Digitalisiertes Bestandsmanagement mit Erfolg: 28% weniger Lagerbestände bei Angst+Pfister

von Julia Severins

Zulieferer kämpfen branchenübergreifend mit vielfältigen Herausforderungen, um ihre Kunden in immer schnelleren Abwicklungsprozessen pünktlich und richtig zu beliefern. In wettbewerbsstarken Märkten und Zeiten des wachsenden E-Commerce ist die Digitalisierung in Supply Chain Management, Beschaffung und Disposition daher zwingend notwendig – Zulieferer müssen Anpassungsfähigkeit beweisen.

Was macht digitalisiertes Bestandsmanagement aus?

Software ist die Basis für eine solche Digitalisierung und damit unabdingbar für das Supply Chain Management der Zukunft. Doch eignet sich je nach Zielsetzung nicht jedes beliebige System. Um Kosten für die Lagerhaltung – also Bestand im Lager – nachhaltig zu reduzieren, ohne dabei den Service gegenüber dem Kunden zu gefährden, reichen herkömmliche ERP- und Warenwirtschaftssysteme nicht mehr aus. Denn hier geht es nicht darum, Daten zu sammeln und zu verwalten, sondern die wirklich relevanten Daten intelligent zu nutzen, um vor allem:

-       Fehlbestände zu evaluieren,

-       Schnelldreher und „No-Mover“ zu erkennen,

-       Bestände und Bestellungen zu priorisieren,

-       Sicherheitsbestände richtig zu definieren,

-       zukünftige Bedarfe zu prognostizieren,

-       Beschaffungs- und Produktionsvorgänge pünktlich anzustoßen,

-       Bestellungen kostenoptimiert vorzunehmen,

-       neue Artikel(-sortimente) wirtschaftlich einzuführen,

-       Bestellungen optimiert zusammenzufassen,

-       Lieferantenbedingungen immer zu berücksichtigen.

Denn all diese Maßnahmen sind notwendig, um den Anforderungen des schnellen und digitalen Marktes nachkommen zu können. Mit lediglich einer unterstützenden Verwaltungssoftware sind bei der kontinuierlich steigenden Menge von Daten und Produkten in immer kürzeren Lebenszyklen und in Zeiten von „Same-Day-Delivery“ viele Köpfe und Arbeitsstunden notwendig, um diese Aufgabe zu bewältigen.

Bestandsmanagement geht auch einfach

Die Angst+Pfister AG aus Zürich hat ihre IT-Landschaft daher aufgerüstet, um als zuverlässiger Partner für ihre Kunden zu agieren. Das Unternehmen betrachtet das eigene Kerngeschäft darin, als zentraler Lieferant für Komponenten aus den Bereichen Dichtungs,- Fluid,- Kunststoff-, und Schwingungstechnik sowie Sensorik und Engineering-Lösungen zu fungieren. Voraussetzung für das Ziel, Beschaffungswege und -aufwände für die Kunden zu reduzieren, ist das volle Vertrauen in die Zuverlässigkeit von Angst+Pfister. Denn eine verspätete Lieferung sorgt ganz nach dem Domino-Effekt auch für Engpässe und Umplanungen beim weiterführenden Produzenten oder Händler. Viele Kunden von Angst+Pfister setzen auf Just-in-Time Prozesse und vertrauen damit auf höchste Servicequalität. Damit ist Verlässlichkeit einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren in diesem Geschäft.

Aus diesem Grund mussten auch die Prozesse der internen Supply Chain bei Angst+Pfister selbst optimiert werden. Hürden für dieses Ziel waren vor dem Optimierungsprojekt vor allem hohe Lagerbestände, die jedoch trotzdem nicht die richtigen waren, und somit die Servicequalität negativ beeinträchtigten. Außerdem enthielt das Lager einen hohen Anteil an „No-Movern“ und „Slow-Movern“, die Kapital langfristig banden. Neben vielen Maßnahmen der Prozessoptimierung, wie dem Aufbau und der Zentralisierung des Einkaufs, setzt Angst +Pfister seit einigen Jahren deshalb auch auf den Einsatz einer intelligenten Software zur Optimierung des Bestandsmanagements - mit Erfolg.

Lagerbestand um 28% gesenkt, Servicegrad um 10% erhöht

Bereits zehn Monate nach der Implementierung verzeichnete Angst+Pfister eine Reduzierung der Bestände um 28% bei gleichzeitiger Erhöhung des Servicegrads um 10%. Erreicht wurde dieser Erfolg durch entscheidungsintelligente Algorithmen, die historische Verkaufsdaten mit dem richtigen Prognoseverfahren betrachten und zuverlässige Aussagen über zukünftige Bedarfe geben. Der Ansatz des Management-by-Exception zeigt Bestandsverantwortlichen aktiv jene Artikel aus dem 350.000 Teile großen Sortiment an, die mit Dringlichkeit bearbeitet werden müssen. Außerdem bildet es Stücklisten für Komponenten eines Artikels mit den zugehörigen Lieferanten ab. Durch die leichte Handhabung und effiziente Arbeitswege im System bleibt den Disponenten und Planern heute mehr Zeit für strategische Aufgaben.

Fazit

Die Investition in eine Bestandsoptimierungssoftware kann bereits nach kürzester Zeit große Erfolge bringen. Zum einen kann freigesetztes Kapital durch eine Optimierung des Lagers für weitere Investitionen in moderne Technologie genutzt werden. Zum anderen profitieren Lieferanten durch die Implementierung digitalisierter Prozesse von einem guten Image gegenüber ihren Kunden und letztendlich von einem etablierten Vertrauen, was sich in neuen Aufträgen wiederspiegelt.

Wenn Sie mehr über das Projekt bei Angst +Pfister erfahren möchten, können Sie den vollständigen Artikel hier anfordern.



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Über die Autorin

  • Julia Severins

    Julia Severins arbeitet seit 2012 bei der INFORM und schreibt hauptsächlich zu den Themen Bestandsoptimierung, Absatzplanung und Stichprobeninventur.

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