Intelligente Produktionsplanung bei KraussMaffei – Komplexität meistern

von Stipo Nad

Die aktuelle Krise stellt den Maschinen- und Anlagenbau bekanntermaßen vor große Herausforderungen. Doch bereits vor der Krise hatte die Traditionsbranche bereits mit Auftragsschwankungen und Umsatzeinbußen zu kämpfen. Hinzukommt die hohe Komplexität der Produktionsplanung im Maschinen- und Anlagenbau. Zusätzlich zu hohen Erwartungen an kurze Lieferzeiten und hohe Liefertreue erschweren kurzfristige Kundenänderungen zusätzlich eine termintreue Planung. Denn oft ist das Enddesign einer individuellen Maschine oder Anlage anfangs noch nicht eindeutig. In der Produktion treffen dementsprechend Kundenanforderungen und wirtschaftliche sowie planungstechnische Zwänge und Herausforderungen aufeinander. Wiederbeschaffungszeiten, die länger als die Lieferzeiten sind, der Druck, mit niedrigen Beständen Umlaufkapital zu senken und durch Rüstoptimierung Kosten zu sparen, gleichzeitig aber flexibel in der Produktion zu sein, um auf späte Änderungen von Kundenwünschen reagieren zu können, stellen die Produktionsplaner oft vor eine manuell schier unlösbare Aufgabe.

Ein Praxisbeispiel für termintreue Planung

Ein Maschinenbauer, der diese Herausforderungen nur allzu gut kennt, ist der Kunststoffmaschinenbauer KraussMaffei. Das Unternehmen verfolgt den konsequenten Ansatz, Komplexität wo möglich zu vermeiden oder zu reduzieren. Diese Komplexitätsvermeidung beginnt bereits bei der Konzeption der Spritzgießmaschinen: Sie sind modular aufgebaut, so dass sie zum großen Teil aus Standard-Einheiten bestehen, die dann mit mehr oder weniger großem Engineering-Aufwand an die Kundenwünsche angepasst werden. Der hohe Standard-Anteil erlaubt eine auftragsanonyme Masterplanung, die bereits Bedarf produziert, bevor ein Maschinenauftrag existiert. Viele Komponenten und Teile können dann bereits auf der Basis von Prognosen gefertigt oder beschafft werden, ohne die Bestände unnötig zu erhöhen. Damit verringert sich aus der Kundenperspektive die Lieferzeit nach der Bestellung.

Außerdem reduziert KraussMaffei die Komplexität durch die Beruhigung der Auftragskette mit einem konsequenten Nachtragsmanagement: Nach dem „Order Freeze“ sind Nachträge nur noch nach Prüfung möglich, nach dem „Design Freeze“ auch Konstruktionsänderungen nur nach Absprache. In der Fertigung nutzt der Kunststoffmaschinenbauer Methoden wie eine klare horizontale und vertikale Hierarchisierung von Fertigungsmodulen oder -zellen nach dem Inselprinzip ein, um Komplexität zu senken.

Bleibende Komplexität mit Intelligenz meistern

Zusätzlich setzt KraussMaffei auf das intelligente APS-System FELIOS, um die Komplexität weiter zu reduzieren. Denn trotz aller Maßnahmen ergibt sich in der Fertigung kein gerichteter, „unkomplexer“ Materialfluss. Die Kapazitäten lassen sich nicht linear verplanen, sondern müssen intelligent nach Bestand, Auslastung und Lieferzeit verteilt werden. Um diese komplexe Gleichung mit vielen Unbekannten zu lösen, setzt das System intelligent optimierende Verfahren aus Operations Research und Fuzzy Logic ein. Damit konnten 15 Prozent der Umlaufbestände mit agiler Optimierung reduziert werden.

Fazit

Die Produktionsplanung im Maschinen- und Anlagenbau ist eine komplexe Aufgabe, unter dem Druck Kundenanforderungen zu entsprechen und gleichzeitig mit möglichst kurzen Lieferzeiten zu planen. Der Maschinenbauer KraussMaffei setzt in der Fertigung verschiedene Maßnahmen ein, um diese Komplexität wo möglich zu vermeiden oder zu reduzieren. Mithilfe eines intelligenten APS-Systems plant das Unternehmen den Materialfluss und die Kapazitäten intelligent nach Bestand, Auslastung und Lieferzeit. Mit Hilfe dieser agilen Optimierung schafft das Unternehmen eine termintreue Lieferung mit minimalem Umlaufbestand.

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Über den Autor

  • Stipo Nad

    Stipo Nad ist seit 2001 bei der INFORM GmbH tätig und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themenschwerpunkten Advanced Planning & Scheduling, Produktionsplanung sowie Business Intelligence.

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