Einblick in das Lager eines Pharmagroßhändlers

von Anja Lehmann

Sommerliche Temperaturen, Vogelgezwitscher und weidende Kühe vor der Kulisse des Bodensees – wer denkt hier an ein Logistik-Zentrum? Doch genau in dieser idyllischen Umgebung in Romanshorn im Schweizerischen Kanton Thurgau hat der Pharma-Großhändler Voigt AG seinen Hauptsitz und ein 10.000 m² großes Lager. Warum man es nicht schon von weitem sieht, liegt daran, dass es zum großen Teil unterirdisch ist, um die notwendigen Temperaturen für sensible Medikamente ohne großen Kühlungsaufwand einhalten zu können.

Von Romanshorn aus werden mehrmals täglich zahlreiche Apotheken und Drogerien im östlichen Teil der Deutschschweiz beliefert. Neben dem Lager in Romanshorn unterhält Voigt noch einen weiteren Standort in Neuendorf im Kanton Solothurn und hält insgesamt eine Lagerfläche von 25.000 m² für rund 35.000 Referenzen zur Versorgung der Deutschschweiz mit Pharmaprodukten bereit. Damit immer alle Medikamente in ausreichender Menge verfügbar sind, nutzt Voigt die Bestandsoptimierungssoftware add*ONE von INFORM. Gemeinsam haben wir in der vergangenen Woche weitere Anwender von add*ONE eingeladen, das moderne Logistikzentrum in Romanshorn am Schweizer Bodenseeufer zu besichtigen. Der Austausch unter Anwendern aus den unterschiedlichen Handels- und Produktionsunternehmen, wie in diesem Fall aus den Bereichen Elektro, Eisenwaren und der Veterinärmedizin, Seil- und Hebetechnik oder der Lebensmittelbranche, zeigt immer wieder, dass sich die Anforderungen an das Bestandsmanagement auch branchenübergreifend ähneln. So profitieren alle Teilnehmer vom Knowhow der anderen.

Ein A-Frame sorgt für schnelle Belieferung

Ein Blick in das Lager des Pharmagroßhändlers war ein besonderes Highlight der Veranstaltung. Direkt vor Ort konnten sich die Teilnehmer einen eigenen Eindruck von der Optimierung durch add*ONE bei Voigt verschaffen. add*ONE unterstützt die Disponentinnen dort unter anderem dabei, Medikamente mit kurzer Haltbarkeit immer in ausreichender Menge vorrätig zu halten, aber Überkapazitäten und damit verbunden unnötige Vernichtungen zu vermeiden. Darüber hinaus setzt Voigt im Lager auf modernste Technik. Unterschiedliche Systeme kommen zum Einsatz: Ein vollautomatisches Verteilungssystem, das man sich wie einen großen Zigarettenautomat vorstellen kann, wirft selbständig die angeforderten Medikamente auf ein Laufband aus. Von dort werden diese in die Transportkiste gelegt.

Fliegende Kisten und ein Supermarkt

Bei der halbautomatischen Kommissionierung werden die Kisten zu den Mitarbeitern transportiert. Im Hochregallager werden die Lagerkisten der angeforderten Produkte in unglaublicher Geschwindigkeit über ein Förderbandsystem zu Mitarbeitern gebracht, die dann nur noch die entsprechenden Packungen in die schon bereitstehenden Auslieferungskästen legen. Und schon sausen die Kisten wieder zurück an ihren angestammten Platz im Hochregallager. Auf engstem Raum werden hier die eher sporadisch nachgefragten Produkte gelagert.

Der dritte Bereich im Lager erinnert an einen gewöhnlichen Supermarkt. Hier werden alle Produkte, die für die automatischen Systeme zu groß oder zu empfindlich sind, manuell aus den Regalen herausgenommen – selbstverständlich unterstützt durch den bereits erwähnten Computer am Handgelenk.

Die Kombination der unterschiedlichen Kommissionierungssysteme funktioniert dank modernster Technologien hervorragend und sorgt für die notwendige Verfügbarkeit von zum Teil auch lebensnotwendigen Medikamenten.

Branchenübergreifender Erfahrungsaustausch

Eine große Herausforderung des Pharmagroßhandels ist die kurzfristige Bestellung und Lieferung. Dieses und viele weitere Themen wurden bei unserem Treffen von Unternehmensvertretern, die bereits mit add*ONE disponieren, diskutiert. Der branchen- und länderübergreifende Erfahrungsaustausch im sommerlichen Romanshorn sorgte für eine rege Diskussion und brachte den Teilnehmern einige Anregungen, vielleicht sogar für die Umsetzung im eigenen Unternehmen.



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