nicht gleich Dashboard. Es gibt auffällige und schwerwiegende Unterschiede im Design. Um häufige Fehler zu vermeiden, gilt es daher, einige wichtige Grundsätze zu beachten, die das Lesen und Verstehen erleichtern. Sie lenken den Betrachter in eine eindeutige Richtung und beugen so Differenzen in der Interpretationen vor.

Ein kurzer Einblick in die Welt des Dashboard-Designs

Erfolgreiche Dashboards liegen einer bestimmten Struktur zugrunde. Zu beachten ist die Wahl des Diagrammtyps, Formatierung, Farbgebung sowie die Anordnung. Zum Beispiel sollte bei der Farbgebung auf die Rot-Grün-Schwäche Rücksicht genommen werden. In Deutschland sind immerhin fünf Prozent der männlichen Bevölkerung von dieser Schwäche betroffen. Außerdem sollten Signalfarben nicht willkürlich, sondern nur, wenn sie erforderlich sind, eingesetzt werden.

Außerdem sollten die Leserichtung des Dashboards und die Darstellung von Zusammenhängen berücksichtigt werden, um zielgerichtet zu visualisieren. Nicht zu vernachlässigen ist darüber hinaus die richtige Wahl eines Diagramms. Mag ein Pie-Chart auch schön aussehen - ohne die Beschreibung der einzelnen Diagrammabschnitte mit absoluten Zahlen sind die Größen für den Betrachter meist nur schwer abschätzbar. Auch die Größe des Diagrammtyps kann die Verständlichkeit des Dashboards stark beeinflussen und sollte daher überlegt ausgewählt werden.

Zudem spielt die Performance für Dashboards eine wichtige Rolle. Dashboards sind in der Regel für aktuelle Informationen und kurzfristige Update-Intervalle geschaffen. Das bedeutet, dass es nicht zielführend ist, wenn beispielsweise die Top-10-Kunden der letzten zehn Jahre permanent angezeigt werden, denn diese Information wird sich in den nächsten fünf Tagen voraussichtlich kaum ändern. Stattdessen sollten in Dashboards volatile Daten dargestellt werden, wie zum Beispiel der Umsatz des laufenden Monats oder Informationen zu Maschinen. Zum Beispiel: Maschine A läuft intakt, Maschine B steht still oder Maschine C wird gerüstet. Durch solche Informationen ist ein früh- bzw. rechtzeitiges Eingreifen möglich. Voraussetzung hierfür ist, dass der Update-Zyklus auf wenige Sekunden reduziert ist.

Aus dem Einsatz von Standards und der Beachtung von gängigen Verfahren im Dashboard-Design resultiert ein einheitliches, abteilungsübergreifendes Reporting im Unternehmen. Relevante Informationen werden priorisiert dargestellt. Durch eine vereinfachte Datenvisualisierung werden die inhaltliche Konzeption und die visuelle Wahrnehmung der Daten merklich verbessert. Außerdem wird die Informationsdichte enorm erhöht, was die fundierte Entscheidungsfindung wieder stark unterstützt.

Fazit

Eine gute Datenanalyse ist weiterhin eine spannende Herausforderung, mit der sich Unternehmen auch in Zukunft beschäftigen müssen. Eine zielgerichtete und entscheidungsunterstützende Analyse und Darstellung der Informationsflut im Unternehmen trägt erheblich zur Steigerung des Erfolges bei. Denn: Gut informierte Führungskräfte können bessere und schnellere Entscheidungen treffen. Je transparenter und verlässlicher ein Dashboard gestaltet ist, desto besser werden die Daten-Potenziale in Ihrem Unternehmen genutzt und wichtige Entscheidungen haben eine solide Basis.

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Über den Autor

  • Jens Siebertz

    Jens Siebertz arbeitet seit 2003 bei der INFORM und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themenschwerpunkten Business Intelligence, Management Reporting, Data Analysis und Produktionscontrolling.

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