Optimierungssysteme im Werkstransport auf dem Vormarsch?

von Matthias Wurst

Ergebnisse der INFORM Studie

Der Begriff „Industrie 4.0“ ist bereits seit 10 Jahren das Synonym für die Digitalisierung der Produktion und ein entscheidender Treiber des Wirtschaftswachstums. Die Produktion reagiert zunehmend auf individualisierte Kundenwünsche, was eine neue Organisation und Steuerung der gesamten Wertschöpfungskette voraussetzt.

Dies gilt zunehmend auch für die innerbetriebliche Logistik, die eine zuverlässige Produktionsversorgung gewährleisten muss. Doch welcher Stellenwert im Gesamtprozess wird den innerbetrieblichen Transporten in den Unternehmen überhaupt beigemessen? Wie ist die Logistik-IT heute aufgestellt und wie ausgeprägt ist das Bewusstsein für das Optimierungspotenzial und die Bereitschaft für den Einsatz intelligenter Steuerungssysteme? Diesen Fragestellungen widmet sich die aktuelle INFORM Studie „Intralogistik und Werkstransport 2021: ein Wirtschaftsbereich am Wendepunkt?“.

Kooperation auf Augenhöhe gefragt

121 Fach- und Führungskräfte deutscher Industrieunternehmen haben sich an der Studie beteiligt.
76 Prozent von ihnen sind der Meinung, dass interne Transporte eine hohe oder gar sehr hohe Relevanz für den gesamten Unternehmenserfolg haben.

Doch noch erkennen nicht alle Unternehmen, was ihnen die Arbeit in der innerbetrieblichen Logistik erschwert. Die Produktion, die auf schwankende Bedarfe und immer individuellere Kundenwünsche schnell und flexibel reagieren muss, kann nicht mehr mit einer Intralogistik auf Zuruf auskommen. Zu vernetzt sind die Prozesse beider Bereiche und zu bedeutsam für den Gesamterfolg des Unternehmens.

Die Kommunikation zwischen Logistik und Produktion muss funktionieren. Drei Viertel der Studienteilnehmer halten die Aussage „Die Produktion ist das Kernstück unseres Unternehmens, die Logistik lediglich eine notwendige Nebenaufgabe“ für nichtzutreffend. Eine Kultur der Zusammenarbeit wird gebraucht, sowie geeignete Tools zur Transparenzsteigerung und Steuerung der Prozesse. Doch welche Systeme zur Transportsteuerung werden eingesetzt und können diese der Aufgabe gerecht werden?

Status quo: Transportsteuerung ohne Optimierung

Über zwei Drittel (74 %) der Befragten Unternehmen setzen intern mindestens ein System zur Transportsteuerung ein. Allerdings sind das bei der Mehrheit keine Optimierungssysteme.

Diagramm: Welche Systeme zur Transportsteuerung haben Sie im Einsatz? (n = 121; Mehrfachnennung möglich; © INFORM GmbH)

In der Regel können jedoch nur Optimierungssysteme eine Echtzeitsteuerung und Planung der Transporte gegen real begrenzte Kapazitäten ermöglichen. Ebenso fehlt es ERP- und Warenwirtschaftssysteme an Optimierungslogiken und an der simultanen Berücksichtigung des gesamten Transportauftragsnetzes. Systeme mit intelligenten Optimierungsalgorithmen können aus der spezifischen Situation in der Produktion ad-hoc ableiten, welche Stapler, Routenzüge oder FTS welchen Auftrag als nächstes durchführen sollten, damit das gesamte Auftragsnetz insgesamt optimal bedient wird.

Durch den Einsatz von Optimierungssystemen und die sinkenden technischen Integrationshürden lässt sich das volle Optimierungspotenzial gegenüber einem Einzelsystemansatz immer einfacher realisieren.

Fazit: Es herrscht Nachholbedarf

Die Kundenanforderungen erhöhen die Anforderungen an die Planung und die Reaktionsfähigkeit und damit auch an eine Echtzeit-Steuerung der Werkslogistik. Die Relevanz spezialisierter Logistiksysteme für die Performance des innerbetrieblichen Transportes erkennen 83 Prozent der befragten Unternehmen. Schließlich soll die Logistik nicht nur Brände löschen, sondern mit stabilen Prozessen zur Termintreue und kurzen Lieferzeiten der Produktion beitragen.

Erprobte, skalierbare und vor allem cloud-basierte Spezialsysteme werden in naher Zukunft ein entscheidender Wettbewerbsfaktor für die Effizienz und Resilienz der Werkslogistik sein.

In der aktuellen Studie von INFORM „Intralogistik und Werkstransport 2021: ein Wirtschaftsbereich am Wendepunkt?“ werden der Stellenwert und die Herausforderungen einer zukunftsfähigen Intralogistik genauer beleuchtet.

FORDEN SIE HIER DIE KOMPLETTE STUDIE AN.



Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren

Digitale Stellschrauben für mehr Nachhaltigkeit der Transportlogistik

Lesen

Kosten oder Emissionen? Die Gretchenfrage in der Fahrzeuglogistik

Lesen

Traileryard: Kurze Lkw-Durchlaufzeiten helfen bei Fahrermangel

Lesen

Über den Autor

  • Matthias Wurst

    Matthias Wurst arbeitet seit 2014 bei INFORM und interessiert sich als Head of Business Development  Industrie insbesondere für die Optimierung der Lieferlogistik und interner logistischer Prozesse.

    Alle Beiträge dieses Autors

    Mehr über diesen Autor unter:

Unsere Autoren

Finden Sie alle unsere Autoren auf einen Blick!

Alle Autoren

Nach oben