Optimierte Logistik im Krankenhaus: Ein Beispiel für soziale Nachhaltigkeit

von Zdravka Ley

Was verstehen Sie unter dem Begriff Nachhaltigkeit? Im alltäglichen Sprachgebrauch geht es dabei vor allem um den Umweltschutz – den ökologischen Aspekt der Nachhaltigkeit. Denn täglich sind wir mit Nachrichten über Umweltkatastrophen konfrontiert: Mit den verwüstenden Bränden in Südeuropa und den kürzlichen Überschwemmungen im Westen Deutschlands rücken die Auswirkungen des Klimawandels nun deutlich näher als zuvor.

Doch Nachhaltigkeit ist viel mehr als Umweltschutz. Neben ökologischen Aspekten spielen auch ökonomische und soziale Ziele eine Rolle. Es geht etwa um Gerechtigkeit, Wohlstand und Sicherheit. In der Mikroökonomie ist der Schutz von Arbeitskräften ein Teilaspekt sozialer Nachhaltigkeit und wirkt sich gleichzeitig positiv auf die Arbeitseffizienz aus. Ein Beispiel der Optimierung logistischer Prozesse in einem Krankenhaus zeigt, wie Software bereits heute das Personal schützt und in dieser überlasteten Branche zur Entlastung beiträgt.

Die drei Säulen der Nachhaltigkeit

Das sogenannte Drei-Säulen-Modell der nachhaltigen Entwicklung wurde in den Abschlussdokumenten des UNO-Weltgipfels in Rio de Janeiro 1992 als Maßstab für Nachhaltigkeit angewendet. Der zentrale Inhalt im Drei-Säulen Modell ist, dass alle drei Säulen – Ökologie, Ökonomie und Soziales - gleichgewichtet und gleichrangig sind. Eine nachhaltige Entwicklung kann demnach nur erreicht werden, wenn alle drei Ziele gleichzeitig, gleichberechtigt und gut abgestimmt umgesetzt werden.

Mit der Agenda 2030 der Vereinten Nationen rücken soziale Nachhaltigkeitsziele zusätzlich mehr in den Vordergrund. Sie fordern etwa den Kampf gegen Armut und Hunger, Bemühungen um hochwertige Bildung oder die Geschlechtergleichstellung und ziehen Unternehmen und Institutionen stärker in die Verantwortung. Doch wie lässt sich soziale Nachhaltigkeit praktisch umsetzen?

Praxisbeispiel: Krankenhauslogistik

Betrachten wir beispielhaft die Prozesse in einem Krankenhaus. Ein Krankenhaus ist wie eine Stadt. Bis zu 300 Transporte von Wäsche, Medikamenten, Proben, Geräten, Essen und den Patienten selbst fallen in einem durchschnittlich großen Krankenhaus an. Da kommen pro Mitarbeiter schon mal 15 Kilometer Fußweg am Tag zusammen. Nirgendwo ist die Logistik näher am Menschen als im Krankenhaus. Doch oft ist es ein Knochenjob.

Soziale Nachhaltigkeit im Krankenhaus definiert sich deshalb über die Arbeitsbedingungen der Mitarbeiter, über die Patientenversorgung sowie die Effektivität des Gesundheitssystems und seiner ausführenden Organe. Soziale Nachhaltigkeit hat in diesem Kontext zum Ziel, Ressourcen (menschliche Arbeitskraft) zu schonen, um die Gesundheit zu fördern. Neben der Förderung einer Work-Life-Balance durch flexiblere Arbeitsschichten sowie Weiterbildungsmöglichkeiten oder etwa Angeboten wie eine betriebsinterne Kita, kann vor allem auch der Einsatz intelligenter Software zu diesem Ziel beitragen.

Digitalisierung: Krankenhauslogistiksysteme schaffen Abhilfe

Krankenhauslogistiksysteme unterstützen dabei, die Wege im Krankenhaus effizient zu gestalten, um das Personal zu entlasten. Jede Leerfahrt und jeder Weg, der eingespart werden kann, bedeutet nicht nur weniger Kosten und Ressourcenaufwand, sondern auch weniger körperlichen Einsatz. Gleichzeitig steigt die Transparenz. Diese Systeme tragen damit entscheidend dazu bei, den scheinbaren Widerspruch zwischen wirtschaftlichen Abläufen und einer qualitativ hochwertigen medizinischen Versorgungsleistung auflösen zu können.

Für das logistische und medizinische Personal im Krankenhaus ergeben sich durch den Einsatz einer solchen Software folgende Vorteile:

  • weniger Leerlaufstrecken,
  • gleichmäßigere Auslastung der Transportmitarbeiter,
  • einfache Unterstützungsanforderung von Kollegen bei schweren Transporten,
  • ein vereinfachter und transparenter Kommunikationsfluss,
  • signifikante Entlastung der Pflege von pflegefremden Tätigkeiten,
  • verbesserte Mitarbeiterzufriedenheit.

Patienten profitieren gleichermaßen von dem Einsatz moderner Software durch:

  • kurze Transportzeiten zu den Untersuchungen,
  • keine Patientenwartezeiten nach der Untersuchung,
  • Erhöhung des Sicherheitsgefühls und
  • Sicherung einer qualitativ hohen Versorgung.

Die besondere Stärke von intelligenten Krankenhauslogistiksystemen liegt darin, auch unvorhergesehene Ereignisse in die Steuerung einfließen zu lassen und die gesamte Transportorganisation innerhalb weniger Sekunden neu zu disponieren. Das vermeidet Stress, erleichtert den Informationsfluss zwischen allen Transportbeteiligten – Patient, Pflege und Transportdienst – und ermöglicht Krankenhäusern, sich ihrer Hauptaufgabe zu widmen: Krankheiten und Leiden zu heilen und zu lindern.

Fazit

Soziale Nachhaltigkeit erfährt häufig noch nicht die notwendige Aufmerksamkeit. Dennoch ist sie ein fester Bestandteil des Bestrebens für mehr Nachhaltigkeit für die Menschheit und unseren Planeten. Ein Teilaspekt sozialer Nachhaltigkeit ist der Schutz von Arbeitskräften und die Entlastung menschlicher Ressourcen in überlasteten Branchen, wie etwa im Gesundheitssystem. Intelligente Krankenhauslogistiksysteme verfolgen wirtschaftliche, aber auch soziale Verbesserungen. Ihre besondere Stärke ist – unter Berücksichtigung einer Vielzahl von Rahmenbedingungen – innerhalb weniger Sekunden die gesamte Transportorganisation neu zu disponieren. So erleichtern sie den Alltag von Mitarbeitern und Patienten.

Sehen Sie Optimierungssysteme auch als ein Bindeglied für mehr soziale Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen, um die Mitarbeiter- und Kundenbindung zu stärken?



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Über die Autorin

  • Zdravka Ley

    Zdravka Ley arbeitet seit 2002 als Marketing Manager bei INFORM und beschäftigt sich mit Themen rund um die Optimierung und Nachhaltigkeit der Lieferlogistik und der innerbetrieblichen Transportlogistik.

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