Von der Floppy Disk zur Cloud – eine Zeitreise durch die Speichermedien

von Luisa Walendy
Disketten

Haben Sie sich das Bild angesehen und mussten auch unweigerlich an eine Zeit denken, die schon eine ganze Weile zurückliegt? Das könnte daran liegen, dass die erste Diskette bereits 1971 auf den Markt gebracht wurde. Die „Floppy Disk" feiert nämlich dieses Jahr ihren 45. Geburtstag. Floppy - wabbelig - übrigens, weil sie in ihrer älteren Version mit einer biegsamen Hülle aus dünnem Kunststoff überzogen war. Erst später wurde das starre Kunststoffgehäuse eingesetzt. Die Markteinführung der Diskette war nach Lochkarte und Magnetstreifen ein richtiger Meilenstein in der Entwicklung der Speichermedien. Denn mehr als 20 Jahre hat es gedauert, bis die breite Masse dann später auf CD brennen konnte - erst im Jahr 2000 wurde der Brenner zur Massenware. Doch spätestens nachdem Flash-Speicher günstig und somit massentauglich wurden und die meisten Computer mittlerweile problemlos USB-Sticks lesen sowie beschreiben können, hat die Diskette heute praktisch keine Bedeutung mehr.

Dennoch findet sie - obwohl die letzte Generation der Disketten bereits 1981 auf den Markt gebracht wurde - heute immer noch in seltenen Fällen tatsächlich Anwendung: 2015 wurden in Norwegen noch Patientendaten per Diskette auf dem Postweg an Behörden gesendet und auch die Deutsche Bahn übermittelt Informationen über Sitzplatzreservierungen via Diskette in die Züge. Aber auch diese raren Anwendungsfälle werden in den nächsten Jahren vermutlich weiter schwinden.

Wo sind wir heute angekommen?

In Zeiten der Digitalisierung und intelligenter Systeme speichern wir unsere Daten heute normalerweise auf anderen Wegen ohne Diskette. Hier sind wir heute angekommen: In der Cloud - eine Wolke aus Daten, die für viele gar nicht mehr greifbar ist. Vielleicht wünschen sich einige Nostalgiker sogar ein griffiges Format wie die Diskette zurück. Doch der Fortschritt nimmt keine Rücksicht auf Erinnerungsromantik. Die Geschäftswelt erlebt zurzeit einen Umbruch, Globalisierung und das damit einhergehende permanente Auftreten von Disruption erfordert ein hohes Maß an Flexibilität. Und natürlich die Fähigkeit, große Datenmengen zu verarbeiten, Stichwort Big Data. Dass Speichermedien wie Disketten oder CDs hier an ihre Grenzen stoßen, dürfte wohl kein Geheimnis sein. Die Cloud hingegen bringt die für aktuelle Anwendungen nötige Flexibilität mit sich. Denn Cloud Computing ermöglicht, dass Daten nicht mehr im lokalen Rechenzentrum gespeichert werden müssen. Auch die Ausführung von Programmen, die nicht auf dem lokalen Arbeitsplatzcomputer oder Server installiert sind - sondern in der Wolke - ist möglich. Voraussetzung für die reibungslose Nutzung ist lediglich eine schnelle Breitbandverbindung, damit es keinen Unterschied mehr macht, ob Daten lokal auf einem Computer oder auf entfernten Servern einer Cloud gespeichert sind. Außerdem ist die IT-Sicherheit von Unternehmen durch Cloud-Anwendungen hingegen weit verbreiteter Befürchtungen nicht in besonderer Weise gefährdet.

Anwendung in der Logistik

Einst von schnell wachsenden Internetfirmen aus dem Silicon Valley wie Amazon, Google oder Yahoo geprägt, verbreitet sich die Datenwolke vermehrt auch in andere Branchen. Denn Datenmengen und deren Analyse werden für die Anwendung intelligenter Systeme in allen Industrien wichtiger. Auch in der Logistik spielt Cloud Computing eine zunehmende Rolle. So können mittlerweile beispielsweise komplexe Planungen wie die Lkw-Zulaufsteuerung oder innerbetriebliche Transportleitsysteme als Cloud-Anwendung installiert werden. Denn auch Logistiksysteme müssen auf die Veränderung der Digitalisierung extrem schnell reagieren. Heutzutage ist eine Logistik gefordert, deren Systeme sich wesentlich schneller als bisher auf Änderungen einstellen lassen. Und da kommt die Cloud gerade recht, denn im Gegensatz zu sperrigen Disketten, CDs oder Festplatten ist sie flexibel genug, diesen Ansprüchen zu genügen. Außerdem ist die Cloud einfach installierbar und somit leichter auszubauen.

Zum Beispiel können mit ihr in der Lkw-Zulaufsteuerung zentral die Zeitfenstervergabe und die Lieferprozesse gesteuert werden. Diese Prozesse können mit einem Unternehmenswachstum stetig steigen und die Cloud kann ohne viel Aufwand an die wachsende Anzahl der Prozesse angepasst werden. Das System plant dann intelligent die Ressourcen am Wareneingang und -versand. Auslastung und Effizienz aller verfügbaren Laderessourcen im Werk werden so optimiert. Durch die mögliche Echtzeitoptimierung gewinnt man außerdem einen klaren Überblick über die aktuelle Situation im Werk. Eine Buchungsplattform ermöglicht den Spediteuren jederzeit aktuelle Statusinformationen über die Lieferungen abzurufen, was langfristig zu einer verbesserten Kommunikation führt. So wird eine zuverlässige Versorgung der Produktion gewährleistet. Außerdem werden kürzere Warte- sowie Durchlaufzeiten erzielt und dauerhaft weniger Staus verursacht. Und der größte Vorteil an der Cloud: Durch eine wegfallende, aufwendige Installation lohnt sich das System schon für eine sehr geringe Anzahl von Lkw-Anfahrten.

Fazit

Während Disketten einen eventuell noch in alten Erinnerungen schwelgen lassen, kommen sie an die Fähigkeiten der Cloud nicht mehr heran. Sie ermöglicht sogar in komplexen Logistikprozessen den Überblick zu behalten und ermöglicht so bessere Planbarkeit sowie eine schnellere Prozessabwicklung. Zu wenig Speicherplatz und auch Stau im Werksverkehr gehören damit also abschließend der Vergangenheit an.

Nutzen Sie bereits Cloud-Anwendungen für ihre Logistikprozesse?



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Über die Autorin

  • Luisa Walendy

    Luisa Walendy arbeitet seit 2015 für die INFORM GmbH und schreibt hauptsächlich zu den Themen Produktion und Industrielogistik.

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