Digitalisierung kennt keine Konjunktur!

von Stipo Nad
Gestapelte Geldmuenzen
(c) MicroStockHub - Getty Images

Laut der Unternehmensberatung PwC erreicht das erwartete Umsatzwachstum im Maschinenbau für die nächsten zwölf Monate mit 2,2 Prozent seinen niedrigsten Wert seit 2015. Im Mai hat die Branche 7 Prozent weniger Aufträge aus dem Inland erhalten, aus dem Ausland waren es neun Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr. Grund sollen Handelskonflikte und erhöhte Zölle sein. Eine Belastung für die mittelständisch geprägte Branche, doch kein Grund zum Verzweifeln. Digitalisierung heißt das Zauberwort. Doch mit Zauberei hat es in diesem Fall in der Realität wenig zu tun. Vielmehr mit intelligenter Software.

Bietet Digitalisierung Hilfe für die Branche?

Gerade in diesen wirtschaftlich schlechten Zeiten des Auftragsrückgangs sollten Maschinen- und Anlagenbauer, anstatt Trübsal zu blasen, die Zeit effektiv nutzen, um wichtige Projekte anzutreiben. Während des Auftragsbooms fehlt häufig die notwendige Zeit, um wichtige Themen wie Digitalisierung, Prozessoptimierung oder Datenqualität anzugehen. Beispielsweise bietet sich in der Produktionsplanung in vielen Unternehmen noch brachliegendes Potenzial, Prozesse zu digitalisieren und zu automatisieren. In auftragsstarken Monaten fehlt hier häufig die Zeit, schon lange geplante Projekte zu starten.

Solche Digitalisierungsprojekte können in der gewonnenen Zeit fokussiert werden. Durch diesen Fokus können sich die Einführung und Umsetzung um etwa mehrere Monate verkürzen. So konnten bereits in der Rekord-Krise im Jahr 2009 einige Maschinenbauer wie Arburg, Schuler oder KraussMaffei die schwache Auftragslage nutzen, um aufgeschobene Optimierungsprojekte wie die Einführung eines intelligenten Produktionsplanungssystems anzugehen. Damals steckte die stark exportabhängige Branche in der schwersten Krise seit mehr als 60 Jahren.

Neben einer starken Kosten- und Zeitersparnis bietet die Einführung eines intelligenten Produktionsplanungssystems auch in Zeiten schwacher Konjunktur deutliche Vorteile. Hier ein paar Beispiele, warum sich ein intelligentes Planungstool in wirtschaftlich schlechten Monaten zusätzlich auszahlt:

Kurzarbeit optimal planen.

In Zeiten schlechter Auftragseingänge ist es sehr oft der Fall, dass Maschinen- und Anlagenbauer vorübergehend die regelmäßige Arbeitszeit verringern müssen und ein Teil der Arbeitnehmer in dieser Zeit weniger oder überhaupt nicht arbeitet.

Ein intelligentes Produktionsplanungssystem hilft, diese Kurzarbeit optimal zu planen, um nicht Mitarbeiter pauschal nach Hause zu schicken. Personelle Ressourcen können durch intelligente Planung bestmöglich verteilt werden – ganz besonders bei schlechter Auftragslage. Denn intelligente Systeme planen dynamisch an die Auftragssituation angepasst, sodass zum Beispiel Überstunden gezielt abgebaut werden können. Das System zeigt frühzeitig die konkreten Kapazitätsbedarfe auf, sodass auch bei einer schlechten Auftragslage keine Aufträge liegen bleiben. Gerade in diesem Zeitraum ist es wichtig, effizient zu planen, um Kosten nicht unnötig in die Höhe zu treiben.

Dem Wettbewerb einen Schritt voraus sein.

Erfahrungsgemäß folgt nach einem Tief auch wieder ein Hoch. Das trifft auch auf die wirtschaftliche Lage im Maschinen- und Anlagenbau zu. Dank der Digitalisierung der Produktionsprozesse sind die Unternehmen dann auf einen steigenden Auftragseingang optimal vorbereitet. Die intelligente Planung schafft optimale Voraussetzungen, um auf eine kommende Arbeitsflut und die steigende Komplexität vieler paralleler Auftragseingänge dynamisch reagieren zu können.

Eine intelligente Produktionsplanung hat zu jeder Zeit Vorteile

Wenn die Aufträge dann wieder steigen, sind die langfristigen Vorteile digitaler Prozesse im Bereich Produktionsplanung vielfältig und machen sich in der komplexen Planung der hohen Auftragszahl im Maschinen- und Anlagenbau schnell bemerkbar. Tausende Arbeitsgänge und Zukaufteile müssen dann rechtzeitig in der Montage verfügbar sein, um termintreu liefern zu kommen. Durch die Digitalisierung der Produktion in Form einer Planung mit real verfügbaren Kapazitäten führt zu folgenden Vorteilen:

  1. Wettbewerbsvorteile
  2. Kurze Lieferzeiten und hohe Termintreue
  3. Bereichsübergreifende Transparenz über alle Fertigstellungstermine
  4. Frühwarnsystem bei Terminverschiebungen
  5. Minimierung von Fehlteilen
  6. Auflösung von Rückständen
  7. Entlastung von Routineaufgaben und gewonnene Zeit für die Weiterentwicklung wichtiger Prozesse

Fazit

Datenbereinigung, Digitalisierung, Prozessoptimierung sind immer wichtige Themen, mit denen sich Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau auseinandersetzen müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben und sich im Markt dauerhaft zu behaupten. In schlechten wirtschaftlichen Zeiten mit einer schwierigen Auftragslage besteht die Chance, sich dieser Themen fokussiert anzunehmen und damit langfristig Vorteile wie effiziente Ressourcenauslastung, kurze Lieferzeiten und hohe Termintreue zu erzielen. Nutzen Sie die schlechten Zeiten, um sich auf den Auftragsboom vorzubereiten.

Setzen Sie bereits intelligente Produktionsplanungssysteme ein? Wie gehen Sie mit der schlechten Auftragslage im Maschinen- und Anlagenbau um?

Sie möchten mehr über dieses Thema erfahren? Dann nehmen Sie auch an unserem Webinar „Digitalisierung kennt keine Konjunktur!“ am 25.Oktober um 10 Uhr teil.

 

 



Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Digitalisierung in der Fertigung trotz mangelnder Datenqualität – das geht!

Lesen

Predictive Maintenance – wirklich sinnvoll?

Lesen

Produktionsplanung - Drei Gründe, warum Ihr ERP-System nicht genügt

Lesen

Über den Autor

  • Stipo Nad

    Stipo Nad ist seit 2001 bei der INFORM GmbH tätig und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themenschwerpunkten Advanced Planning & Scheduling, Produktionsplanung sowie Business Intelligence.

    Alle Beiträge dieses Autors

    Mehr über diesen Autor unter:

Unsere Autoren

Finden Sie alle unsere Autoren auf einen Blick!

Alle Autoren

Nach oben