Digitale Transformation in Aachen – Wo befinden Sie sich auf dem Weg in Richtung Digitalisierung?

von Jens Siebertz

Aachener Ingenieure mischen die Autoindustrie ganz schön auf. Ob elektrischer Transporter oder ein batteriebetriebenes Stadtauto – die Neuentwicklungen aus der Region stehen den großen Automobilkonzernen in nichts nach. Und auch in anderen Industrien sind Aachen und dessen Bildungseinrichtungen wie die RWTH Aachen bereits als Schmiede für Vordenker und Innovatoren bekannt. Ein aktuelles Beispiel: Marcella Hansch, ehemalige Masterstudentin an der RWTH Aachen im Fachbereich Architektur, hat im Rahmen ihrer Masterarbeit das Projekt Pacific Garbage Screening ins Leben gerufen. Ziel ist eine schwimmende Plattform, die Ozeane von Plastikmüll befreien soll. Die spezielle Bauweise soll ermöglichen, Plastik und Plastikpartikel aus dem Wasser zu filtern – ohne Netze, ohne Gefährdung von Fischen und anderen Lebewesen. Es könnte eine revolutionäre Erfindung sein.

Aachen ist ein Umfeld, das regelmäßig neue Ideen in die Welt bringt. In so einem innovativen Umfeld ist die Bereitschaft, sich auf „Neues“ einzulassen, meist höher. Die Stadt ist daher ein geeigneter Ort, um die Digitalisierung voranzutreiben und die digitale Transformation zu unterstützen. Außerdem zählt die Stadt zu den Regionen in Deutschland mit der höchsten Dichte an Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen. Mehr als jeder sechste Beschäftigte im Bereich Forschung und Entwicklung in Nordrhein-Westfalen arbeitet in der Region Aachen. Dieses Umfeld hat einen positiven Effekt für dort ansässige Unternehmen, da es durch Netzwerke, hohe Infrastruktur und qualifizierte Fachkräfte ein wichtiger Pluspunkt für Unternehmen auf dem Weg in die Digitalisierung sein kann. Der Standort allein ist natürlich kein Erfolgsgarant, man muss ihn aktiv nutzen. Folgende Faktoren können helfen, Unternehmen den Start bei der Digitalisierung zu erleichtern.

Von Best Practices lernen

Gerade für kleine und mittlere Unternehmen kann es häufig von Vorteil sein, von großen Unternehmen, die häufig mehr Spielraum bezüglich Investitionen und Pilotprojekten haben, zu lernen und sich verschiedene Beispiele anzuschauen, wie Prozesse und Services digitalisiert sowie optimiert werden. Und auch Unternehmen, die bereits den Weg der Transformation gestartet haben, kann der Austausch mit anderen Unternehmen oft noch wertvolle Impulse geben, um sich konsequent zu verbessern. Zu den Hauptproblemen zählen häufig nicht nur technische Themen. Auch die erfolgreiche Mitnahme und Integration der Mitarbeiter ist ein Thema, das die Unternehmen branchenübergreifend beschäftigt.

Wichtig ist es, sich stetig zu informieren und auf dem Weg kontinuierlich nach rechts und links zu schauen, um zu wissen, welche Maßnahmen andere Unternehmen und in erster Linie natürlich die eigenen Marktbegleiter aktuell umsetzen. Das beliebte Negativbeispiel Kodak, einstiger Vorreiter in der Fotografie, zeigt, wie schnell man den Absprung in die Digitalisierung verschlafen kann. Es ist unumgänglich, die eigene Branche zu beobachten, um erforderliche Veränderungen zu identifizieren.

Schrittweise zum Erfolg

Es ist nicht immer sinnvoll, direkt den ganz großen Schritt zu gehen, wenn es um die Einführung digitaler Technologien geht. Im Gegenteil: Der Aufwand, den großen Schritt direkt zu gehen, ist häufig ein Hindernis. Die digitale Transformation ist ein Prozess, der seine Zeit brauchen kann. Ein schrittweiser Ausbau eingesetzter Strategien und Technologien im Baukastenprinzip vereinfacht eine individuelle Anpassung an die unternehmenseigenen Anforderungen und erleichtert auch den Mitarbeitern die Adaption neuer Prozesse und Anwendungen. Ein erster erfolgreicher umgesetzter Schritt kann sowohl als Ansporn als auch als Richtungsweiser für den nächsten Schritt dienen.

Wichtig im Hinterkopf zu behalten ist, dass die digitale Transformation ein kontinuierlicher Prozess ist. Veränderungen im Umfeld des Unternehmens können neue Chancen als auch Risiken bieten. Darum ist es ebenso wichtig, Prozesse und neue Anwendungen regelmäßig auf Aktualität zu prüfen und mögliche Verbesserungen zu hinterfragen.

Fazit

Aachener Ingenieure fordern große Automobilkonzerne mit ihren innovativen Produkten heraus. Doch auch in anderen Branchen bietet die Stadt durch hervorragende Bildungseinrichtungen und Forschungsinstitute beste Voraussetzungen für die Digitalisierung. Das Umfeld ist hier Treiber für die Entwicklung neuer Technologien und deren Anwendung. In Deutschland gibt es digital gut aufgestellte Orte, die als Standort eine gute Basis für eine schrittweise digitale Transformation bieten. Wichtig ist, dass man bereits von anderen Unternehmen und deren Digitalisierungsprojekten lernen kann. Ein Austausch mit anderen Unternehmen hilft zum einen, zu wissen, welche Themen zurzeit im Bereich Digitalisierung bewegen, zum anderen erfährt man, welche Anwendungen bereits erprobt und erfolgreich eingesetzt werden. 

Falls Sie Interesse haben, mehr über die Wege anderer Unternehmen zu erfahren, die digitale Transformation anzugehen, besuchen Sie doch den Digital Transformation Day am 27.11. in Aachen. Hier berichten Unternehmen wie Vorwerk und Motul über die Herausforderungen bei der digitalen Transformation und zeigen, wie sie diese gemeistert haben.



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Über den Autor

  • Jens Siebertz

    Jens Siebertz arbeitet seit 2003 bei der INFORM und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themenschwerpunkten Business Intelligence, Management Reporting, Data Analysis und Produktionscontrolling.

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