Intelligente Transportleitsysteme - Warum Transparenz der Anfang einer effizienten innerbetrieblichen Logistik ist

von Hiltrud Kliesch
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Einen fliegenden Helfer kennen die wenigsten Mitarbeiter in Produktion und Logistik. Doch sagen Experten bereits voraus, dass Drohnen zukünftig einen festen Platz in der innerbetrieblichen Logistik finden und die dortigen Prozesse beschleunigt werden. Denn sie sind im Vergleich zu anderen Transportmitteln schnell und haben im Luftraum der Lager viel Platz. So fliegen auf dem Gelände des Autozulieferers ZF Friedrichshafen bereits Drohnen, um Bedarf vom Lager wie unter anderem Sensoren oder Steuerkarten in die Instandhaltungswerkstätten zu transportieren. Und auch in den Produktionshallen von Audi werden bereits Drohnen in der dritten Dimension getestet, um Transporte effizienter zu gestalten. Dieser neue Weg, Material zu transportieren, scheint für viele Logistikmitarbeiter jedoch wie eine absurde Zukunftsvision. Denn ganz rudimentäre Probleme wie verloren gegangenes Material gehören zum täglichen Kampf. Dringend benötigtes Material wird häufig noch per Zuruf oder Telefon gesucht.

Intransparenz ist der Anfang vom Ende

Fragen wie „Wo sind meine Ressourcen und welchen Status haben diese?“ oder „Wo ist mein Material?“, welche die Intransparenz der Prozesse widerspiegeln, stehen dementsprechend in den meisten Produktionsbetrieben noch auf der Tagesordnung. Völlig überlastete Disponenten vermitteln zwischen Transporten auf Zuruf oder arbeiten noch mit statischen Exceltabellen. Den produzierenden Unternehmen bereitet die Folge einer unzuverlässigen Produktion und verspäteter Lieferungen die meisten Sorgen: ein schlechter Servicegrad zum Kunden. Zudem führt die ständige Suche nach Material und Leerfahrten zu hoher Ineffizienz, die meist mit einer zunehmenden Anzahl von Fahrzeugen, Hilfsgeräten und Personal aufgefangen werden muss. Dadurch steigen die Kosten.

Intelligente Transportleitsysteme schaffen Abhilfe

Ein bewährtes Mittel gegen diese Ineffizienz und die damit verbundenen Kosten sind intelligente Transportleitsysteme. Die Systeme helfen, alle Transporte im Werk zentral zu steuern und geben so einen schnellen Überblick über die aktuelle Transportsituation.

Konkret übernimmt ein intelligentes Transportleitsystem folgende Aufgabe:

  • Zuweisung aller Ressourcen zu den jeweiligen Transporten
  • Unter Berücksichtigung aller Terminvorgaben
  • Mit dem Ziel unnötige (Leer-)Fahrten zu vermeiden.

Die Informationen, die der Disponent erhält, wie Anzahl und Pünktlichkeit der Transporte sowie Auslastung und Effizienz der Ressourcen, sind für seine tägliche Arbeit ausschlaggebend. Ein Transportleitsystem liefert diese Information an zentraler Stelle in Echtzeit. Auftragsmelder geben ihre Transportaufträge ins System ein und werden zudem in die Lage versetzt, den Status ihrer Transportwünsche (offen, begonnen, erledigt etc.) zu überwachen und entlasten somit den Disponenten von überflüssigen Telefonaten.

Eine lohnenswerte Investition nur für große Unternehmen?

Diese Optimierung der innerbetrieblichen Transporte scheint auf den ersten Blick nur für Unternehmen mit sehr vielen Transporten und Transportmitteln lohnenswert. Dies ist jedoch ein Trugschluss. Gerade kleinere – häufig noch weit von Drohnen und Robotern entfernte -Unternehmen benötigen Klarheit und Sicherheit über innerbetriebliche Prozesse, um so die Investition in weitere Transportmittel und zusätzlichen Personaleinsatz verhindern zu können.

Die Investitionen und der Aufwand für die Implementierung eines Transportleitsystems können dabei gerade für Unternehmen mit wenigen Transporten und Transportmitteln durch eine Cloud-Lösung geringgehalten werden. Diese webbasierten Anwendungen kommen ohne die Einrichtung von Servern aus. So können langwierige Projekte sowie aufwendige Investitionen in Infrastruktur vermieden werden.

Und kleinere und mittlere Unternehmen können auch von den Vorteilen einer intelligenten Lösung profitieren. Eine aufwendige manuelle Disposition fällt weg, während gleichzeitig eine gleichmäßige Ressourcenauslastung und reduzierte Warte- und Durchlaufzeiten erreicht werden. Ständiges Telefonieren wegen verspäteter Aufträge wird überflüssig, da der Status aller Transportaufträge jederzeit zentral einsehbar ist und Transporte pünktlich erledigt werden. Fahrer erhalten ihre bestgeeigneten Transporte direkt und bequem auf einem Smartphone oder Tablet angezeigt, an dem sie diese auch nach Erledigung quittieren.

Fazit

Für viele Unternehmen sind Drohnen in der innerbetrieblichen Logistik zurzeit noch eine abwegige Zukunftsvision, da sie noch weit davon entfernt sind, ihre Transporte ohne Telefone und Zurufe zu organisieren. Außerdem muss man noch lange kein Großkonzern oder digitaler Vorreiter sein, um seine logistischen Prozesse effizient zu digitalisieren und nachverfolgbar zu gestalten. Auch Unternehmen mit wenigen Transportaufträgen können mithilfe intelligenter Transportleitsysteme hohe Investitionskosten und lange Projektzeiten vermeiden. Cloud-Anwendungen bieten somit einen schnellen Start in eine transparente innerbetriebliche Logistik.

Wie organisieren Sie Ihre innerbetrieblichen Transporte? Setzen Sie bereits ein Transportleitsystem ein? 



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Über den Autor

  • Hiltrud Kliesch

    Hiltrud Kliesch arbeitet seit 1997 bei INFORM. Sie ist im Geschäftsbereich Industrielogistik verantwortlich für das Business Development und Produktmanagement der Cloud-Variante des Transportleitsystems SyncroTESS.

     

     

     

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