Intelligente Produktionsplanung bei Vecoplan

von Stipo Nad
Female manager working on tablet in factory
(c) yoh4nn - Getty Images

Sondermaschinenbau – das bedeutet vor allem besonderen Aufwand: Kunden werden individuell betreut, Änderungen während der Projektierungs- und teils auch Probebetriebsphase erfordern viel Flexibilität. Hinzu kommen ein hoher Variantenreichtum und individuelle Rahmenbedingungen wie unterschiedliche Durchsatzmengen und einsatzabhängige sowie vor- und nachgelagerte Anlagenteile.

Unter dieser Komplexität kann der Ressourceneinsatz im Sondermaschinenbau durchaus leiden, auch die Termintreue spürt zumeist die Auswirkungen. Zunehmend versuchen Sondermaschinenbauer hier mittlerweile mit einer digitalen, intelligenten Produktionsplanung entgegenzuwirken. Wie diese erfolgreich eingeführt werden kann, zeigt im folgenden Beispiel die Firma Vecoplan. Der Sondermaschinenbauer entwickelt und produziert Maschinen und Anlagen für die Zerkleinerung, Förderung sowie Aufbereitung von Primär- und Sekundärrohstoffen im Produktions- und Wertstoffkreislauf.

Mit einem APS-System Komplexität meistern

Vecoplan entschied sich für ein Advanced Planning and Scheduling (APS-)System. Vor der Einführung erfolgte die Arbeitsverteilung im Unternehmen durch den Meister, unterstützend kamen Funktionen des ERP-Systems zum Einsatz. Von Prozesseffizienz konnte vor dem Einsatz der neuen Lösung nicht die Rede sein, durchgehend musste die Planung überprüft und neujustiert werden. Ziel der Neueinführung war außerdem, die Faktoren Bestand, Ressourceneinsatz und Termintreue zu verbessern.

Nach der erfolgreichen Einführungsphase des APS-Systems FELIOS von etwa drei Monaten werden bei Vecoplan jetzt über Nacht durchschnittlich 480 Kundenaufträge mit 2.700 Auftragspositionen bestehend aus 8.380 Produktionsaufträgen mit 16.280 Arbeitsgängen aus dem ERP-System in das APS-System übertragen und optimiert.

Abteilungsübergreifende Transparenz

Mithilfe des APS-Systems werden basierend auf Daten aus dem ERP-System sämtliche Abläufe des Produktionsprozesses zu einem zentralen Auftragsnetz verbunden und abteilungsübergreifend geplant. Dabei werden alle relevanten Abhängigkeiten zwischen den Arbeitsgängen, die real vorhandenen Maschinen- und Personalkapazitäten sowie die verfügbaren Teile und Materialien berücksichtigt, um einen optimalen Produktionsplan zu erstellen.

Die Ergebnisse des System-Einsatzes sind eine stark angestiegene Transparenz und ein schnellerer Informationsfluss zwischen den Abteilungen. Zum Beispiel erfährt die Ersatzteilabteilung direkt über die Lösung, ob ein bestimmtes Teil beispielsweise aktuell nicht zu beschaffen ist. Das Gesamtsystem Produktion wird betrachtet, nicht mehr die jeweilige Abteilung separat.

Ein weiterer Pluspunkt: Ereignisse wie Maschinenstillstände, neue Aufträge oder Auftragsänderungen fließen jetzt dynamisch in die Planung mit ein, sodass die realistische Situation in der Produktion abgebildet wird. Wenn sich eine Bestellung verschiebt, kann dementsprechend zeitnah darauf reagiert werden. Auf Knopfdruck wird deutlich, welche Tätigkeiten auf einer Ressource abgearbeitet wurden, welche nicht und was stattdessen getan wurde und warum.

Produktionscontrolling und Schichtplanung 4.0

Hinzukommt, dass die Informationen flexibel gefiltert werden können, beispielsweise können nur bestimmte Bestellungen eines Lieferanten oder bestimmte Produktionsaufträge analysiert werden. Das erleichtert das Produktionscontrolling enorm, manuelle Auswertungen gehören der Vergangenheit an. Änderungen des Schichtplans wie Mitarbeiterausfälle, die zuvor noch in Excel eingetragen wurden, werden ebenso automatisch in das APS-System übertragen und somit direkt in die Planung integriert.

Bei Vecoplan konnte durch die Einführung des APS-Systems der Lagerbestand um 12 Prozent, das Material in Arbeit um 16 Prozent gesenkt sowie die Termintreue um 10 Prozent gesteigert werden. Der Sondermaschinenbauer zeigt, dass man trotz permanenten Zeit- und Kostendrucks in der Branche erfolgreich sein kann. Mit der Unterstützung intelligenter Systeme kann man die Produktion abteilungsübergreifend sehr präzise planen, Transparenz schaffen und die Kommunikation unternehmensweit verbessern, um genauere Aussagen über Termine und Lieferungen machen zu können – für zufriedenere Kunden.

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Über den Autor

  • Stipo Nad

    Stipo Nad ist seit 2001 bei der INFORM GmbH tätig und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themenschwerpunkten Advanced Planning & Scheduling, Produktionsplanung sowie Business Intelligence.

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