Machen Sie den Test: Wie gut kennen Sie Ihre Produktion?

von Luisa Walendy
Woman has Confused, Thinking, Question Mark Icon on Paper Bag, copy space.
(c) oatawa - Getty Images

„Transparent“ ist vermutlich nicht gerade das erste Adjektiv, mit dem Produktionsplaner ihre Fertigung beschreiben würden. Denn im Maschinenbau müssen oft tausende Fertigungsaufträge mit etlichen Arbeitsgängen auf unzählige Ressourcen intelligent verteilt werden. Da kann es schnell unübersichtlich werden. Andererseits bestehen häufig Zweifel, die Planung Software zu überlassen, da sich viele Betriebe lieber auf das Bauchgefühl des Planers verlassen. Doch ist dieses Bauchgefühl überhaupt vertrauenswürdig? Mir stellt sich die Frage: Wie gut kennen die Produktionsplaner eigentlich Ihre Produktion? Daher habe ich mir ein paar Fragen überlegt, die Ihnen ungefähr zeigen, wie gut Sie Ihre Produktion kennen und welche Informationen Ihnen gegebenenfalls noch fehlen, um optimal zu planen. Zählen Sie einfach, wie viele Fragen Sie mit „Ja“ beantworten können, danach folgt die Auflösung.

Wissen Sie, welche Liefertermine aktuell gefährdet sind?

Um Verzögerungen in der Lieferung zu verhindern, ist es wichtig, über alle Aufträge in Verzug informiert zu sein. Diese Information ist unerlässlich, um Termintreue zu garantieren und Kunden über den aktuellen Status der Bestellungen informieren zu können. Außerdem können Sie nur durch diese Informationen herausfinden, welches Teil eventuell regelmäßig für Verspätungen verantwortlich ist. Intelligente APS-Systeme bieten diese Transparenz und zusätzlich Frühwarnfunktionen, die eventuelle Auswirkungen von Terminverschiebungen und Störungen auf die gesamte Produktion sofort aufzeigen. So können zeitnah Gegenmaßnahmen eingeleitet und ein gezieltes Fehlteilmanagement umgesetzt werden.

Wissen Sie, ob ein Chef- oder Reparaturauftrag Ihre Produktion ins Schwanken bringen wird?

Chef- oder Reparaturaufträge können die Reihenfolge aller Aufträge schnell verändern. Da ist es als Verantwortlicher schwer, den Überblick zu behalten. Wer da noch jeden Auftrag im Blick behält, muss Computer-ähnliche Fähigkeiten besitzen. Um zu verhindern, dass man immerzu losrennen muss, um so schnell wie möglich alle priorisierten Aufträge abzuarbeiten, ist dieser Überblick aber Voraussetzung. Auch hier bringen intelligente Planungssysteme Ruhe in die Produktionshalle. Chefaufträge werden nicht kurzfristig dazwischengeschoben, sondern deren Folgen direkt sichtbar. Sie kennen alle Aufträge sowie deren Priorisierung und können vorausschauend planen.

Wissen Sie genau, warum sich das Material vor Ihren Maschinen stapelt?

Und die Fehlteilliste parallel immer länger wird? Das liegt daran, dass bei der Planung mit unbegrenzten Kapazitäten, wie sie herkömmliche PPS/ERP-Systeme umsetzen, immer mehr Aufträge eingeplant werden, als in der Realität tatsächlich umsetzbar sind. Dieser Rückstand muss dann neu eingeplant werden – manuell ist das im komplexen Maschinenbau gar nicht zu bewältigen. Hier kann nur noch ein APS-System helfen, das unter Berücksichtigung aller Rahmenbedingungen alle Aufträge zu einem zentralen Auftragsnetz zusammenführt und ganzheitlich optimiert.

Ihr Ergebnis:

1. Sie haben keine Frage mit Ja beantwortet

Eigentlich kennen Sie Ihre Produktion gar nicht mehr. Sie verbringen viel Zeit in langen Meetings und haben oft das Gefühl, dass der Informationsfluss zwischen Fertigung, Einkauf, Vertrieb und Management trotzdem nicht so richtig ins Laufen kommt. Termintreue ist bei Ihnen in der Produktion dementsprechend noch ein Fremdwort.

2. Sie haben eine Frage mit Ja beantwortet:

Falls Sie nur eine der oben gestellten Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, steht es um Sie und Ihre Produktion nicht sehr gut. Sie haben zwar ein paar Informationen, aber die vollkommene Übersicht über alle Aufträge liegt noch in der Ferne – und somit auch eine hohe Termintreue. Ihre Fertigung braucht eine intelligente Planung. Die Aufgabe einer termintreuen Produktionsplanung mit allen Randbedingungen in der Einzel- und Kleinserienfertigung ist einfach zu komplex, um manuell und via Bauchgefühl gesteuert zu werden.

3. Sie habe zwei von drei Fragen mit Ja beantwortet:

Ein aktueller Informationsfluss in der Produktion sieht anders aus. Aber na gut. Immerhin wissen Sie schon viel über Ihre Produktion. Hier gilt es nun, an diese Informationen anzuknüpfen und sich die absolute Transparenz zu verschaffen. Überlassen Sie Planungsaufgaben intelligenten Systemen und widmen Sie sich gezielt anderen Aufgaben, wie zum Beispiel der Weiterentwicklung interner Prozesse.

4. Sie haben alle drei Fragen mit Ja beantworten:

Sie gehören zu den wenigen Glücklichen, die fast alles über Ihre Produktion wissen. Oder nutzen Sie bereits ein intelligentes Produktionsplanungssystem? Dann ist die Basis für ein zielgerichtetes Shopfloor Management geschaffen. Alle Prozesse und Daten werden aussagekräftig visualisiert. Alle relevanten Daten können zentral am Shopfloor-Board aufgezeigt und Entscheidungen direkt vor Ort getroffen werden. Durch die aussagekräftige Visualisierung der Daten werden Planabweichungen und Probleme direkt sichtbar. Eine verbesserte Abstimmung mit anderen Abteilungen, weniger Zeitaufwand für Meetings und ein schneller Informationsfluss sind das Ergebnis. Eine neue, effizientere Meeting-Kultur entsteht. Weiter so!

 



Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Digitalisierung kennt keine Konjunktur!

Lesen

Digitalisierung in der Fertigung trotz mangelnder Datenqualität – das geht!

Lesen

Predictive Maintenance – wirklich sinnvoll?

Lesen

Über den Autor

  • Luisa Walendy

    Luisa Walendy arbeitet seit 2015 für die INFORM GmbH und schreibt hauptsächlich zu den Themen Produktion und Industrielogistik.

    Alle Beiträge dieses Autors

    Mehr über diesen Autor unter:

Unsere Autoren

Finden Sie alle unsere Autoren auf einen Blick!

Alle Autoren

Nach oben