Eilaufträge selbst in der Nacht: 24-StundenService im Maschinen- und Anlagenbau

von Stipo Nad

Hotels, Mobilfunkanbieter, Banken und sogar Restaurants bieten es – 24-Stunden-Services sind heutzutage in vielen Branchen keine Seltenheit mehr. Denn der Online-Boom hat dafür gesorgt, dass Öffnungs- und Verfügbarkeitszeiten zunehmend aus den Köpfen der Konsumenten verschwunden sind. Die ständige Verfügbarkeit, die der Online-Handel bietet, erleichtert es uns häufig, alle unsere Termine oder Vorhaben in nur 24 Stunden zu erledigen. Denn es passt oft gut, wenn ich meine Bank noch nach Arbeitsumschluss zum Beispiel um 19 Uhr anrufen oder noch nach 21 Uhr einen neuen Pullover bestellen kann. Ich habe Schwierigkeiten mit meinem Handyvertrag? Kein Problem. Darum kümmere ich mich dann nach 23 Uhr.

Eine Branche, in der man den 24-Stunden-Dienst zunächst nicht erwartet, ist der Maschinen- und Anlagenbau. Kein Wunder, denn außer den Branchenkennern wird unsereins vermutlich selten nachts ein Getriebe oder Zahnrad vermissen, was dringend benötigt wird.

Doch tatsächlich ist der serviceorientierte Gedanke durchaus Teil des Geschäftsmodelles vieler Maschinen- und Anlagenbauer. Beispielsweise bietet das Bremer Unternehmen Tandler, Hersteller von Getrieben und Zahnrädern für den Maschinenbau, seinen Kunden Teilefertigung bis hin zur Auslieferung ganzer Antriebseinheiten rund um die Uhr. Gerade der Ersatzteilservice spielt hier eine wichtige Rolle. Denn wenn die Produktion nachts stattfindet und bei Hochtouren ein Teil versagt, muss sofort Ersatz her. Die Kunden von Tandler kommen aus einer ebenfalls an Schnelligkeit orientierten Branche: Tandler liefert die nötigen maßgefertigten Präzisionszahnräder für viele Rennställe und Liebhaber klassischer Rennwagen. Doch die Verzahnungen sowie Spiralkegel- und Drehzahlüberlagerungsgetriebe werden lediglich in Losgrößen von 1-10 produziert. Für die schnelle Umsetzung der kundenspezifischen Wünsche ist also auch eine rasante Planung gefragt.

Herausforderungen variantenreicher Einzel- und Kleinserienfertigung

Die komplexe Produktionsplanung für die kleinen Losgrößen mit stark variierenden Fertigungsprozessen ist die größte Herausforderung für den Getriebe- und Zahnradspezialisten. Der Auftrag für ein Zahnrad-Los kann zum Beispiel aus fünf, mal aus 30 Arbeitsgängen bestehen, die in der richtigen Reihenfolge inklusive der Rüstvorgänge für die Maschinen einzuplanen sind. Eine solche Fertigung lässt sich nicht mehr reibungslos manuell planen. Denn durch eine Planung per Hand war eine rückstandsfreie Produktion gar nicht mehr möglich. Eine Übersicht, wie viele Aufträge sich wo in welchem Status der Produktion befanden, gab es nicht.

Deshalb entschied sich das Unternehmen bereits 2004 für die intelligente Produktionsplanung mit dem APS-System FELIOS. Das System berechnet die optimale Reihenfolge der Arbeitsvorgänge, die hinsichtlich Fortschritt, Materialverfügbarkeit und Ressourcenauslastung zu maximaler Termintreue führt.

Kennzahlen für die stetige Verbesserung

Zusätzlich wird bei dem Einzel- und Kleinserienfertiger seit 2013 ein integriertes Data-Warehouse eingesetzt. Dank dem eingebundenen Business-Intelligence-Tool ist es möglich, alle relevanten Kennzahlen mit einem Klick zu visualisieren und anschließend zu analysieren. So lassen sich schnell die richtigen Handlungsempfehlungen ableiten und die eigene Performance bewerten. Auch das Management und die Unternehmensleitung werden durch Analysen und Reports wie zum Beispiel Kosten-Nutzen-Betrachtungen auf Chancen und Risiken in der Fertigung aufmerksam. Strategische Entscheidungen können jetzt mit direktem Bezug zur täglichen Fertigung getroffen werden.

Fazit

Die Herausforderungen an eine reibungslose Produktion im Maschinen- und Anlagenbau sind hoch. Zusätzlich steigt der angeforderte Servicegrad in Richtung ständiger Verfügbarkeit. Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, benötigen Maschinen- und Anlagenbauer eine zuverlässige Produktionsplanung, die die Grundlage für Termintreue – zu jederzeit – bildet. Selbst bei sehr speziellen Produkten wie Getrieben oder Zahnrädern zeigt diese Erfolgsgeschichte, dass ein hoher Servicegrad und niedrige Durchlaufzeiten trotz hoher Variantenvielfalt und Fertigungstiefe möglich sind. Dank Business Intelligence verlieren Sie außerdem die wichtigen Kennzahlen für den langfristigen Erfolg auch trotz Nachtschicht nicht aus den Augen!

Wollen Sie mehr darüber erfahren, wie der Getriebe- und Zahnradhersteller Tandler durch eine erfolgreiche Produktionsplanung eine termintreue Fertigung mit einem hohen Servicegrad garantieren kann? Dann können Sie die Success Story gerne bei uns anfordern.



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Über den Autor

  • Stipo Nad

    Stipo Nad ist seit 2001 bei der INFORM GmbH tätig und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themenschwerpunkten Advanced Planning & Scheduling, Produktionsplanung sowie Business Intelligence.

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