Herausforderung Sporaden - Wie sich auch schwer prognostizierbare Artikel vorausschauend planen lassen

von Franziska Inkmann

Jeder Lagermanager und jede Lagermanagerin kennt sie, (fast) jedes Unternehmen hält sie vorrätig, aber kaum einer mag sie wirklich: Z-Artikel, umgangssprachlich auch als sporadisch verkaufte Artikel, oder kurz als „Sporaden“, bezeichnet. Ihren Namen erhalten die Z-Artikel aus der XYZ-Analyse, die im Lagermanagement Anklang findet und alle Artikel danach unterteilt, wie Stetig ihr Verbrauch in der Vergangenheit war. Im Gegensatz zu häufig oder gleichmäßig abgerufenen X-Artikeln, deren Historie eine gute Grundlage für Zukunftsprognosen bildet, sind Z-Artikel durch eine stark schwankende Nachfrage gekennzeichnet. Der konkrete Bedarf ist daher nur schwer prognostizierbar und diese Unberechenbarkeit erschwert das Tagesgeschäft von Bestandsverantwortlichen enorm.

Ein typisches Beispiel für diese Gruppe von Artikeln sind Ersatzteile. Egal ob Smartphone, Auto oder Maschine in der Werkstatt – die Bevorratung von Ersatzteilen für die Produkte wird vorrangig dadurch bestimmt, dass der Kunde König im Fall der Fälle eine schnelle Auftragsabwicklung mitsamt pünktlicher Lieferung erwartet. Und das heute stärker denn je: Betrachtet man etwa den Automotive Aftermarket, so liegt die Messlatte in einem Industrieland wie Deutschland heutzutage bei nahezu 100 Prozent.

Dieses besondere Serviceversprechen bringt jedoch große Herausforderungen mit sich: Wenn es um Ersatzteile geht, steht einem großen Sortiment mit einer zunehmenden Varianten- und Teilevielfalt der Produkte üblicherweise ein sporadischer Bedarf an benötigten Ersatzteilen gegenüber. Hinzu kommen unterschiedliche Verbrauchsmuster pro Artikel: Ein Artikel, der beispielsweise in Deutschland einen konstant hohen Verbrauch hat, variiert möglicherweise in einem Exportland im Hinblick auf den abgefragten Zeitpunkt und die geforderte Menge.

Die Bürden von „jederzeit und sofort verfügbar“

Eine optimale Ersatzteilversorgung ist ein komplexer Prozess im Supply Chain Management, der jedoch entscheidend zur Kundengewinnung und -bindung beiträgt. Zur Vervollständigung eines jeden Serviceangebots müssen nicht nur klassische Ersatzteilhändler die geforderte Verfügbarkeit der im Sortiment vorhandenen Artikel gewährleisten. Auch produzierende Unternehmen müssen auf Reklamationen und Defekte entsprechend schnell reagieren können, indem sie Bestände vorhalten. Und dies gilt neben Artikeln mit einer hohen Umschlagshäufigkeit (sogenannten Schnelldrehern) eben auch für solche mit sporadischem Absatz. Denn niemand möchte im Moment des Kundenauftrags ein „Nicht vorrätig“ riskieren und den Kunden damit verärgern. Diese garantierte Sicherheit birgt jedoch auch Nachteile für das Unternehmen. Denn während Schnelldreher wenig Zeit im Lager verbringen und dieses schnell wieder verlassen, liegen Z-Artikel meist über einen längeren Zeitraum „wie Blei“ in den Regalen und blockieren einen beträchtlichen Teil wertvoller Lagerkapazität. Das wiederum bindet Kapital, das an anderer Stelle einen sinnvolleren Einsatz hätte, zum Beispiel als Investition in moderne Technologie.

Wie begegnet man dieser Herausforderung nun bestmöglich? Gibt es eine effiziente Dispositionsstrategie für Sporaden? Welcher Planungsansatz kann Bestandsverantwortlichen mehr Sicherheit bringen? 

Effektive Planung von schwierig prognostizierbaren Artikeln

Ein guter Ansatz, der Planer in dieser Herausforderung unterstützt, ist der Einsatz innovativer Bewirtschaftungsmethoden, beispielsweise mittels einer Quantilsprognose. Damit kann sichergestellt werden, dass das gewünschte Ersatzteil vorrätig ist, ohne Lagerkapazitäten unnötig zu besetzen. Im Gegensatz zu den für sporadische Verbrauchmuster gängigen Prognoseverfahren, die beispielsweise herkömmliche ERP-Systemen bieten, ermittelt die Quantilsprognose einen Zielbestand, der den Bedarf gegen einen definierten Prozentsatz von angenommen zukünftigen Ereignissen absichert. Auf diese Weise können Unternehmen die Lieferbereitschaft auch bei solchen Artikeln aktiv steuern ohne zu hohe Sicherheitsbestände aufzubauen.

Da es für Planungsverantwortliche aber noch viele weitere nützliche Tipps & Tricks gibt, um selbst schwer prognostizierbare Artikel vorausschauend zu planen, bieten wir am 04. Oktober um 14:00 Uhr ein Webinar zu diesem Thema an: 10 Tipps für den richtigen Umgang mit Sporaden“. Einen Tipp kennen Sie ja bereits – wenn Sie die anderen neun auch wissen möchten, melden Sie sich jetzt kostenfrei an.



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Über die Autorin

  • Franziska Inkmann

    Franziska Inkmann arbeitet seit 2011 als Marketing Managerin bei INFORM und beschäftigt sich mit Trends und Themen rund um die Optimierung von Supply Chain Prozessen.

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