Von der Lieferkette bis zum Finanzsektor: Nachhaltigkeit erfordert globale Partnerschaften

von David Weaver
Man hands holding global network and data customer connection on nature background.
iStock / Getty Images Plus

Ich habe in der Vergangenheit oft über das Thema Nachhaltigkeit geschrieben, vor allem während meiner Arbeit für den Geschäftsbereich Inventory & Supply Chain bei INFORM. Tag für Tag war ich fasziniert von den Abläufen weltweiter Warenflüsse und wie man sie optimieren kann. Die komplexen, globalen Abhängigkeiten innerhalb der Lieferketten faszinieren mich nach wie vor. Ich erkenne sie in einer etwas anderen Form auch in meiner jetzigen Arbeit im Geschäftsbereich Risk & Fraud wieder. Ich beschäftige mich dabei mit komplizierten Zusammenhängen im Finanzbereich, wie zum Beispiel bei Zahlungstransaktionen im Online-Handel.

Der Blick durch meine “Supply-Chain-Brille" ermöglicht es mir, die sichere, effiziente und nachhaltige Lieferung einer Ware vom Händler bis zum Online-Shopper zu erkennen. Zusätzlich betrachte ich nun diese Transaktion auch aus einem anderen Blickwinkel, nämlich aus der Sicht des Geldes auf seiner Reise bis auf das Konto des Händlers - was auch eine Art Lieferkette darstellt, wenn man so will.

Im Zusammenhang mit Lieferketten und Warenflüssen fiel es mir zunächst leichter, über das Thema Nachhaltigkeit nachzudenken. Eine provokante Frage, die ich 2015 in einem Blogeintrag stellte, lautete: "Ist den Verbrauchern Nachhaltigkeit eigentlich wichtig?". Legen Konsumenten mehr Wert darauf, das günstigste Angebot zu ergattern oder spielen Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung des Anbieters beim Kauf von Waren doch eine Rolle? Eine Initiative, die ich seit 2015 sehr genau verfolge, ist die so genannte "Fashion Revolution". Mit dieser Aussage treffen sie meiner Meinung nach dem Nagel auf den Kopf: "People Care When They Know":

https://www.youtube.com/watch?v=KfANs2y_frk

Das Bewusstsein schärfen

Vor 2019 hatte ich noch nichts von den 17 Nachhaltigkeitszielen, den so genannten “Sustainable Development Goals” (SDGs) der Vereinten Nationen, gehört. Und in meiner bisherigen Arbeit habe ich mich eher mit dem "traditionellen" Verständnis von Nachhaltigkeit beschäftigt: nämlich den ökologischen Auswirkungen menschlicher Aktivitäten. Nachdem ich mehr über die SDGs gelernt habe, hat sich mein Horizont enorm erweitert. Und so fiel es mir plötzlich auch leichter, das Thema Nachhaltigkeit auf den Finanzsektor zu übertragen.

Die oben genannten Ziele wurden im Jahr 2015 mit dem Bestreben formuliert, sie alle bis 2030 zu erreichen. Jedes von ihnen wird auf der UN-Website ausführlich behandelt und enthält eine Reihe von Unterzielen. Ende 2020 veröffentlichte die UN dann einen Statusbericht über die Umsetzung in den ersten fünf Jahren. Obwohl einige Fortschritte erzielt wurden, sind die Ergebnisse insgesamt bislang wenig überzeugend. Die Ziele sind als "dringende Handlungsaufforderung aller Länder...in einer globalen Partnerschaft" formuliert. Diese Ebene ist eindeutig noch nicht erreicht worden. Könnte es vielleicht an einem "Mangel an Bewusstsein" liegen, wenn es um die 17 SDGs geht?

Handeln ist angesagt

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der INFORM im Jahr 2019 haben wir uns der 17 SDGs wieder verstärkt gewidmet. Während des gesamten Jahres 2019 hatten alle Mitarbeiter/innen die Möglichkeit, sich an Gesprächen über die Umsetzung von mehr Nachhaltigkeit im Unternehmen zu beteiligen. Und seit Mai 2020 erforscht sogar ein engagiertes Team von über 15 Personen, bestehend aus Vertretern aller Jobfunktionen und Geschäftsbereiche, wie INFORM seinen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele erhöhen kann.

