Digitalisierungsprojekte im Maschinenbau – Wie setzen Sie Investitionen richtig ein?

von Stipo Nad
Technician using laptop while working in a factory
(c) Getty Images - FG Trade

Der deutsche Maschinen- und Anlagenbau ist weltweit Pionier, wenn es um die eigenen Produkte geht. Doch die eigenen Prozesse und deren Funktionalität und Innovationsfähigkeit werden in der Branche eher selten hinterfragt. Ein Beispiel für diese Hinterherhinken sieht man nur zu oft in der Produktionsplanung. Dabei ist Planung ein so wichtiger Faktor für eine termintreue Produktion und folglich für die Kundenzufriedenheit.

Also wie sollen Unternehmen am besten starten? Zunächst einmal ist es wichtig, klare Ziele zu definieren. Diese sollte man durch einen messbaren Mehrwert konkretisieren. Viele Unternehmen wissen gar nicht, wie viel Geld ihnen zum Beispiel ein Prozent Termintreue oder verkürzte Durchlaufzeit wert sind. Dieser Betrag lässt sich jedoch durchaus kalkulieren, wie die folgenden Beispiele zeigen.

Terminjäger-Maßnahmen

Terminjäger-Maßnahmen gehören in jeder Produktion zur täglichen Arbeitsroutine? Das mag stimmen. Doch was bedeutet das wirtschaftlich eigentlich? In der Regel wird hohe Termintreue mit Nacht- und Sonderschichten, Wochenendarbeit, hohen Sicherheitsbeständen und Fremdvergaben erreicht, die wiederum in Personalkosten, Lagerkosten und Zahlungen an Zulieferer resultieren. Lässt sich all dies um nur 10 % reduzieren, sind die Einsparungen bereits enorm.

Strafzahlungen

Strafzahlungen aufgrund von verspäteten Lieferungen haben im Maschinen- und Anlagenbau starke wirtschaftliche Folgen. Geht man davon aus, dass ein Unternehmen jedes Jahr 100 Maschinen ausliefert, die durchschnittlich 200.000 EUR kosten und verspätete Lieferungen zu Strafzahlungen zwischen 5 bis 10 Prozent des Auftragswertes führen, können Ersparnisse von mindestens 50.000 EUR erzielt werden, wenn auch nur fünf verspätete Maschinen doch noch pünktlich geliefert werden.

Effizienzsteigerungen

Hat ein Unternehmen einen Auftragsvorrat von etwa 10 Mio. EUR pro Jahr, kann es mit einer Termintreue von 70 % etwa 7 Mio. EUR pünktlich abarbeiten, der Rest verzögert sich. Würde das Unternehmen das ganze Jahr mit einer höheren Termintreue von 90 % und kürzeren Durchlaufzeiten arbeiten, wären mindestens 9 Mio. EUR im laufenden Jahr möglich.

Diese Beispiele belegen klar den Wert einer intelligenten und effizienten Produktionsplanung.

ERP- VS APS-System

Eine intelligente Planung ist jedoch mit traditionellen Planungssystemen kaum erreichbar. Herkömmliche ERP-Systeme planen gegen unbegrenzte Kapazitäten, setzen also unendlich viele Maschinen, Mitarbeiter und Materialien voraus. Terminliche Abhängigkeiten einzelner Arbeitsgänge und Aufträge untereinander sowie Prioritäten bleiben ebenfalls unberücksichtigt. Dabei können sie dazu führen, dass sich eine Verspätung entlang mehrerer Aufträge fortsetzt und Ressourcen unnötig bindet. Folglich kommt es zu langen Wartezeiten und Vielen Fehlteilen in der Montage, die sich nur mit hohem ma­nuellem Aufwand und nur teilweise wieder beheben lassen.

Daher ist ein System notwendig, das alle Arbeitsgänge und Aufträge mit dem Ziel einer optimalen Gesamtplanung in der richtigen Reihenfolge ordnet. Ein zentrales Planungssystem sollte von der Feinplanung über BDE und MDE bis hin zu Funktionen der Schicht-, Projekt- und Montageplanung alle Stufen der Wertschöpfung abdecken und die Produktion als Gesamtsystem optimieren können.

In intelligenten Advanced-Planning-and-Scheduling-Systemen (APS) kommen mathematische Algorithmen zum Einsatz, die genau diese Anforderung erfüllen. Optimierungsalgorithmen auf der Basis von Operations Research sind in der Lage, riesige Datenmengen aus verschiedenen Quellen zu verarbeiten. Branchenlösungen für den Maschinenbau müssen auch in der Lage sein, mit ungenauen Daten wie z.B. ungenauen Bearbeitungs- oder Rüstzeiten, realistische Planungsergebnisse zu liefern

Fazit

Digitalisierungsprojekte im Maschinen- und Anlagenbau stellen Unternehmen häufig vor Herausforderungen. Doch sie versprechen auch klare wirtschaftliche Mehrwerte. So erlaubt eine digitale Produktionsplanung mittels eines APS-Systems, auch in komplexen Planungs- und Ent­scheidungssituationen die richtigen Entscheidungen zu treffen, um möglichst effizient zu produzieren und termintreu Produkte zu liefern. Schöpfen Sie das Potenzial vorhandener Daten und Ressourcen voll aus und starten Sie die digitale Transformation Ihrer Produktion.

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Über den Autor

  • Stipo Nad

    Stipo Nad ist seit 2001 bei INFORM tätig und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themenschwerpunkten Advanced Planning & Scheduling, Produktionsplanung sowie Business Intelligence.

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