Unplanbares planbar machen

Viele Prozesse erscheinen auf den ersten Blick unendlich komplex und prinzipiell unplanbar. Zu viele Randbedingungen sind zu beachten, zu verschlungen sind Wechselwirkungen der Aktions- und Reaktionsketten, zu kurz sind die Zyklen, in denen geplant und entschieden werden muss.

Deshalb sind in Produktion, Logistik und anderen Bereichen mit komplexen Abläufen „Macher“ gefragt, die mit Erfahrungswissen, Excel, Block und Bleistift Ecktermine planen und managen. Der Preis für diese händische Art, mit Komplexität umzugehen, ist hoch: Die Planungskompetenz hängt an Personen, die Prozesse bleiben intransparent und die Ablaufsteuerung bleibt notwendigerweise unvollkommen: Termine können nicht eingehalten werden, Abhängigkeiten werden übersehen, die Koordination und Synchronisierung der Prozessbeteiligten und der Ressourcen funktionieren nicht.

Die Möglichkeit, dass diese Prozesse vielleicht doch anders planbar sind, wird meistens nicht gesehen, weil sie nicht nur als zu komplex, sondern auch als zu speziell angesehen werden.

Doch die Praxis zeigt, intelligente (IT-) Verfahren machen Unplanbares planbar.

Ein typisches Beispiel dafür ist der Spezialmaschinenbau. Hier entstehen zum Teil riesige Maschinen mit Tausenden von Teilen. Welche Teile das genau sind, wo sie herkommen und wo sie in den Maschinen am Ende arbeiten, stellt sich erst im Entstehungsprozess heraus. Die Produktionsprozesse sind im doppelten Sinne einzigartig: Einzigartig in dem Sinne, dass jedes Unternehmen einzigartige Basis-Prozesse verfolgt. Einzigartig in dem Sinne, dass jede individuelle Maschine durch einen einzigartigen Prozess entsteht.

Die Fertigungsabläufe und das daran hängende Auftragsnetz sind darüber hinaus überaus komplex und verändern sich stetig: Termine werden überschritten, Lieferanten liefern nicht, Maschinen fallen aus, Mitarbeiter werden krank. Das Ganze ist ein sensibles Netz, das jederzeit in sich zusammenfallen kann.  ERP-Systeme helfen auch nicht, weil sie entscheidende Faktoren solcher Prozesse nicht berücksichtigen, etwa dass die Kapazität von Fertigungsressourcen beschränkt ist.

Die erste Aussage, wenn wir behaupten, die Prozesse seien durch intelligente Systeme planbar, ist deshalb immer: „Unmöglich, wir sind zu einzigartig. Bei uns kann keine Software funktionieren, hat sie bisher auch schon nicht.“

Bislang ist es uns jedoch noch jedes Mal gelungen, auch die Fertigung des komplexesten Produkts transparent und planbar (er) zu machen. In vielen Fällen können die Unternehmen dann erstmals rückstandsfrei, ohne Fehlteilkonflikte und effizient produzieren. Sie sind in der Lage, Kundentermine besser einzuhalten und Bestandspuffer abzubauen, weil die Aufträge kontrolliert und ohne Stockungen fließen, unvorhergesehene Engpässe nicht mehr drohen.

Der Schlüssel dafür sind entscheidungsintelligente Software-Lösungen. Sie können mit intelligenten Verfahren anders als Menschen mit unendlichen vielen, mehrdimensionalen Randbedingungen planen, sie durchrechnen und verschiedene Wenn-dann-Szenarien durchspielen – auch in Echtzeit.  Und über die Randbedingungen lassen sich beliebig komplexe Prozesse abbilden und damit auch planen.

Eine entscheidungsintelligente Software kann 80 bis 90 Prozent komplexer Planungsprozesse, die bislang unplanbar erschienen, selbstständig und automatisiert übernehmen. Der Mensch kann sich dann in seiner knappen Arbeitszeit darauf konzentrieren, die 10 bis 20 Prozent zu erledigen, die eine IT-Lösung nicht liefern kann.

So machen entscheidungsintelligente Lösungen das vordergründig Unplanbare planbar. Und das gilt nicht nur für das hier beschriebene Beispiel …



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