Nicht nur graue Theorie - Mein HiWi-Job in der Softwareentwicklung

von Vanessa Sack

Ein Interview mit Nina Gehlen

An sich ist ein Informatik-Studium sehr theoretisch. Umso wichtiger ist es, frühzeitig wertvolle Praxiserfahrungen für das spätere Berufsleben zu sammeln. Dieser Meinung ist auch Nina. Sie ist HiWi in der Softwareentwicklung und beschäftigt sich hauptsächlich mit Java- bzw. Backend-Programmierung für unsere Software RiskShield, die zur Betrugsbekämpfung bei Banken und Versicherungen eingesetzt wird. Wie Ninas Arbeitsalltag aussieht und was die studentische Mitarbeit bei INFORM ausmacht, erfahrt ihr im Interview.

Kannst du dich kurz vorstellen?
Ich bin Nina, 21 Jahre alt und studiere Angewandte Mathematik und Informatik im 3. Mastersemester.
Bei INFORM bin ich bereits seit vier Jahren, denn vor meinem Masterstudium habe ich hier das duale Studium zum MATSE absolviert. Ich hatte das Glück, als HiWi weiterhin für INFORM arbeiten zu können und das sogar, ohne das Team wechseln zu müssen.

Was magst du an deinem Team besonders gerne?
Unser Team ist das kleinste in unserem Bereich und besteht aus einem Azubi, zwei Festangestellten und mir. Es ist eine sehr freundschaftliche Arbeitsatmosphäre. Als es noch möglich war, haben wir die gemeinsamen Kaffee- und Mittagspausen genossen – bei schönem Wetter auch mal mit einem Eis auf der Terrasse. Wir sprechen viel über Privates. Außerdem gehen wir sehr offen miteinander um und es ist stets eine Kommunikation auf Augenhöhe.

Wie geht dein Team mit der aktuellen Homeoffice-Situation um?
Da es im Moment nicht mehr möglich ist, kurz etwas über den Schreibtisch hinweg zu fragen oder mal schnell ins Nachbarbüro zu gehen, telefonieren und chatten wir regelmäßig über Microsoft Teams. Wir treffen uns jeden Freitag zum virtuellen Meeting, um uns gegenseitig auf den aktuellen Stand darüber zu bringen, was beruflich und privat in der letzten Woche passiert ist. Daneben veranstaltet unser Bereich regelmäßig eine digitale Kaffee-Pause, zu der alle Kolleginnen und Kollegen eingeladen sind.

Was ist das Coolste an deiner Arbeit?
Dass ich neben dem Testen von Programmiercodes und dem Schreiben von Dokumentationen sehr stark in die Planung neuer Features einbezogen werde. Im Team sammeln wir regelmäßig Vorschläge, was wir Neues entwickeln können. Hier kann ich meine eigenen Ideen einbringen. Natürlich müssen wir dabei immer auch die Wünsche der Kunden berücksichtigen, und abwägen, ob etwas wirklich sinnvoll ist. Generell bekomme ich bei INFORM aber sehr viel Freiraum und habe die Chance, während des Studiums meinen Fußabdruck bei Projekten zu hinterlassen.

Was ist dein aktuelles Projekt?
Derzeit sind es kleinere Features oder Bugs, die ich innerhalb weniger Tage umsetze bzw. behebe. Beispielsweise arbeite ich an einer Warnmeldung, die sich öffnet, wenn im Softwaresystem nicht-kompatible Änderungen gemacht wurden.
Mein letztes größeres Projekt war auch Teil meiner Bachelorarbeit: die Anbindung einer Graphdatenbank, die genutzt wird, um Transaktionsdaten im Zahlungsverkehr zu verarbeiten und Betrugsmuster zu erkennen. Als HiWi habe ich dann später noch weiter daran gearbeitet.

Was ist die größte Herausforderung?
Bei der Entwicklung von Features alle Eventualitäten in Betracht zu ziehen. Ein Kunde kann die Software am Ende beispielsweise ganz anders anwenden als ursprünglich gedacht. Auch als HiWi arbeite ich komplett selbstständig und mit viel Eigenverantwortung. Da ist es äußerst hilfreich, dass wir im Team unsere Codes gegenseitig testen. Oft fällt jemand anderem dann noch etwas auf, was man selbst gar nicht bedacht hat.

Welche Eigenschaften sollte man als HiWi in der Softwareentwicklung mitbringen?
Ein großes Interesse an Mathe und Informatik, keine Angst vor Zahlen und ein logisches Grundverständnis sind unbedingt erforderlich. Sonst macht der Job keinen Spaß. Wer gerne rätselt und tüftelt, ist in der Softwareentwicklung genau richtig: Oft geht es um komplexe Fragestellungen, die man in geduldiger Kleinarbeit löst und für die man passende IT-Lösungen findet.

