Self-Service-Business Intelligence: Entlastung in seiner schönsten Form

von Jens Siebertz
Maschine Woddward L`Orange

Die Bedrohung von Arbeitsplätzen durch die Digitalisierung ist derzeit heiß diskutiert. Die Angst, den eigenen Arbeitsplatz an einen Roboter oder den Computer zu verlieren, bewegt gerade viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen. Besonders der deutsche Maschinen- und Anlagenbau sieht seine Mitarbeiter durch die Revolution namens Industrie 4.0 bedroht. Doch besteht nicht auch die Möglichkeit, dass intelligente Systeme unseren Arbeitsalltag effizienter gestalten und unser Aufgabenumfeld lediglich umformen anstatt uns vollständig zu ersetzen?

Gerade in der Produktionsplanung im Maschinenbau ist der Datenberg durch die reine manuelle Bearbeitung kaum noch in den Griff zu kriegen. Eine Digitalisierung ist hier zwingend notwendig, daher nehmen „Business-Intelligence"-Anwendungen vermehrt Einzug in die Branche und deren Fertigungsplanung. Denn Fakt ist: Computer können eine Menge an Daten aufnehmen, die ein Mensch nur selten in derselben Zeit verarbeiten kann. Diese Tatsache musste auch der Maschinenbauer L´Orange erfahren. Als Unternehmen der Rolls-Royce Power Systems AG entwickelt, produziert und vertreibt L'Orange seit über 80 Jahren weltweit Einspritzsysteme für Großmotoren. Mit seinen über 1.000 Mitarbeitern realisiert der Maschinenbauer kundenspezifische Systemlösungen, die in der eigenen Fertigungsplanung zur massenhaften Ansammlung von Daten führen.

Um dennoch eine gute Grundlage für wichtige unternehmerische Entscheidungen zu haben, musste L´Orange seine zahlreichen Daten aus verschiedenen Quellsystemen gezielt auswerten. Diese Auswertung würde per Excel oder über entsprechende Programmierungen in SAP einen enormen manuellen Aufwand bedeuten. Es wurde also nach einer Lösung gesucht, die einen direkten und schnellen Zugriff auf ausgewählte Zahlen ermöglicht, um die Fertigung optimal zu planen oder Ursachen von Verzögerungen leicht finden zu können.

Aufgrund des hohen Aufwands hat der heutige INFORM Kunde L´Orange vor dem Einsatz des BI-Tools seine Berichte zum Teil nur einmal im Monat erstellt. Seit der Einführung der BI-Lösung können alle Mitarbeiter nun tagesaktuell die für sie relevanten Daten auswerten, und das auf Knopfdruck. Ein Mitarbeiter berichtet, er habe durch diese Entlastung pro Monat etwa vier Arbeitstage mehr zur Verfügung, die er für andere Aufgaben nutzen kann.

Die richtige Partnerwahl ist entscheidend

Die Mitarbeiter von L´Orange sollten durch ein flexibles Tool selbstständig auf einer einheitlichen Datenbasis arbeiten können. Wichtig dabei war, die Selbstständigkeit der Anwender zu erhöhen sowie Analyse- und Reporting-Prozesse zu beschleunigen. Dafür musste aber auch die nötige Akzeptanz für solche Anwendungen geschaffen werden.

Bei L´Orange war die Skepsis der Mitarbeiter unter anderem dadurch bestimmt, dass die erste Zusammenarbeit mit einem BI-Dienstleister nicht ohne Komplikationen verlief. Anforderungen des Unternehmens wurden nur kaum lösungsorientiert realisiert. Oft ist es neben technologischem Know-How besonders wichtig, dass der Berater zur Bewältigung spezieller Herausforderungen, wie die der Produktion im Maschinen- und Anlagenbau, fundierte Branchenerfahrung besitzt. Nur so kann er die Anwendung optimal an die spezifischen Kundenanforderungen anpassen.

Nach ersten Negativerfahrungen war das Vertrauen der Mitarbeiter in eine Self-Service-Anwendung erschüttert. Heute, nach der erfolgreichen Einführung der BI-Lösung Qlik durch den Manufacturing Expertise Partner INFORM wächst die Zahl der User stetig. Sowohl die Geschäftsleitung, Mitarbeiter der Produktion, im Controlling, in der Qualitätssicherung und im Einkauf bei L´Orange nutzen die Anwendung gerne. Dabei stehen die Ermittlung und Analyse von Kennzahlen aus dem Produktionsumfeld im Vordergrund. Konkret gehören dazu etwa Bestände, Liefertreue zum Kunden, Nacharbeitsquote, Durchlaufzeiten, Kapazitätseffizienz, Gesamtanlageneffizienz und Umlaufbestand. Die Geschäftsführung nutzt ein Management-Dashboard für den schnellen Überblick.

Fazit

Self-Service-BI-Anwendungen ermöglichen mehr Autonomie über die verschiedenen Abteilungen eines Unternehmens hinweg. Berichte, Analysen und Planungen können wesentlich selbständiger umgesetzt und die Fachkompetenz im Unternehmen priorisiert für die Interpretation der aufbereiteten Daten genutzt werden. L´Orange hat bereits gezeigt, wie sich diese Anwendungen in der Praxis erfolgreich einsetzen lassen.

Zusammenfassend sorgen Self-Service-Tools für Business Intelligence für weniger Aufwand in der Kennzahlengenerierung und Analyse, höhere Informationstransparenz und kürzere Reaktionszeiten sowie eigenständige, bedarfsgerechte Auswertungen von Daten in den einzelnen Fachabteilungen oder auf Geschäftsführungsebene. Eine einfache und intuitive Handhabung, die Möglichkeit, mobil auf Daten zuzugreifen sowie die Schnelligkeit der Datenanalyse erleichtern Anwendern die Akzeptanz von intelligenten Systemen, entlasten sie so von monotoner Arbeit und ermöglichen die Konzentration auf strategische und innovative Aufgaben. In diesem Zusammenhang beweist sich die Digitalisierung als Wettbewerbsvorteil und Jobmotor und bedeutet nicht den Wegfall des eigenen Arbeitsplatzes.

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Über den Autor

  • Jens Siebertz

    Jens Siebertz arbeitet seit 2003 bei der INFORM und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themenschwerpunkten Business Intelligence, Management Reporting, Data Analysis und Produktionscontrolling.

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