Produktionsplanung - Drei Gründe, warum Ihr ERP-System nicht genügt

von Andreas Schäfer

Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum Ihr Produktionsplan nie vollständig umsetzbar ist? Und Sie für eine pünktliche Fertigung regelmäßig „Feuerwehreinsätze“ durchführen müssen? Der Grund lautet: Trotz steigender Komplexität in der Produktionsplanung müssen Sie sich auf Ihr ERP- oder MRP-System verlassen – doch dieses stützt sich auf veraltete und starre Berechnungsmethoden. Das Ergebnis ist schlichtweg nicht realisierbar.

Herkömmliche Planungssysteme verfolgen meist eine sukzessive Vorgehensweise, die mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und Kostenoptimalität nicht mehr ausreicht. Daher möchte ich Ihnen in einem weiteren Artikel dieser Beitragsreihe drei Gründe nennen, die für den Einsatz eines intelligenten Add-on-Systems für die Produktionsplanung sprechen.

1)    Verlässlichkeit

Das Planungsergebnis, das Ihnen Ihre ERP- und MRP-Systeme liefern, mag auf den ersten Blick gut und plausibel auf Sie wirken. Doch im Laufe des Planungsprozesses stellen Sie fest: das nötige Material liegt nicht auf Lager! Oder: Die Maschinen sind alle belegt! Dieses Ärgernis legt nicht selten die gesamte Planung auf Eis. Ihre manuelle Planungskunst ist gefragt, um den Schaden durch Verzögerungen in der Produktion so gering wie möglich zu halten. Geschuldet ist diese lückenhafte Planung der Tatsache, dass herkömmliche Systeme gegen unbegrenzte Kapazitäten planen. Das bedeutet: In der Planung wird nicht berücksichtigt, ob das Material zum Fertigungstermin überhaupt verfügbar ist und die Maschinen die gewünschten Mengen produzieren können. Intelligente Add-on-Systeme, die einen simultanen Planungsansatz verfolgen, sind ERP-Systemen hier einen Schritt voraus. Sie berücksichtigen diese wichtigen Informationen schon im ersten Planungsschritt simultan. Die Zeit, die Sie früher für manuelle Umplanungen benötigten, können Sie durch den Einsatz eines Add-ons gewinnbringend für wichtigere Aufgaben einsetzen.

2)    Ganzheitlichkeit

ERP-Systemen fehlt häufig die nötige Weitsicht in der Produktionsplanung. Die isolierte Betrachtung von Zielen und Herausforderungen innerhalb des Unternehmens sorgt dann für ein Spannungsfeld zwischen Wirtschaftlichkeit, Liefertermintreue, restriktiven Kapazitäten und Materialverfügbarkeit. Das Algorithmen-basierte Verfahren der simultanen Produktionsplanung plant ganzheitlich. Das bedeutet: Vertrieb, Produktion und Beschaffung arbeiten gemeinsam an der Erstellung eines Fertigungsplans – in nur einer Software und ganz ohne den intransparenten Austausch externer Planungshilfen wie z.B. Excel-Listen. Ein klarer Vorteil von Add-on-Systemen, die simultan planen. Denn sie bringen widersprüchliche Ziele in Einklang: hohe Kundenzufriedenheit bei gleichzeitig niedrigen Prozesskosten.

3)    Flexibilität und Präzision zugleich

MRP-Systeme berechnen bereits in der Durchlaufterminierung und dem Kapazitätsausgleich fixe Start- und Endtermine für die Produktionsaufträge. Da aber viele Fertigungsschritte davor schon nicht eingehalten werden können, sind häufig Umplanungen notwendig. Die Produktions­planung braucht also mehr Flexibilität für die operative Fertigung. Intelligente Add-on-Systeme setzen aus diesem Grund auf die so genannte Bucket-Logik. Die Produktionsaufträge werden in diesem Verfahren in einem „Wocheneimer“ (Bucket) terminiert und im ersten Schritt nicht bis auf den konkreten Auftrag auf der Maschine geplant. Das schafft die nötige Flexibilität, um in einem Vorlauf zur Produktion Änderungen auch spontan und trotzdem problemlos vorzunehmen. Erst, wenn die Planung vorangeschritten ist, werden die Aufträge in einer Feinplanung ganz konkret auf die verfügbaren Ressourcen verteilt.

Es ist Zeit für eine neue Ära der Produktionsplanung

Die simultane Planung des Fertigungsprogramms war aufgrund der geringeren Leistungsfähigkeit von Algorithmen und Hardware lange nur ein theoretisches Konzept. Es war lange praxisuntauglich, weil bestehende Lösungsverfahren viel zu hohe Rechenzeiten benötigten. Daher probierte man viele Vereinfachungen zur Reduzierung der Rechenzeit aus, welche aber auch schlechtere Planungsergebnisse lieferten. Durch den Fortschritt in der Entwicklung praxistauglicher Algorithmen und erhöhter Pro­zessorleistung fanden praktische Anwendungen in Form von Add-on-Systemen daher erst in den vergangenen Jahren Eintritt in die Unternehmen.

Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen simultan planende Add-ons heute bieten und leben Sie nicht länger mit den limitierten Planungsmöglichkeiten herkömmlicher ERP- und MRP-Systeme.



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Über den Autor

  • Andreas Schäfer

    Andreas Schäfer arbeitet seit 1999 bei der INFORM GmbH und unterstützt im Rahmen seiner Tätigkeit als Vertriebsleiter im Geschäftsbereich Inventory & Supply Chain Interessenten im Entscheidungsprozess bei der Auswahl für ein intelligentes Optimierungswerkzeug.

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