Was war der Grund, nach der MATSE-Ausbildung noch den Master zu machen?
Ich war immer ganz gerne an der Uni und habe die Zeit dort ziemlich genossen. Nach meiner Ausbildung hatte ich einfach Lust, noch weiter zur Uni zu gehen und mein Wissen zu vertiefen. Mein Studiengang ist eine sehr gute Mischung aus Mathe und Informatik. Die Mathe-Vorlesungen sind zwar oft ziemlich theoretisch, aber die Informatik-Vorlesungen sind sehr praxisnah und ich persönlich kann viel daraus mitnehmen. Durch die studentische Mitarbeit beschäftige ich mich nicht nur mit grauer Theorie, sondern kann meine Kenntnisse direkt in der täglichen Praxis anwenden.

Was hast du bisher bei INFORM gelernt?
Sehr viel! Vor meiner Ausbildung hatte ich so gar keine Ahnung vom Programmieren. Klar, in der Uni programmiert man auch, aber Softwareentwicklung mit allem was dazu gehört habe ich erst so richtig bei INFORM gelernt. Es ist mehr als nur das Aufschreiben von unzähligen Zeilen in Java & Co. In der Praxis gibt es sehr viel, was beachtet werden muss – vom Nutzen der Software über Kundenanforderungen bis hin zum Anwender – und man hinterfragt ständig, ob ein Feature wirklich Sinn macht. Außerdem habe ich bei INFORM erfahren, wie es ist, im Team an einem Projekt zu arbeiten. In der Uni überwiegt meist die Einzelarbeit. Ich habe viel Spaß daran Ideen gemeinsam umzusetzen und ich finde es toll, dass ich von meinem Team lernen kann und umgekehrt.

Woher wusstest du, dass die Arbeit hier das Richtige für dich sein könnte?
Natürlich konnte ich mir mit meinem damaligen Wissen unter den ganzen Themen wie KI, Machine Learning usw. noch nicht so richtig etwas vorstellen. Aber das Thema Betrugsprävention klang für mich äußerst spannend. Den Ausschlag gegeben hat aber letztendlich das Bewerbungsgespräch. Die Atmosphäre war sehr locker und angenehm, ich konnte mein Team kennenlernen und habe mich gleich wohlgefühlt.

Was ist dein liebstes INFORM-Goodie?
Grundsätzlich profitieren die HiWis von denselben Benefits wie die Festangestellten, da gibt es nur ganz wenige Ausnahmen. Als Studentin bin ich sehr froh, dass ich meine Arbeitszeit je nach Vorlesungszeiten flexibel einteilen kann – natürlich immer in Absprache mit dem Team. In Klausurphasen ist es z. B. überhaupt kein Problem, wenn ich mal eine Woche lang auf der Arbeit pausiere und mich stattdessen der Prüfungsvorbereitung widme.

Was war in den letzten sechs Monaten dein besonderer Arbeitsmoment?
Der Release einer neuen Software-Version von RiskShield. Vor der Veröffentlichung ging es hin und wieder etwas stressiger zu, aber die Arbeit hat sich gelohnt. Die Woche nach einem Release ist immer eine schöne Zeit, weil wir dann wieder Zeit und Raum für neue Ideen haben.

Wie sieht dein Plan nach deinem Studium aus?
Das halte ich mir aktuell noch offen. Vielleicht werde ich erst einmal ein halbes Jahr lang durch die Welt reisen und anschließend wieder ins Berufsleben einsteigen. Nichtsdestotrotz hoffe ich, dass ich auch meine Masterarbeit bei INFORM schreiben kann.

Ein Tipp für Bewerber, den du schon immer loswerden wolltest:
Das Internet bietet viele „Dos and Don’ts“ bei Vorstellungsgesprächen. Sei grundsätzlich offen und freundlich, ohne dich zu verbiegen. Sei du selbst und sei dir bewusst, wer du bist mit all deinen Eigenschaften und Einstellungen. Dann strahlst du gleich mehr Ruhe und Selbstsicherheit aus. Denn letztendlich muss die Chemie auf beiden Seiten stimmen.

Du steckst noch mitten im Studium, möchtest Praxisluft schnuppern und wertvolle Erfahrungen für dein späteres Berufsleben sammeln? Hier findest du alles rund um Praktika, Nebenjobs und Abschlussarbeitsthemen für Studierende.



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Über die Autorin

  • Vanessa Sack arbeitet seit Dezember 2019 bei INFORM. Sie ist verantwortlich für den Bereich Personalmarketing und beschäftigt sich mit den Themen Azubi- und Online-Marketing, PR sowie Kooperationen bzw. Sponsorings.

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