„Schlaue“ Software und innovative Ideen für die Handelslogistik von morgen

von Kristina Pelzel
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Automatisierung, Omnichannel und Transportoptimierung – dies sind einige der Top-Themen, welche die Handelslogistik aktuell beschäftigen. Themen, bei denen schnell deutlich wird, worauf der Fokus liegt: Zukunftsfähigkeit. Die Handelslogistik des 21. Jahrhunderts setzt auf innovative Technologien und nachhaltige Strategien, um der wachsenden Komplexität logistischer Prozesse und ihrer ressourcen- und kostenoptimalen Ausrichtung gerecht zu werden. Betrachten wir die drei oben genannten Themen doch einmal im Detail:

Zukunftsfähigkeit durch Automatisierung

Künstliche Intelligenz und Industrie 4.0 verändern Handel und Logistik und stellen die gesamte Supply Chain unweigerlich auf den Kopf. Während intelligente Regale in der Lage sind, ihren Nachschub selbst zu bestellen, Container ihre Ladung eigenständig organisieren und Behälter mitteilen können, was aus ihnen zu entnehmen ist, übernehmen Menschen die Aufgabe, die Abläufe der Supply Chain 4.0 zu planen, zu überwachen und zu vernetzen. Intelligente und selbstlernende Systeme entlasten den Menschen von Routinetätigkeiten und räumen ihm mehr Freiraum ein, sich auf strategische Aufgaben zu konzentrieren. Der Einsatz Künstlicher Intelligenz und Maschinellen Lernens bietet vielfältige Vorteile, wenn es um die Verbesserung von Geschäftsprozessen geht. „Schlaue“ Software hilft bei der Analyse von Daten, der Prognose von zukünftigen Bedarfen und ist in der Lage, Entwicklungen nachzuverfolgen und daraus zu lernen. So bietet Software, ausgestattet mit intelligenten Algorithmen aus dem Bereich des Operations Research, wie die Softwarelösungen von INFORM, Automatisierungsmöglichkeiten und Problemlösungen für ein zukunftsfähiges Supply Chain Management. „Schlaue“ Add-on-Systeme für Disposition und Beschaffung ergänzen klassische IT-Systeme und können beispielsweise durch intelligente Prognosen und dynamische Bedarfsdeckung automatische Bestellungen vornehmen.

Der Wandel zum Omnichannel-Händler

„Trend ist der Wandel vom Multichannel- zum Omnichannel-Händler“, meinte Hendric Fiege, Geschäftsführer der Fiege X Log GmbH, vergangenen Monat in seinem Vortrag auf dem 25. Handelslogistik Kongress in Köln. Auf dem vernetzten Marktplatz der Zukunft wird Kunden ein kanalunabhängiges Einkaufen geboten, das die Benefits von stationärem Handel und eCommerce fusioniert. Die Weiterentwicklung vom Multichannel- zum Onmichannel-Modell stellt die gesamte Handelslogistik vor neue Herausforderungen. Konsumenten können ihre Einkäufe jederzeit mit einem einfachen Klick online tätigen. Dementsprechend muss eine Vielzahl an Aufträgen, die teilweise nur aus wenigen Artikeln bestehen, schnellstmöglich versandbereit sein. Ein Grund mehr dafür, dass Unternehmen ihr Bestandsmanagement zukünftig flexibler gestalten, um Artikel immer zum richtigen Zeitpunkt auf Lager zu haben und Kunden somit stets zum gewünschten Termin beliefern zu können. Dabei sorgen Add-on-Systeme wie add*ONE dafür, dass der Lagerbestand möglichst niedrig gehalten wird und gleichzeitig so hoch wie eben nötig ist.

Optimierung von Transportkosten und der „letzten Meile“

Der Transport ist ein enormer Kostenfaktor in der Handelslogistik, weswegen Händler auf verschiedenste Maßnahmen zurückgreifen, um ihre Transportkosten zu optimieren und gleichzeitig keine Einbußen in der Lieferfähigkeit zu riskieren. Die Ergebnisse einer aktuellen EHI-Studie zeigen, dass dem Einsatz von Tourenplanungssystemen eine besonders große Bedeutung zukommt. Diese Systeme gruppieren Aufträge zu Touren und definieren zudem, in welcher Reihenfolge die Aufträge innerhalb einer Tour abgearbeitet werden. Dadurch kann die Anzahl von Fahrzeugen im Einsatz reduziert werden. Zudem ermöglicht eine Tourenplanung, Zeit und Strecke während des Einsatzes sowie den CO2-Ausstoß zu verringern. Es gibt auch ganz disruptive Ansätze, wie etwa die Entlastung der „letzten Meile“ in London. Die Idee ist, dass ein Päckchen nicht mehr bis zur Haustüre geliefert wird, sondern der Paketdienstleister die Ware an einem vereinbarten Übergabeort an einen zivilen Hobby-Postboten übergibt. Dieser kommt auf seinem Weg zur Arbeit möglicherweise sowieso am Zustellort vorbei und kann die Lieferung zu Ende bringen. Eine spannende Idee, die Vertrauen in unsere Mitmenschen voraussetzt.

Fazit

Ob es nun künftig normal sein wird, mit einem intelligenten Regal zu sprechen oder das Päckchen für den Nachbarn selbst zuzustellen und welche innovativen Veränderungen die Zukunft der Handelslogistik noch für uns in petto haben wird, werden wir sehen. Fest steht, dass intelligente Software sowohl Vorteile hinsichtlich einer nachhaltigen Steigerung der Wirtschaftlichkeit von Unternehmen bietet, als auch  zur Fokussierung wertvoller Mitarbeiterressourcen beiträgt. Die Bedeutung „schlauer“ Software wird zudem deutlich in Anbetracht neuer Herausforderungen wie Omnichannel. Schließlich birgt dieser Trend nicht nur für die Handelslogistik neue, komplexe Aufgaben, sondern wird auch das Bestandsmanagement in Zukunft zunehmend auf die Probe stellen und neue Strategien erforderlich machen.



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Über den Autor

  • Kristina Pelzel

    Kristina Pelzel unterstützt im Rahmen ihrer Tätigkeit als Senior Vertriebsbeauftragte der INFORM GmbH Interessenten im Entscheidungsprozess bei der Auswahl für ein intelligentes Optimierungswerkzeug. Die Bereiche Absatzplanung, Bestandsoptimierung und Stichprobeninventur sind ihre Themenschwerpunkte. 

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