Trend-Technologien in der innerbetrieblichen Logistik – ein Widerspruch?

von Luisa Walendy

Wenn am Anfang des Jahres Trendberichte die Newsfeeds dieser Welt einnehmen, gibt es auch Branchen, in denen es etwas stiller zugeht. Hier spielen Buzzwords wie Blockchain oder Artificial Intelligence in der Praxis einfach noch keine große Rolle, zu groß ist noch die Entfernung vom Einsatz solcher Trend-Technologien zu der Realität. Ein Bereich, in dem diese Kluft noch weit ist, ist die innerbetriebliche Logistik. Telefon und die eigene Stimme werden hier in den Lager- und Produktionshallen oft häufiger eingesetzt als Smart Devices und intelligente Systeme.

Gerade kleine Unternehmen scheuen oft digitale Prozesse – ein Gegenbeispiel

Für die Einführung neuer Technologien ist es zunächst wichtig, einen Status Quo der Digitalisierung in der eigenen innerbetrieblichen Logistik aufzunehmen, um zu sehen, welcher nächste Schritt sinnvoll ist. Insbesondere kleinere produzierende Unternehmen gehen meist davon aus, dass sich eine Digitalisierung und die damit verbundene Strategie erst ab einer hohen Anzahl von Transporten und Transportmitteln lohnt.

Das dies nicht immer der Fall ist, zeigt ein Beispiel. Die Hermle AG, Spezialist für die Herstellung von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren, optimiert ihren Werksverkehr mit einem Transportleitsystem. Bei der Maschinenfabrik sind zwar nur zwei Stapler im Einsatz, aber sie wickeln monatlich bis zu 3.000 Transporte ab – dank intelligenter Software jetzt auch pünktlich.

Die Fräsmaschinen müssen häufig je nach Kunde individuell konfiguriert werden. Das können bis zu 2.300 Einzelmaterialien pro Maschine bedeuten und einen dementsprechend komplexen Produktionsablauf. Eine sichere Produktionsversorgung ist hier das A und O, um den sehr fein getakteten Produktionsablauf nicht zu behindern. Das spüren in der täglichen Arbeit vor allem die Fahrer: Sie sind es, die alle Terminals und die spontan entstehenden Transportaufträge ständig im Blick haben müssen. Transparente Prozesse sorgen hier für eine Erleichterung für die Fahrer und langfristig für weniger Leerfahrten bei höherer Termintreue.

Nicht immer ist ein aufwändiges IT-Projekt nötig

Die Hauptherausforderung lag für das Unternehmen darin, dass Projekt und dessen Einführung ohne hohe Investitionskosten und lange Einführungsphase durch eine aufwändige Serverinstallation umzusetzen. Ein flexibles und reaktionsfähiges System war gewünscht. Das Unternehmen entschied sich für ein Cloud-basiertes System. Dadurch war es möglich, die Investitionskosten so gering wie möglich zu halten und sich der Einsatz auch für Unternehmen mit wenigen Transporten lohnt.

Im Fall der Hermle AG kann jeder Mitarbeiter einer Abteilung jetzt Transportaufträge mit wenigen Klicks initiieren. Die Transportaufträge erreichen die Fahrer bereits priorisiert an den Terminals an ihrem Stapler. In dem konkreten Beispiel bedeutet die Systemeinführung eine Arbeitsersparnis von etwa 25 Prozent. Denn die Mitarbeiter können sich jetzt wieder voll und ganz auf die eigentliche Kernaufgabe - das Transportieren - konzentrieren, anstatt stundenlang Material zu suchen und sich gegenseitig hinterherzurufen oder zu telefonieren. Jeder Beteiligte weiß dank der zentralen Datenverwaltung immer, wo sich welcher Transportauftrag mit welcher Priorität befindet. Eine effiziente Zuteilung der Transportaufträge führt zu einem geringeren Anteil an Leerfahrten und die Termintreue insgesamt steigt.

Fazit

Viele Schlagworte und Trends spielen für die innerbetriebliche Logistik in Unternehmen oft noch keine Rolle. Veränderung tritt hier selten ein und lang angewendete, aber nicht unbedingt bewährte Vorgehensweisen, bleiben oft in der täglichen Arbeit trotz Ineffizienz verankert. Dennoch ist es an der Zeit, auch hier für digitale und folglich effiziente Prozesse aufzurüsten. Nur mit Hilfe intelligenter Systeme kann eine Transparenz über die gesamte Transportsituation im Unternehmen gesichert werden. Das Ergebnis in der innerbetrieblichen Logistik sind eine bessere Ressourcenauslastung und weniger Leerfahrten. Cloud-basierte Lösungen bieten auch kleineren Unternehmen mit wenigen Transporten und Transportmitteln eine Möglichkeit, ihren Werksverkehr ohne hohe Kosten und ein langwieriges Projekt zu optimieren. Das Beispiel der Hermle AG hat gezeigt: Der Einsatz innovativer Technologien in der innerbetrieblichen Logistik muss kein Widerspruch sein.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie die Hermle AG ihre innerbetrieblichen Transporte optimiert? Dann fordern Sie den kompletten Erfolgsbericht gerne hier an. 



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Über den Autor

  • Luisa Walendy

    Luisa Walendy arbeitet seit 2015 für die INFORM GmbH und schreibt hauptsächlich zu den Themen Produktion und Industrielogistik.

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