Ist der Maschinen- und Anlagenbau eine zukunftssichere Branche?

von Stipo Nad
Teamwork - workers manufacturing steam turbines in an industrial factory
(c) industryview - Getty Images

Gerade in Krisenzeiten zeigt sich oft, welche Prozesse reibungslos verlaufen und welche Lieferketten stabil gebaut sind. Doch bereits vor der Krise zeichnete sich ein schlechtes wirtschaftliches Bild im Maschinen- und Anlagenbau ab: Der VDMA berichtete, dass die Branche bereits 2019 im Vergleich zum Vorjahr einen Auftragsrückgang aus Euro-Ländern von 7 Prozent zu verzeichnen hatte.

Denn schon vor der aktuellen Pandemie setzten Handelskrieg, Brexit, der Wettbewerb aus China, Fachkräftemangel sowie Unsicherheiten bezüglich der fortschreitenden Digitalisierung die Branche unter Druck. So zeigt auch die aktuelle Studie der INFORM „Trendreport 2020 für den Maschinen- und Anlagenbau: Eine zukunftssichere Branche in Deutschland?“, dass sich über die Hälfte der 120 befragten Fach- und Führungskräfte aus der Branchen schon vor der Krise externem Druck ausgesetzt sahen: 62 % wegen politischer Faktoren, wie dem Handelsstreit oder Brexit, 57 % wegen internationalem Wettbewerb und 52 % wegen der Gefahr einer Rezession. Die Studie zeichnet ein Bild über aktuelle Herausforderungen für den wirtschaftlichen Erfolg der im Maschinen- und Anlagenbau tätigen Unternehmen sowie über Trends und Chancen der Branche ab.

Digitale Transformation bestimmt die Branche

In den Studienergebnissen wird außerdem deutlich, dass die digitale Transformation und bestimmte Handlungsfelder bezüglich der Digitalisierung aktuell, neben der Corona-Pandemie, das die wirtschaftliche Situation beherrschende Thema sind. Dieser Aussage stimmen 57 % der befragten Unternehmen zu. Es folgen Prozessoptimierung und -automatisierung (53 %) sowie Termintreue und Liefergeschwindigkeit (50%).

Der aktuelle Stand der Unternehmen bezüglich Digitalisierung zeigt, warum die digitale Transformation nach wie vor Hauptthema ist: In 97 % der Unternehmen ist sie zwar laut Aussage der Befragten bereits in vollem Gange, aber noch kein Unternehmen sieht sich mit seinen Digitalisierungsmaßnahmen bereits am Ziel. Dennoch schätzt ein Großteil (71 %) die Erfolgsaussichten seiner Digitalisierungsmaßnahmen als gut ein.

Die Hürden und mögliche Wege, sie zu überwinden

Doch voran liegt dieses eher mäßige Tempo der Unternehmen in der digitalen Transformation? Laut der Studie sind bei 57 % der Befragten der Wille zur Digitalisierung und bei 53 % Schwierigkeiten bei der Implementierung neuer Prozesse die größten Hürden. Größtes Verbesserungspotenzial sehen die Befragten für das Produktmanagement (95%), die Produktionsplanung (92 %) und die Termintreue (86 %). Fast zwei Drittel der Befragten (62 %) sind mit dem Ablauf und der Organisation ihrer Produktionsplanung aktuell nicht zufrieden. Die Einhaltung der Termintreue ist dabei das häufigste Problem.

Diese Ergebnisse decken sich mit meiner Erfahrung in der Produktionsplanung vieler Maschinen- und Anlagenbauer. Die hohe Komplexität der Abläufe – tausende Fertigungsaufträge mit etlichen Arbeitsgängen müssen auf unzählige Ressourcen verteilt werden – sowie kurzfristige Störungen wie fehlendes Material oder Maschinenausfälle führen häufig zu Terminverschiebungen. Eine Digitalisierungsmaßnahme, die hier schnell Unterstützung bieten kann, ist die Einführung eines APS-Systems. Als Ergänzung zu bestehenden ERP-Systemen kann es durch den Abgleich mit real vorhandenen Kapazitäten eine präzise Produktionssteuerung und gleichzeitig Transparenz über alle Fertigungsprozesse schaffen. Dennoch fehlt laut dem INFORM-Trendreport ein Feinplanungssystem (APS) dennoch in den meisten Unternehmen (65 %). Doch gerade durch die gewonnene Transparenz über die Prozesse und die Aufdeckung möglicher Schwachstellen in den Abläufen bieten solche Systeme eine gute Grundlage und somit einen Startpunkt für die digitale Transformation in Fertigungsunternehmen. Erfahrungsgemäß sind die Bedenken gegenüber Digitalisierungsmaßnahmen ohnehin nach Einführung der Systeme schnell beseitigt. Die Entlastung von zeitintensiven, manuellen Umplanungen erleichtert und verbessert die Produktionsplanung stark. Hinzukommt, dass die schrittweise Einführung von Digitalisierungsmaßnahmen die digitale Transformation vereinfacht und erlaubt, sie an die individuellen Anforderungen eines Unternehmens anzupassen.

Fazit

Der Maschinen- und Anlagenbau hatte bereits vor der Corona-Krise mit verschiedenen Herausforderungen zu kämpfen. Vor allem die Digitalisierung scheint trotz dem Wissen, dass sie unaufhaltbar und wichtig für die Wettbewerbsfähigkeit ist, eine Hürde. Das unterstreichen die Ergebnisse der Umfrage. Es gibt intelligente Systeme, die gerade den ersten Schritt der digitalen Transformation in fertigenden Unternehmen und somit den Start ebnen können. APS-Systeme bieten abteilungsübergreifende Transparenz über die Zusammenhänge aller Fertigungsaufträge und erzielen dank intelligenter Planung anhand realer Kapazitäten maximale Termintreue. Ein Wettbewerbsvorteil, den sich Maschinen- und Anlagenbauer jetzt sichern sollten.

Würden Sie gerne mehr über APS-Systeme erfahren? Dann kontaktieren Sie mich gerne. Die kompletten Studienergebnisse können Sie hier herunterladen.

 



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Über den Autor

  • Stipo Nad

    Stipo Nad ist seit 2001 bei der INFORM GmbH tätig und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themenschwerpunkten Advanced Planning & Scheduling, Produktionsplanung sowie Business Intelligence.

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