Vorsätze für das Jahr 2018 – welche Ziele sich Produktionsplaner setzen sollten

von Stipo Nad

Haben Sie bereits einen guten Vorsatz für das neue Jahr? Sind Sie Produktionsplaner im Maschinen- und Anlagenbau und feilen immer noch an der Termintreue, die Sie sich bereits letztes Jahr vorgenommen haben? 2018 soll alles anders werden? Dann möchte ich Ihnen gerne zeigen, welche wichtigen Bereiche Sie dabei nicht außer Acht lassen sollten und wie Sie am besten in ein termintreues Jahr 2018 starten.

Intelligente Produktionsplanung

Um einen Startpunkt für eine effiziente Produktionsplanung im Maschinen- und Anlagenbau zu haben, sollte man sich zunächst von dem Gedanken verabschieden, alles selbst und per Hand planen zu müssen. Bei einer pünktlichen Produktionsplanung, wie sie hoffentlich für 2018 auf Ihrer Vorsatzliste steht, müssen alle wichtigen Veränderungen – geplant oder nicht geplant – berücksichtigt werden. Wie Sie als Produktionsplaner sicher wissen, ist diese komplexe, sich ständig verändernde Planung manuell in Excel sehr zeitaufwendig und letztendlich meist auch nicht pünktlich. Hier unterstützen Sie sogenannte Advanced Planning and Scheduling Systeme (APS) bei Ihrem Vorsatz. Als Add-On zu Ihrem bestehenden ERP-System können Sie mit einem APS-System ohne viel Aufwand ganz präzise planen. Wichtig ist hierbei eine Planung unter Berücksichtigung der tatsächlichen Kapazitäten, um eine realistische Steuerung durchzuführen. Der Vorteil liegt dabei ganz klar darin, dass tausende Fertigungsaufträge mit etlichen Arbeitsgängen intelligent auf verschiedene Ressourcen verteilt werden – unter realen Gegebenheiten. Zudem sind alle Fertigungsprozesse zentral und transparent nachvollziehbar, kritische Teile oder andere Verspätungen werden frühzeitig sichtbar.

Schicht- und Kapazitätsbedarfsplanung

Um alle realen Gegebenheiten in der Produktion 2018 optimal abzubilden, müssen noch weitere Faktoren berücksichtigt werden. Unter anderem die Personaleinsatzplanung in der Fertigung. Unerwartete Abwesenheiten fordern hier eine schnelle Reaktion, da es sonst zu weiteren Verspätungen im Produktionsablauf kommen kann. Diese Abwesenheiten müssen im Schichtplan angepasst und das Ergebnis kommuniziert werden. Die verteilten Aufgaben sind dann für alle Mitarbeiter in der richtigen Reihenfolge sichtbar. So kann das neue Jahr mit einer optimalen personellen Ressourcenauslastung starten.

Zudem sollte neben der Mitarbeitereinsatzplanung auch die Kapazitätsbedarfsplanung berücksichtigt werden, um Terminprobleme zu vermeiden und rechtzeitig entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Entscheidungen zur Fremdvergabe oder der Maschinenbeschaffung sollten durch präzise Vorhersagen über den zukünftigen Kapazitätsbedarf und die Identifikation dauerhafter Engpässe erleichtert werden. Nur so beugen Sie im neuen Jahr Belastungsspitzen und Engpässe vor.

Montageplanung

Ein Teil der Produktion im Maschinen- und Anlagenbau, der viel Platz für Verspätungen bietet, ist die Montage. Fehlteile und wachsende Stücklisten erschweren oft eine termingerechte Planung. Zusätzlich sind in der Einzel- und Kleinserienfertigung kundenspezifische Änderungen der Regelfall. Im schlimmsten Fall muss dann der Terminjäger mit der Fehlteilliste in der Hand los und sie zusammensuchen. Deshalb sollte eine intelligente Montageplanung in die Produktionsplanung integriert sein, damit alle notwendigen Teile, Materialien und Ressourcen bei Montagestart zur Verfügung stehen.

Produktionscontrolling

Die Datenerfassung der APS-Systeme bietet auch die Chance für ein zielgerichtetes Produktionscontrolling. Business-Intelligence-Lösungen können hierfür alle relevanten Daten aus verschiedenen Quellen zusammenführen und so eine zentrale Übersicht über alle wichtigen Produktionskennzahlen schaffen. Durchlaufzeiten, Rückstände, Engpässe, Fließ- oder Abarbeitungsgrade werden erfasst und können ausgewertet werden. Dadurch können fundierte Entscheidungen in der Fertigungsplanung getroffen werden, um die Produktionsplanung langfristig zu optimieren. Hinzu kommt, dass manuelle Reportings wegfallen und abteilungsübergreifend allen Verantwortlichen übersichtlich berichtet wird, wo mögliche Verschiebungen oder Verschwendungen in der Produktion entstehen. Diese Reports sind ebenfalls die Voraussetzung für ein effizientes Shopfloor-Management, bei dem die wichtigen Kennzahlen direkt in der Produktionshalle visualisiert und für alle Mitarbeiter bereitgestellt werden.

Fazit

Neujahrsvorsätze sind nicht immer leicht einzuhalten. Doch die Vorteile, die eine intelligente Produktionsplanung bietet, sollte jeder Produktionsplaner im neuen Jahr nutzen. Sie sollten 2018 nicht weiter mit zeitintensiven, manuellen und fehleranfälligen Planungen verbringen. APS-Systeme mit integrierter Schicht-, Kapazitätsbedarfs- und Montageplanung sowie einem effizienten Produktionscontrolling bescheren ein termintreues neues Jahr.

Wie versuchen Sie, eine möglichst hohe Termintreue in der Fertigung zu erreichen? Welche Vorsätze haben Sie für das neue Jahr gefasst?



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Über den Autor

  • Stipo Nad

    Stipo Nad ist seit 2001 bei der INFORM GmbH tätig und beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themenschwerpunkten Advanced Planning & Scheduling, Produktionsplanung sowie Business Intelligence.

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