Vorbildliche Lösungsansätze in der Praxis – Bundesverkehrsministerium lobt deutsche Automobilhersteller

von Oliver Graf

Die Laderampe ist ein neuralgischer Punkt in den Zulieferketten von Handel und Industrie. Hier treffen Transportunternehmen, Lieferanten, Versender und Empfänger in verschiedenen, konfliktreichen Konstellationen aufeinander. Das Problempotenzial an der Laderampe gibt seit Jahren Anlass zu heftigen Diskussionen. Hauptsächlich die Wartezeiten und ihre Folgen für Fahrerinnen und Fahrer und Unternehmen stehen dabei im Mittelpunkt. Mittlerweile hat sich sogar die Politik des Themas angenommen: Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) hat jetzt die Studie „Schnittstelle Rampe – Lösungen zur Vermeidung von Wartezeiten“ und das Handbuch „Schnittstelle und Laderampe – Gute Beispiele“ dazu veröffentlicht.

Zentrale Erkenntnis der Studie ist, dass „insbesondere die langen Wartezeiten für Lkw, nicht ausreichend vorhandene Be- oder Entladekapazitäten, unzureichendes Be- oder Entladeequipment, beengte infrastrukturelle Verhältnisse sowie die sozialen und teilweise auch unzureichenden sanitären Bedingungen für Lkw-Fahrer(innen) kritisiert [werden]. Diese Problemfelder führen bei den an der Laderampe beteiligten Akteuren wie z. B. Lagerpersonal, Lkw-Fahrer(innen), aber auch Lkw-Disponenten zu einem hohen Grad an Demotivation.

“Die „Herausforderungen“ an der Laderampe entstehen laut der BMVI-Studie aus diesen fünf Ursachen:

  • Informationsdefizite
  • Arbeitsbedingungen für Lkw-Fahrer(innen)
  • Kapazitätsengpässe
  • Fehlende vertragliche Regelungen
  • Palettenaustauschverfahren

Mit IT-Systemen, sprich einer intelligent optimierenden Lkw-Zulaufsteuerung, lassen sich zwar nicht alle, aber einige Ursachen wirksam bekämpfen. Informationsdefizite und Kapazitätsengpässe etwa können durch smarte Lösungen beseitigt bzw. aufgeweitet werden, so dass Wartezeiten und Problemdruck schon dadurch drastisch sinken.

Bei der Vorstellung der „vorbildlichen Lösungsansätze in der Praxis“ im BMVI-Handbuch nimmt der Einsatz von moderner Informationstechnologie dann auch den ersten Platz ein. Als Ansätze genannt werden elektronische Zeitfenstersysteme, Avisierungsverfahren, Lkw-Abrufsysteme und belegloser Wareneingang. Die ersten drei dieser Ansätze lassen sich mit einem umfassenden Lkw-Zulaufsteuerungssystem umsetzen. Der beleglose Wareneingang etwa per EDI kann und sollte in so ein System integriert werden.

Inform hat bei allen großen deutschen Automobilherstellern, vielen Zulieferern und Unternehmen anderer Branchen Lkw-Zulaufsteuerungen mit den oben aufgeführten Funktionen implementiert.

Eine Lkw-Zulaufsteuerung je nach Ausbaustufe mit Zeitfenstersystem und optimierter Zeitfensterverteilung macht die Anlieferprozesse völlig transparent, so dass Informationsdefizite nicht entstehen können. Im Idealfall weiß der Frachtempfänger bereits bei der Abfahrt eines Lkws beim Absender, mit welcher Ladung er unterwegs und wann der wahrscheinliche Ankunftszeitpunkt ist. Sind die administrativen Abläufe vollständig elektronisch und beleglos organisiert, entfallen zudem Wartzeiten bei der Lkw-Anmeldung und anderen Check-In-Vorgängen.

> Handbuch: Schnittestelle Laderampe – Gute Beispiele

> Studie: Optimierungslücke Lkw-Zulaufsteuerung



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Über den Autor

  • Oliver Graf

    Oliver Graf arbeitet seit 2010 bei der INFORM GmbH und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themen Zeitfenstermanagement, Lkw-Zulaufsteuerung, Echtzeitsteuerung und Transportplanung.

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