LogiMAT 2015 – Murmeltiere, Rekorde und Integrierte Unternehmensplanung

von Franziska Inkmann

„Und jährlich grüßt das Murmeltier“ – Dieser zugegebenermaßen leicht abgewandelte Titel einer Filmkomödie mit Bill Murray aus dem Jahr 1993 kam mir in den letzten Wochen immer wieder in den Sinn. Anders als bei dem zynischen TV-Wetteransager, dem es davor graut, seiner alljährlichen Verpflichtung nachzukommen, über das Ritual des Groundhog Days zu berichten, war die Vorfreude unseres Messeteams auf die 13. Internationale Fachmesse für Distribution, Material- und Informationsfluss (LogiMAT) immens. Mitunter einer der Gründe hierfür war unser 10-jähriges Messejubiläum: Seit 2005 ist die LogiMAT ein gesetzter Termin in unserem Kalender und hat sich im Laufe der Jahre zu unserer wichtigsten Leitmesse im Bereich der Intralogistik entwickelt.

Bereits während der Messevorbereitungen zeichnete sich ab, dass die LogiMAT 2015 für uns großes Erfolgspotenzial versprechen würde: Die Anzahl der im Vorfeld vereinbarten Gesprächstermine war so hoch, dass meine Kollegen und ich bereits mit einem prall gefüllten Terminkalender nach Stuttgart anreisten. Auch während der drei Messetage war der Besucherandrang an unserem Messestand und die Nachfrage nach unseren Optimierungssystemen ungebrochen, sodass wir uns der Aussage der Messeleitung nur anschließend können, die die Fachmesse als „LogiMAT der Rekorde“ tituliert.

Vom 10.-12. Februar präsentierten sich in den Stuttgarter Messehallen mehr als 1.100 Aussteller aus 28 Ländern, sodass die LogiMAT dabei im weltweiten Ranking der internationalen Intralogistik-Messelandschaft die Pole-Position übernimmt. Trotz des Streiks von Germanwings, der für volle Straßen und überbuchte Züge sorgte, waren mehr als 35.000 Fachbesucher (ein Plus von sieben Prozent zum Vorjahr) vor Ort, an unserem Messestand konnten wir rückblickend sogar ein Besucherplus von fast 20% verzeichnen.

Insbesondere interessierten sich unsere Gesprächspartner für die effiziente Organisation der Anliefer- und Auslieferlogistik, denn unser Schlagwort „Zeitfenstermanagement“ war der wohl meistgefragteste Begriff an unserem Messestand. Aber auch die vielfältigen Optimierungsmöglichkeiten in den Bereichen Absatzplanung, Bestandsoptimierung und Stichprobeninventur fanden großen Anklang.

Die Logistikmesse in Stuttgart ist für uns aber nicht nur eine wichtige Dialogplattform und Netzwerkmöglichkeit, sondern auch ein wichtiger Indikator für die Trends in der Logistik-Branche. Das diesjährige Messemotto „Komplexität beherrschen – Zukunft intelligent gestalten“ nahmen wir zum Anlass, den Fachbesuchern im Rahmen unserer Vorträge im Forum Innovationen einen Einblick in unsere Trendthemen und Produktneuheiten zu gewähren. Sofern Sie nicht die Gelegenheit hatten, nach Stuttgart zu reisen oder unsere Vorträge verpasst haben, möchte ich Ihnen die Kernaussagen nachstehend einmal zusammenfassen:

Bewährte Software für Lkw-Zulaufsteuerung und innerbetriebliche Transporte jetzt aus der „Steckdose“

Auch 2015 ist die Cloud weiterhin eines der Trendthemen der Zukunft. Aus diesem Grund präsentierte Oliver Graf in seinem Vortrag am Dienstag erstmals die Cloudlösungen unserer intelligenten Logistik-Systeme für innerbetriebliche Transporte sowie für die Lkw-Zulaufsteuerung. Alleinstellungsmerkmale von SyncroTESS Now! und SyncroSupply Now! sind neben Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit intelligente Optimierungsverfahren. Sie synchronisieren die Prozesse der innerbetrieblichen Transporte sowie der An- und Auslieferung. Sie achten dabei darauf, dass die Verkehre innerhalb und außerhalb des Werkes staufrei fließen, die Ressourcen gleichmäßig ausgelastet werden und die Produktion mit minimiertem Aufwand sicher versorgt wird. Werden beide Systeme gleichzeitig eingesetzt, können interne und externe Transporte ideal verzahnt werden.

