Die Olympischen Spiele beginnen! Ist das Feuer Ihrer innerbetrieblichen Logistik auch entfacht?

von Luisa Walendy

Schon diese Woche beginnen die diesjährigen olympischen Spiele. Deren Eröffnungszeremonie hat bereits am 3. Mai begonnen. Seit diesem Tag wird das olympische Feuer durch Brasiliens Städte, Savannengebiete, Berge und auch die entlegene Amazonasregion getragen. Insgesamt 330 Städte werden im Rahmen des Fackellaufs von einem etwa 300-köpfigen Team mit 60 Pkw, Lkw und Bussen besucht. Doch auch ungewöhnliche Transportmittel waren schon Teil der Zeremonie: 1992 der Transport mit der Concorde, 1994 die Übergabe während eines Fallschirmsprungs und 2000 durch Taucher im Meer vor der australischen Küste. Im Jahr 2013 flog die Fackel sogar mit einer Rakete ins All.

Dieses Jahr soll es insgesamt etwa 12.000 Fackelträger geben. Das bedeutet auch eine logistische Herausforderung. Jeder einzelne Schritt muss sitzen, sonst kann es zu Problemen und Verzögerungen im geplanten Zeitablauf kommen. Die Koordination der Eröffnungszeremonie umfasst eine Vielzahl an Prozessen und Transportmitteln. Sicherheitsvorkehrungen müssen getroffen, Genehmigungen und Straßensperren vorbereitet sowie die Versorgung geplant werden. Jeder Logistiker kann sich vorstellen, welche komplexe Planung das Organisationskomitee der Olympischen Spiele zurzeit verantwortet und welche Erleichterung es verspürt, wenn die lange Reise letztendlich beim Start der Olympischen Spiele endet. Denn alle Prozesse in einem reibungslosen Fluss zu halten, ist eine der größten Herausforderungen in der Logistik. Auch werksinterne Logistikabläufe können durch die Vielzahl der Transportmittel und -arten häufig zu einer planerischen Herausforderung werden. Große Industrieunternehmen müssen ihre interne Logistik daher so organisieren, dass der Einsatz aller Fahrzeuge wie Gabelstapler, Lkw oder Zugmaschinen und die Disposition von Transporthilfsmitteln optimal abgestimmt sind.

Genau wie bei der Eröffnungszeremonie der olympischen Spiele ist eine effiziente Planung und Steuerung im Werksverkehr die Voraussetzung für optimale Abläufe. In der werksinternen Logistik gibt es zwar keine ausgefallenen Transportmittel wie Fallschirme oder Raketen, dafür aber intelligente Systeme, die den Menschen bei seiner täglichen Arbeit wesentlich entlasten und unterstützen können.

Optimierung verbreitet sich wie ein Lauffeuer innerhalb weniger Sekunden

In der innerbetrieblichen Logistik sind unerwartete Ereignisse keine Seltenheit und Transportaufträge entstehen weitestgehend spontan. Manuell kann der Werksleiter hier nur schwer schnell reagieren und neu planen. Intelligente Systeme disponieren mit jedem neu eintretenden Ereignis die werksinternen logistischen Abläufe um. Innerhalb weniger Sekunden ermittelt ein solches System dann für jedes einzelne Fahrzeug die besten Folgeaufträge, so dass ein effizienter Einsatz aller Transportmittel gewährleistet ist. Vollautomatisch und transparent veranlasst beispielsweise die Software SyncroTESS An- und Auslieferungen, Be- und Entladungen und verwaltet alle Stellplätze im Werk.

Dafür sind komplexe Optimierungsalgorithmen nötig. Mit Hilfe dieser Algorithmen können in Echtzeit Leerfahrten und Laststrecken minimiert, alle Unternehmensbereiche termingerecht beliefert und Kosten gesenkt werden. Folglich kann die Produktivität des Unternehmens gesteigert und die Produktion durchgängig und sicher versorgt werden.

Berücksichtigung aller Informationen und Bedingungen

Um diese Ziele zu erreichen, verarbeitet die Softwarelösung alle relevanten Informationen für die Disposition. So betrachtet sie gleichzeitig den Status aller Fahrzeuge, die aktuelle Auftragsliste mit allen technischen Randbedingungen, Entfernungen und Ladekapazitäten sowie Termine und Prioritäten. Auf Grundlage dieser Informationen können dann die optimale Folge der Auftragsbearbeitung berechnet und die Ressourcen optimal verteilt werden. Zusätzlich werden zeitliche Aspekte wie Pausen- oder Schichtzeiten in die Planung miteinbezogen. Und das auch über mehrere Transportstufen. Denn für Zwischenlager bietet es außerdem optimierte Ein- und Auslagerungsstrategien. Mehrstufige Transporte wie zum Beispiel hallenübergreifende Hoftransporte über Bahnhöfe oder Regaleinlagerungen und -auslagerungen über Übergabeplätze können optimiert werden. Eine Komplettsteuerung des gesamten innerbetrieblichen Materialflusses von der Rampe bis zum Band ist daher für Unternehmen möglich.

Fazit

Durch den Einsatz intelligenter Transportleitsysteme erreichen Unternehmen eine vollautomatische und durchgängige Steuerung ihrer internen Supply Chain.

Auch wenn die Logistik im Werk nicht durch verschiedene Städte reicht, ist von der Rampe bis ans Band alles in Bewegung. Eine umfassende und effiziente Transportdisposition vereinfacht logistische Prozesse überall da, wo sie komplex und manuell schwierig zu bewältigen sind. Es gibt zwar noch kein intelligentes System für die Disposition der olympischen Fackel, aber wir sind zuversichtlich, dass die Spiele nächste Woche erfolgreich starten können!

Wie disponieren Sie die Transportaufträge in Ihrem Werk?



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Über den Autor

  • Luisa Walendy

    Luisa Walendy arbeitet seit 2015 für die INFORM GmbH und schreibt hauptsächlich zu den Themen Produktion und Industrielogistik.

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