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von Katharina Schemoschek

Es ist ja nicht so, dass keiner mehr Papier benutzt. Aber es werden weniger. Weil Adressbücher in Outlook stehen, Fotoalben auf Instagram und Kalender im Smartphone. Digitale Revolution haben Wissenschaftler diesen Prozess getauft. Gemeint ist, dass alles, was digital werden kann, digital wird. Konkret heißt das, dass wir zwar nicht gar nicht mehr mit Papier arbeiten, aber immer weniger von dem, was wir tun, tatsächlich greifbar ist. Es wird durch Einsen und Nullen ersetzt. Das ist seit Mitte des 20. Jahrhunderts so, aber das war erst der Anfang. Es ist nicht umsonst die Rede von einer Revolution.

Weil das so ist, hat die neue Bundesregierung die Position einer Staatsministerin für Digitales ins Leben gerufen. Dorothee Bär heißt die Frau von der CSU, die dafür sorgen soll, dass Deutschland den digitalen Wandel nicht verschläft. Der Weckruf kommt reichlich spät. Scannen wir unsere Ware an Supermarktkassen doch schon selbst ein, oder gehen gar nicht mehr einkaufen, sondern klicken uns online bequem Inhalt in den digitalen Warenkorb. Ob unser Kontostand all unsere Wünsche erfüllen kann, checken wir per Onlinebanking. Wir leben bereits digital. Und doch fühlen sich laut D21-Digital-Index 32 % der Deutschen ab 14 Jahren von der Dynamik und Komplexität der Digitalisierung überfordert. Kommt die Digitale Agenda dann nicht reichlich spät?

Der Posten der Staatsministerin für Digitales ist nicht grundlos im Kanzleramt angesiedelt und hat eine koordinierende Funktion für andere Ressorts. Die Digitalisierung durchdringt eben alle Bereiche. Es wird erwartet, dass Führungspersonen das Thema Digitalisierung führen. Im Unternehmen Deutschland soll Bär das nun machen.

Wenig digitale Anwendungen im Bereich Human Resources

Wie sieht es in Ihrem Unternehmen aus? Wer kümmert sich dort um die Digitalisierung? Laut einer Studie zum Digitalisierungsgrad deutscher Unternehmen des Beratungsunternehmens Mercer und dem Institut HR | Impulsgeber ist der Digitalisierungsgrad in Beschaffung (30 %), Vertrieb und Produktion (jeweils 26 %) recht hoch. Jedoch werden in der HR-Funktion digitale Anwendungen am wenigsten genutzt (14 %). In 47 % der Unternehmen finde eine strategische, datengetriebene Personalplanung oder digitale Abbildung von Personalprozessen kaum bis gar nicht statt. Das sind fast die Hälfte aller Unternehmen in Deutschland.

Die Digitalisierungsstudie unterteilt die befragten Unternehmen in vier Typen:

  • Digital Leaders: führend in der Digitalisierung; Rahmenbedingungen, um Daten schnell zu erheben und auszuwerten; Digitalisierung der Produkte und Entscheidungsfindungen erfolgen mit Hilfe von Datenquellen 
  • Digital Experts: aktive digitale Transformation; digitale Methoden weniger stark ausgeprägt; können bei unklarer Datenlage mit Unsicherheit umgehen
  • Digitalfree Champions und Poor Digis: geringe Kompetenzen im Umgang mit Digitalisierungsthemen und der Digitalisierung von Routineprozessen

Allen vier Typen ist gemein, dass sie im Bereich Training und Weiterbildung eher schlecht abschneiden. Auch die Kompetenzen für den Umgang mit Digitalisierungsthemen sind bei allen ausbaufähig.

Welcher Typ ist Ihr Unternehmen und was können Sie tun, um die Digitalisierung zu meistern?

Quelle: hr-impulsgeber.de

 

Der Anteil des Digitalen in unseren Leben wird nur noch größer. Um das zu sehen, muss man kein Wissenschaftler sein. Viele Aufgaben können nun mal einfacher und schneller digital als analog erledigt werden. Noch ist die Digitalisierung im Gange, für manche ist sie sogar noch Zukunftsmusik, aber sicher ist bereits jetzt: Wer sich ihr verschließt, bleibt auf der Strecke. Schreibmaschinen haben ausgedient, weil sie unpraktischer waren als Computer. Telefone wurden schnurlos, weil das Kabel überflüssig wurde. Die Digitalisierung macht nicht mal vor dem Digitalen Halt, vielleicht wird dort sogar am besten sichtbar, wie rasant sie ist. Computer wurden zu Laptops, zu Smartphones, zu Tablets, zu Uhren. Einfach weil es geht. Weil es so einfacher geht.

Digitalisierung als chancenreiche Herausforderung

Zugegeben, der Weg dahin ist leider nicht immer einfach. Die Digitalisierung von Maschinen ist ein schneller technischer Fortschritt. Geht es um die Digitalisierung von Menschen, ist der Fortschritt viel langsamer. Es bedarf viel mehr Fingerspitzengefühl. Unternehmen bestehen nun aber mal aus Menschen. Und wo geht es mehr um Menschen als im HR-Bereich. Gerade dort, wo digitale Anwendungen in deutschen Unternehmen am wenigsten genutzt werden. Die 32 % der Deutschen, die von Dynamik und Komplexität der Digitalisierung überfordert sind, sind auch Ihre Mitarbeiter. Sie müssen sie an die Hand nehmen. Mitarbeiter müssen geschult werden und bereits von oben eine Offenheit gegenüber der Digitalisierung erleben. Nur dann kann Digitalisierung klappen. Nur dann kann das Unternehmen zukunftsfähig werden. Digitalisierung ist eine Hürde; wer diese nimmt, arbeitet in Zukunft einfacher.

Das betrifft besonders die Personaleinsatzplanung. Papier wird überflüssig. Kein Radieren, Durchstreichen, Anmerken auf Post-Its mehr. Planung per Software ist praktischer. Daten können schneller verarbeitet, verteilt und vervielfältigt werden. Entscheidungen sind sofort wirksam. Fehler werden weniger. Planung wird mobil. Unterschiedliche Quellen und Daten werden verknüpft und an einem Ort sichtbar gemacht, digitalisiert eben: Wie viele Leute brauche ich? Wer ist wann da? Wer ist krank? All das und mehr ist auf einen Blick erkennbar. Und optimierbar: Wie kann ich den Ausfall auffangen ohne bestehende Vereinbarungen zu verletzen? Geeignete Software bietet geprüfte Lösungen, die der Nutzer anwenden kann. Schon ist der Dienstplan optimiert. Und die Mitarbeiter informiert. Einfach weil es geht. Weil es so einfacher geht.

Deutschland hat es endlich – wenn auch spät – erkannt und nimmt die Digitalisierung in die Hand. Unternehmen dürfen nicht weiter die Augen vor dem Fortschritt verschließen. Personaleinsatzplanung muss digital werden. Besser heute als morgen. Denn vielleicht arbeiten wir dann gar nicht mehr mit Papier.

Papier ist eine Sache – womit erstellen Sie Ihren Dienstplan?

 

 



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  • Katharina Schemoschek

    Katharina Schemoschek unterstützt Interessenten im Entscheidungsprozess bei der Auswahl für ein intelligentes Optimierungswerkzeug. Der Bereich Workforce Management stellt ihren Themenschwerpunkt dar. 

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