Was Supply Chain Manager von der Planung des Fußball-Bundestrainers lernen können

von Andreas Schäfer
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Schon einige Zeit vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft wurde es spannend, als Bundestrainer Joachim Löw sich entschied, vier Spieler nicht mit nach Russland zu nehmen: Leno, Tah, Petersen und Sané bleiben in den kommenden Wochen zuhause.

Als überraschend galt dabei die Entscheidung gegen den Jungstar aus dem Mittelfeld, Leroy Sané. Löw erklärte in Interviews, es sei wichtig gewesen, ein ausgewogenes Team zusammenzustellen: "Wir können nicht von der Verteidigerposition einen Spieler wegnehmen und sagen, wir nehmen noch einen Offensiven. Wenn hinten was passiert, brauchen wir Alternativen. Von daher musste ich dann auch diese harte Entscheidung treffen". Löw entschied sich damit gegen das Interesse des offensiven Teilbereichs und für das gemeinsame, übergeordnete Ziel, den Pokal zu holen (welches nach der Niederlage gegen Mexiko am vergangenen Sonntag zugegebenermaßen auf etwas wackeligen Beinen steht).

Stabilität im Team und entlang der Supply Chain

Auch im Supply Chain Management eines Unternehmens müssen Manager Strategien entwickeln und Alternativen schaffen, die das oberste Ziel immer im Blick behalten. Dieses ist die hohe Kundenzufriedenheit, gewährleistet durch hohe Liefertermintreue.

Ein ungleich verteiltes Team aus Vertrieb, Beschaffung und Produktion würde ähnlich wie in einer Fußballmannschaft Risiken eingehen und instabil arbeiten. Dabei geht es aber nicht um die Anzahl der Köpfe in jeder Abteilung, sondern um den ganzheitlichen Blick in der Planung und die Vernetzung der Abteilungen untereinander. Weiß beispielsweise das Beschaffungsteam nicht, welche Strategie der Vertrieb verfolgt beziehungsweise welche Absätze zukünftig geplant sind, riskiert es Stock-Outs und damit Lieferengpässe.

Aus diesem Grund sollten Supply Chain Manager genau wie der Trainer der deutschen Nationalelf in der Planung immer die Gesamtsituation im Blick behalten. Andernfalls kann es passieren, dass ein lokaler Erfolg eine Niederlage für das Gesamtergebnis bedeutet. So, wie der Sieg im Fußballfinale das übergeordnete Ziel ist, so ist die funktionierende Supply Cain für die Zufriedenheit des Kunden auch wichtiger als beispielsweise eine kosteneffiziente Beschaffung, die aber nicht genügend Material zum richtigen Zeitpunkt für die Produktion bereitstellt.

Die Komplexität in der Planung der Supply-Chain-Prozesse erschwert dieses Vorhaben jedoch. Informations- oder Prozesslücken zu erkennen und zu beseitigen ist nicht ganz so einfach, wie eine Unterbesetzung in der Abwehr zu verhindern. Denn häufig arbeiten alle Abteilungen isoliert voneinander und mit unterschiedlichen IT-Systemen, die ihnen verschiedene Daten liefern. Außerdem sollen häufig hohe Sicherheitsbestände oder Pufferzeiten in der Produktion die Kundenzufriedenheit gewährleisten. Dies bindet jedoch Kapital und macht die Prozesse insgesamt ineffizient.

Das Problem verlangt nach einer Lösung, die auch die benachbarten Prozesse miteinbezieht und den ganzheitlichen Blick somit fördert. Der Einsatz eines intelligenten Add-on-Systems als Ergänzung zur bestehenden ERP-Lösung führt zu einem optimalen Ergebnis und bietet dem Supply Chain Manager einen Überblick über alle Prozesse entlang der internen Lieferkette. Dabei werden alle Planungsinstanzen vernetzt und die Wechselwirkungen stets berücksichtigt. Eine ganzheitliche Planung führt damit zu sinkenden Lagerbeständen (bei gleichbleibender Warenverfügbarkeit), einer Erhöhung des Servicegrads und einer Reduzierung des Dispositionsaufwands.

Fazit

Ähnlich wie in der Zusammenstellung einer Fußballmannschaft müssen Entscheidungen im Supply Chain Management mit Blick auf die Gesamtsituation getroffen werden. Das übergeordnete Ziel sollte bei jeder Planungsentscheidung berücksichtigt werden. Denn eine starke Offensive führt bei mangelhafter Abwehr schnell zur Niederlage für das gesamte Team. Ob Löws Entscheidung trotz des schweren Starts in die WM letztlich dennoch zum Sieg führt, bleibt natürlich abzuwarten. Mit der richtigen IT-Unterstützung und einer integrierten Planung der gesamten Lieferkette werden Supply Chain Manager jedenfalls zum Gewinner.



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Über den Autor

  • Andreas Schäfer

    Andreas Schäfer arbeitet seit 1999 bei der INFORM GmbH und unterstützt im Rahmen seiner Tätigkeit als Vertriebsleiter im Geschäftsbereich Inventory & Supply Chain Interessenten im Entscheidungsprozess bei der Auswahl für ein intelligentes Optimierungswerkzeug.

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