Integrierte Unternehmensplanung auf den Punkt gebracht: Wie können Kapazität, Nachfrage und Verfügbarkeit in Einklang gebracht werden?

Integrierte Unternehmensplanung, IBP, weiterentwickeltes S&OP – ein Managementansatz mit vielen Bezeichnungen. In ihrem Vortrag am Mittwoch ging Kristina Pelzel genauer der Frage nach, was alles unter diesem Konzept verstanden wird, welches als eine der wichtigsten Planungsstrategien der nächsten Jahre gilt. Die Referentin identifizierte den Ansatz als Werkzeugkoffer und Prozess, der es Führungskräften ermöglicht, Unternehmenspläne über einen mittelfristigen Zeitraum taktisch und strategisch anzugleichen und notwendige Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Im Verlauf des Vortrags unterschied Kristina Pelzel Integrationsthemen auf horizontaler Ebene (dabei geht es um das Verzahnen der operativen Supply Chain Prozesse) sowie auf vertikaler Ebene (hier geht es um das Verknüpfen der strategischen Planung mit der operativen Planung). Obwohl sich die Verantwortlichen im Unternehmen zwar der Wichtigkeit dieses Ansatzes bewusst sind, hat die von INFORM im letzten Jahr durchgeführte Umfrage ergeben, dass bislang interne Faktoren wie z. B. die Organisationsstruktur und unabhängige Zielvereinbarungen der jeweiligen Prozesse häufig noch ein Hindernis für eine Implementierung darstellen.

Die Optimierung des Produktionsprogramms in der Prozessindustrie: Ein ganzheitlicher Ansatz

Speziell in der Prozessindustrie wird Produktionsplanung oft noch auf Basis von Modellen aus den 80er Jahren betrieben. Systeme und Tools wurden äußerlich den technischen Gegebenheiten angepasst, die Planungslogik jedoch wurde nicht wirklich revolutioniert. Um gängigen Herausforderungen, wie hohen Nachfrageschwankungen, geringer Flexibilität in der Auswahl und kapazitiver Anpassung der Produktionsmittel oder häufigen Produktwechseln, effizient zu begegnen, bedarf es neuer Ansätze. Was notwendig ist, um die Produktionsplanung wirklich integriert zu betreiben und somit das Planungsergebnis signifikant zu verbessern, erläuterte Peter Frerichs im Rahmen seines Vortrages am letzten Messetag. Die Lösung bietet der Ansatz der simultanen Produktionsprogrammplanung, welche sowohl die Kapazitäten der Fertigungsanlagen als auch die zur Verfügung stehenden Materialien bereits zu Beginn des Planungsprozesses berücksichtigt. Das Ergebnis: ein machbarer, kapazitierter und kostenoptimaler Produktionsplan über alle Produktionsstufen hinweg.

Fazit

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Alles in allem war es für INFORM ein überaus erfolgreicher Start in das Veranstaltungsjahr 2015. Das positive Feedback der Besucher gibt uns einen vielversprechenden Ausblick auf die LogiMAT 2016 und die vielen Gespräche im Nachgang zu unseren Fachvorträgen zeigen das Bewusstsein der Unternehmen, diese Trendthemen für sich erkannt zu haben. Wir freuen uns schon jetzt vom 08. bis 10. März 2016 erneut Teil dieser internationalen Fachmesse zu sein, wenn es für uns bereits zum 11. Mal heißt „Und jährlich grüßt das Murmeltier“ - dann hoffentlich auch mit einem größeren Messestand!

Was waren für Sie die Highlights der LogiMAT? Ich freue mich auf Ihre Antworten.



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Über den Autor

  • Franziska Inkmann

    Franziska Inkmann ist als Marketing- / Eventmanagerin bei INFORM tätig und bietet sowohl Interessenten und Bestandskunden verschiedenste Veranstaltungsformate zu den Themen Absatzplanung, Bestandsoptimierung und Stichprobeninventur an. 

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