Interview mit Sondermaschinenbauer ruhlamat: Optimale Fertigungsplanung von kundenspezifischen Maschinenanlagen

von Luisa Walendy

Termintreue ist im Maschinen- und Anlagenbau ein wichtiges Thema. Die Komplexität der Produktion macht hier eine reibungslose Planung fast unmöglich. Das Zusammenspiel von Eigenproduktion und Zukaufteilen sowie kundenspezifische Änderungen sind nur ein kleiner Auszug der Faktoren, die den geplanten Fertigungsablauf durcheinanderbringen können. Auch der Sondermaschinenbauer ruhlamat kennt diese Herausforderungen in der Planung, seine Sondermaschinen erfordern höchste Präzision in der Produktion.

INFORM sprach mit Dominik Rüger, Leiter Auftragszentrum bei ruhlamat, über die Herausforderungen in der Produktionsplanung und deren Lösung. Er ist bereits seit 1998 im Unternehmen und hat hier eine Ausbildung als Zerspanungsmechaniker absolviert. Anschließend war er in der Fertigung als CNC-Bediener tätig, dann Fertigungsmeister und arbeitet heute als Leiter des Auftragszentrums.

Herr Rüger, welchen spezifischen Herausforderungen stellen Sie sich tagtäglich als Leiter des Auftragszentrums?

Als mittelständischer Sondermaschinenbauer verfügt die ruhlamat GmbH neben dem Know-how für Planung, Entwicklung und Montage von kundenspezifischen Maschinenanlagen auch über eine große Fertigungstiefe im Haus. Damit verbunden sind komplexe Fertigungs- und Produktionsprozesse, welche optimal geplant und organisiert werden müssen.

Sie setzen seit 2011 die Produktionsplanungssoftware FELIOS von INFORM ein. Können Sie mir sagen, warum Sie sich für das System entschieden haben und was den Unterschied zu anderen Systemen ausmacht?

Wir waren schlichtweg unzufrieden mit unserer damaligen Fertigungsplanung und haben daher einen Systemwechsel eingeleitet. Vor dem Einsatz von FELIOS für die Produktions- und Fertigungsplanung, wurde bei uns mit einem System gearbeitet, welches gegen unbegrenzte Kapazitäten geplant hat. Das heißt: Bei hoher Auftragslage wurde zu viel Arbeit in zu kurzer Zeit auf zu viele Maschinen verteilt oder zu beschaffende Teile wurden nicht rechtzeitig angefordert. Die Mitarbeiter konnten die Abarbeitung von Aufträgen eigenmächtig planen und organisieren, was letztendlich zu einer undurchsichtigen Fertigungsplanung geführt hat. Wir hatten es dann in der Folge häufig mit Terminrückständen und halb fertiggestellten Teilen zu tun.

Umso begeisterter waren wir von FELIOS. Die Software plant gegen verfügbare Kapazitäten, das heißt im System hinterlegte Maschinen und Arbeitskräfte werden in die Planung einbezogen. Auf diese Weise erreichen wir eine bereichsübergreifende Synchronisation und Kontrolle aller Termine. Es werden tagesaktuelle Auftragslisten erstellt, mit deren Hilfe jeder Mitarbeiter selbständig Aufträge nach vorhandenen Kapazitäten in vorgegebenen Zeiträumen abarbeiten kann.

Welche konkreten Vorteile haben Sie seit dem Einsatz von FELIOS?

Wir können dank den Warnmeldungen des Systems wesentlich schneller reagieren. Denn ein für uns wichtiger Vorteil von FELIOS ist die tägliche Überprüfung laufender Aufträge und Auslastungen der Maschinen. Es werden Warnungen bei Überschneidungen oder anderen Diskrepanzen ausgegeben, was die Vorarbeiter in die Lage versetzt, schnell und rechtzeitig zu reagieren und aufkommenden Problemen gegenzusteuern.

Außerdem führt eine transparente Fertigung zu besserer Termintreue. Früher war unsere Fertigungsplanung nur für wenige durchschaubar. Jetzt ist sie transparent und nachvollziehbar für jeden geworden. Jeder Mitarbeiter ist in der Lage, die effiziente Abarbeitung von Aufträgen entsprechend vorhandener Kapazitäten mitumzusetzen und das einstige Manko der Termintreue hat sich seit dem Einsatz von FELIOS stark verbessert.

Vielen Dank für das Interview!



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Über den Autor

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    Luisa Walendy arbeitet seit 2015 für die INFORM GmbH und schreibt hauptsächlich zu den Themen Produktion und Industrielogistik.

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