Neue Erkenntnisse: Social Media in der Logistik

von Ludger Schuh

Zwei Jahre ist es her, da machte die Bundeskanzlerin – nicht ganz freiwillig – Schlagzeilen mit ihren Aussagen über die „Entdeckung“ des Internets. Inzwischen hat sich einiges getan: Die Kanzlerin schätzt Facebook, hat einen eigenen Instagram-Account und gibt dem berühmten Youtuber Lefloid ein Interview. Nein, das Internet ist eben kein #Neuland mehr, sondern für viele Menschen zusammen mit Social Media längst fester Bestandteil ihres privaten Alltags. Auch dass Netzwerke wie LinkedIn oder Xing zunehmend an Bedeutung im Berufsleben gewinnen, ist kein Geheimnis. Doch welche Rolle spielt Social Media in der deutschen Logistik? Lassen sich sinnvolle Werkzeuge für den unternehmensinternen Gebrauch identifizieren und wie werden diese heute bereits eingesetzt? Diesen und weiteren Fragen sind wir in Zusammenarbeit mit der Fachzeitschrift LOGISTIK HEUTE nachgegangen.

In unserer gemeinsamen Umfrage „Social Media in der Logistik“ teilten uns von Dezember 2014 bis April 2015 insgesamt 117 Mitarbeiter und Führungskräfte unterschiedlichster Branchen ihre Einschätzungen über die Relevanz und Verbreitung der digitalen Netzwerke in der Logistik mit. Es handelte sich um die zweite Studie ihrer Art. Bereits im Jahr 2013 hatten wir zu einer ähnlichen Umfrage aufgerufen, deren Ergebnisse wir jetzt zum Vergleich heranziehen können. Eine gute Nachricht vorweg: Das Interesse an der Verwendung der sozialen Netzwerke ist erhalten geblieben. Über ein Drittel der Befragten (36 Prozent 2015, 34 Prozent 2013) nutzen Social Media tatsächlich operativ für ihr Supply Chain Management und 63 Prozent (60 Prozent 2013) schätzen die Netzwerke als „unverzichtbar“ für die Logistik ein.

Fast jedes zweite Unternehmen (63 Prozent) setzt soziale Medien für geschäftliche Zwecke ein. Dabei ist der Anteil der Firmen, die sich für einen Einsatz für interne wie externe Prozesse entschieden haben, auf 40 Prozent (31 Prozent 2013) gestiegen. Vor allem populäre, fest etablierte Kanäle wie Facebook (67 Prozent), Xing (64 Prozent) und YouTube (53 Prozent) werden rege genutzt. Auch die damit unterstützten Tätigkeitsfelder sind vielfältiger als noch vor zwei Jahren. Neben der Öffentlichkeitsarbeit und der Verbesserung von Kundenbeziehungen, sind die Bereiche Wissensmanagement (47 Prozent), Neukundenakquise (45 Prozent) sowie interne Kommunikation (44 Prozent) neu hinzugekommenblog_smergebnisse_grafik

Die Umfrage zeigt jedoch auch Problemfelder und Entwicklungspotenzial für die deutsche Logistik auf. So wollten wir von den Umfrageteilnehmern etwa wissen, welche Gründe Unternehmen haben, soziale Netzwerke nicht in ihre Arbeit miteinzubeziehen und für welche logistischen Bereiche Unternehmen einen besonderen Nutzen erwarten. Dabei besonders auffällig: Für fast jedes zweite Unternehmen (60 Prozent) stellt fehlendes Know-how zum Thema Social Media die größte Hürde dar. Auf der anderen Seite machen Kurier-, Express- und Paketdienstleistungen den Bereich aus, bei dem der größte Anteil der Befragten (65 Prozent) großes Potential durch den Einsatz sozialer Netzwerke sieht.

Da der Erfolg von Social Media-Projekten immer mit einer gut konzipierten Strategie einhergeht, haben wir unseren Fragekatalog 2015 in diese Richtung erweitert. So fragten wir erstmals, mit welchen Zielgruppen sich die Unternehmen zukünftig vorstellen können über Social Media zu kommunizieren. Dass sich gerade mal 6 Prozent keinerlei Kommunikation mittels sozialer Netzwerke vorstellen können, zeigt uns eindeutig, dass die Bedeutung dieser digitalen Werkzeuge auch in der Logistik weiter zunehmen wird und es sich lohnt, über den Einsatz von Social Media für die Branche nachzudenken.

Die ausführlichen Ergebnisse der Umfrage erscheinen am 10. Juli in der Ausgabe 7-8/2015 der LOGISTIK HEUTE – ein Blick hinein lohnt sich!



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Über den Autor

  • Ludger Schuh

    Ludger Schuh († 19.06.2017) war Mitglied der Geschäftsleitung bei der INFORM GmbH. Von 1993 - 2016 war er verantwortlich für die Produkte aus dem Bereich Inventory and Supply Chain. Im Januar 2017 hat er die Aufgaben des zweiten Geschäftsführers der INFORM GmbH übernommen.

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