Traditionsbranche Maschinen- und Anlagebau – aktuelle Situation und Aussichten

von Stipo Nad
Blue medical mask for protection against virus and other diseases. On the mask, the red color indicates the graph of the fall. Financial collapse. Market decline. Concept.
(c) Dina Damotseva - Getty Images

Die aktuelle Krise stellt den Maschinen- und Anlagenbau bekanntermaßen vor große Herausforderungen. Die anhaltende Auftragsflaute zeichnet ein düsteres Bild für die letzten Wochen. So beurteilt laut VDMA ein Großteil der deutschen Maschinenbauer die aktuelle Geschäftslage entsprechend der Erwartungen weiterhin als schlecht.

Das Ergebnis der Blitzumfrage zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise von Anfang Juli zeigt, dass 45 Prozent der Unternehmen merkliche Auftragseinbußen hinnehmen mussten. 34 Prozent der Befragten bezeichnen die Auswirkungen sogar als gravierend. Dennoch sieht die Branche optimistisch in die Zukunft. 60 Prozent der VDMA-Mitglieder rechnen bereits für das kommende Jahr wieder mit nominalen Umsatzsteigerungen. VDMA-Chefvolkswirt Wiechers warnt jedoch, dass dieser Optimismus häufig erwartungsgetrieben und dementsprechend sehr fragil sei. Außerdem sei zu berücksichtigen, dass über die Hälfte der Unternehmen für dieses Jahr Umsatzeinbußen von 10 bis 30 Prozent erwarten.

Auch das Maschinenbau-Barometer der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) bestätigt ein weitaus pessimistischeres Bild: Laut der Umfrage schätzt die Mehrheit der befragten Maschinenbau-Manager die Entwicklung der deutschen Wirtschaft in den kommenden 12 Monaten negativ ein, im Durchschnitt rechnen die Befragten mit einem Minus von 17,6 Prozent für die Gesamtbranche und 10,6 Prozent für das jeweils eigene Unternehmen.

Aktuell noch schlechte Zahlen

Inzwischen sind nur noch gut 10 Prozent der Unternehmen von Störungen durch die Krise entlang der Lieferketten beeinflusst. Dennoch beeinträchtigen Reise- und Aufenthaltsbeschränkungen für verschiedene Länder sowie Gesundheits- und Hygieneauflagen auch weiterhin Vertriebs-, Montage- und Serviceaktivitäten.

Auch Kapazitätsanpassungen wie Kurzarbeit und Einstellungsstopp werden weiterhin eingesetzt, um den Auswirkungen der Krise entgegenzuwirken. 68 Prozent der Betriebe nutzen Kurzarbeit, 62 Prozent haben einen Einstellungsstopp verhängt und 17 Prozent einen Personalabbau bereits eingeleitet.

Hinzukommt eine starke Ungewissheit der Firmen über die weitere Entwicklung des Virus sowie dessen Auswirkungen.

Ein Blick in die Zukunft

Bis das Umsatzniveau von 2019 wieder erreicht sein wird, ist es dementsprechend noch ein langer Weg. Gerade deshalb ist es jetzt Zeit, dass Unternehmen ihren Blick in die Zukunft richten, um sich bereits während der Krise Wettbewerbsvorteile für die „Zeit danach“ zu sichern. Und zur Zukunft gehören bekanntlich auch Technologien. Doch welche Technologien beeinflussen die Zukunftssicherheit der Traditionsbranche Maschinen- und Anlagenbau? In einem Trendreport der INFORM wurden hierzu 120 Fach- und Führungskräfte befragt.

Ein Großteil der Umfrageteilnehmer (62 Prozent) sieht das Thema Big Data/Datenanalyse mit deutlichem Abstand als wichtigste Voraussetzung für den weiteren Erfolg von Unternehmen im Maschinen- und Anlagenbau. Die Bedeutung von Daten scheint somit in den Unternehmen erkannt und dessen Nutzung als wichtiger Wettbewerbstreiber identifiziert.

Es folgen die intelligent vernetzte „Smart Factory“ mit 55 Prozent sowie Künstliche Intelligenz und der digitale Zwilling mit jeweils 48 Prozent. Knapp dahinter wurden der 3D-Druck (45 Prozent), der auch laut Report aktuell am häufigsten bereits in den Unternehmen eingesetzt wird, und IoT (43 Prozent) als wichtige Technologien genannt. Die Befragten gaben außerdem an, dass das Bedürfnis nach einer verbesserten Produktionsplanung und nach datenbasierten Entscheidungen in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werden. Intelligente APS-Systeme bieten hier im Gegensatz zu herkömmlichen ERP-Systemen bereits eine Lösung, indem sie die wichtige Entscheidungsfrage, wann welche Fertigungsprozesse mit welchen Ressourcen und zu beschaffenden Teilen realistisch einzuplanen sind, beantworten. Sie sind außerdem ein sinnvoller Startpunkt für Digitalisierungsprojekte, da sie Transparenz über alle relevanten Fertigungsprozesse sowie abteilungsübergreifende Abläufe schaffen.

Fazit

Die aktuelle wirtschaftliche Situation des deutschen Maschinen- und Anlagenbaus ist aufgrund der Corona-Krise schlecht und die weitere Entwicklung derzeit noch ungewiss. Dennoch sollten Unternehmen bereits jetzt wichtige strategische Entscheidungen bezüglich Digitalisierungsprojekten treffen, um nach der Krise gut aufgestellt zu sein und möglichst effizient produzieren und planen zu können. Intelligente Produktionsplanungssysteme sind ein guter Startpunkt, da sie schnelle Ergebnisse in der Kosten- und Aufwandsreduktion erzielen - ein wichtiger Vorteil in dieser schwierigen Zeit.

Sprechen Sie mich gerne an, wenn Sie Fragen zu einer intelligenten Produktionsplanung haben! Bleiben Sie gesund!

Lesen Sie hier weitere Ergebnisse des Trendreports „Der Maschinen- und Anlagenbau 2020: Eine zukunftssichere Branche in Deutschland?“



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Über den Autor

  • Stipo Nad

    Stipo Nad ist seit 2001 bei der INFORM GmbH tätig und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themenschwerpunkten Advanced Planning & Scheduling, Produktionsplanung sowie Business Intelligence.

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