Initiativen im eigenen Wirkungskreis sind dabei ein guter Start. INFORM hat daher zu zahlreichen Nachhaltigkeitsvorhaben beigetragen und viele spannende Projekte stehen noch an. Ein Beispiel ist das "Bees@INFORM"-Programm, bei dem zwei Bienenstöcke auf dem Firmencampus in Aachen errichtet wurden. Weitere Initiativen reichen von der Verbesserung der Fahrradwege über die Organisation von Fahrgemeinschaften bis hin zu Schulungen zum Thema Nachhaltigkeit, die einen guten Einblick geben, wie man selbst aktiv werden kann.

Aber ebenso wichtig ist es, dass wir nach Wegen suchen, wie wir auch unsere Kunden und Geschäftspartner dabei unterstützen können, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Wir wollen die Ziele der 17 SDGs nicht nur im eigenen Haus, sondern auch in unserem erweiterten Wirkungsbereich und Netzwerk vorantreiben.

Wo können wir anderen helfen, ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen?

Es gibt zahlreiche Anwendungsfälle, wie wir als INFORM anderen Unternehmen dabei helfen können, die 17 SDGs umzusetzen. Sowohl mit meiner Arbeit im Bereich Risk & Fraud als auch im Nachhaltigkeitsteam der INFORM habe ich mich daher auf die Suche nach Fällen gemacht, in denen wir gemeinsam mit unseren Geschäftspartnern die SDG-Ziele anstreben können. SDG Nummer 16 erschien mir dabei als ein gutes Beispiel:

Der Blick auf einige Unterziele von Nummer 16 zeigt, dass unsere Software zur Bekämpfung von Finanzkriminalität bereits zu mehr Nachhaltigkeit beiträgt:

16.4: Bis 2030 illegale Finanz- und Waffenströme deutlich verringern, die Wiedererlangung und Rückgabe gestohlener Vermögenswerte verstärken und alle Formen der organisierten Kriminalität bekämpfen

16.6: Leistungsfähige, rechenschaftspflichtige und transparente Institutionen auf allen Ebenen aufbauen

Illegale Finanztranskationen sind etwas, das RiskShield sehr effizient erkennen und stoppen kann. Finanzinstitute und in zunehmendem Maße auch Versicherungs- und Telekommunikationsunternehmen sind immer häufiger kriminell motivierten Angriffen ausgesetzt, die der Geldwäsche dienen sollen. Obwohl die Software natürlich nicht die Verbrecher selbst von ihren Straftaten abhalten kann, hilft sie dennoch effektiv dabei, Ihnen Steine in den Weg zu legen.

RiskShield stattet Finanzinstitute und andere Unternehmen aus Finanz- und Versicherungswirtschaft mit ausgereiften AML (Anti-Money-Laundering) Compliance-Kontrollen im Kampf gegen Finanzkriminalität aus. Die Software bietet Unternehmern einen ganzheitlichen Compliance-Prozess, um Risiken über alle Geschäftsbereiche hinweg bestmöglich zu überblicken und nachhaltig zu verringern. Diese Bemühungen im Kampf gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung werden dazu beitragen, das Vertrauen in unsere Institutionen zu stärken. Denn der Geldverkehr – also die Lieferkette und die Logistik des Geldes – sollte legal und fair sein und Finanzkriminalität damit der Vergangenheit angehören. Darauf werde ich mich in den kommenden Monaten verstärkt konzentrieren.

Abschließende Gedanken

Es gibt zahlreiche weitere Beispiele und Ideen für mehr Nachhaltigkeit sowohl im Bereich Risikomanagement und Betrugsprävention als auch in allen anderen Anwendungsbereichen von INFORM. Aber zunächst einmal braucht es ein besseres Verständnis für Nachhaltigkeit, ein kritisches Hinterfragen bestehender Prozesse und angestrengte Überlegungen, das gesamte Potenzial auszuschöpfen. Ein Prozess, der bei INFORM bereits in vollem Gange ist. Doch für echten Erfolg, wie die UN in ihrer Dokumentation schreibt, braucht es globale Partnerschaften. Es ist daher an der Zeit, das Bewusstsein für die 17 SDGs weiter zu schärfen und Wege zu finden, wie wir gemeinsam an der Erreichung dieser Ziele arbeiten können.

Welchen Beitrag könnten Sie zur Erreichung der 17 SDGs leisten?



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Über den Autor

  • David Weaver arbeitet seit 2011 bei der INFORM GmbH und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themen Betrugsprävention und Compliance. 

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