Yard Management Software fördert nachhaltiges Wirtschaftswachstum in der Logistik

von Zdravka Ley
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Quelle: Getty Images

Das Sustainable Development Goal (SDG) Nummer 8 “Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum” der UN-Nachhaltigkeitsziele umfasst zwei Vorsätze, die mit Blick auf viele Arbeitsverhältnisse weltweit widersprüchlich klingen mögen. Wie Software parallel Wirtschaftlichkeit und bessere Arbeitsbedingungen fördern kann, soll ein Beispiel der Optimierung des Yard Managements in Unternehmen veranschaulichen.

Grenzen des Wachstums

Jede Arbeit sollte unter menschenwürdigen Bedingungen ausgeübt werden und sowohl für den Arbeitnehmer als auch für den Arbeitgeber lohnend sein. Allerdings profitieren nicht alle Menschen von ihrer Arbeit gerecht vom erwirtschafteten Wohlstand.

Ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum soll daher der Dysbalance zwischen Wachstum und gerechter Entlohnung entgegenwirken und zudem nicht zu Lasten der Umwelt geschehen. Deshalb fordert das SDG Nummer 8 auch die weltweite Verbesserung der Ressourcennutzung in der Produktion und beim Konsum und strebt die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Umweltschädigung an.

Wachstum bedeutet biologisch eine natürliche Vergrößerung eines lebenden Organismus. Auch im übertragenen Sinne wird der Begriff als Zunahme, Anstieg, Steigerung von etwas definiert. Wachstum braucht Voraussetzungen sowie Ressourcen und setzt grundsätzlich deren Verfügbarkeit voraus. Nur werden Ressourcen – Rohstoffe, Platz, Fachkräfte - immer knapper. Schon 1972 prognostizierte der Club of Rome in seiner Studie „Die Grenzen des Wachstums“, dass die absoluten Wachstumsgrenzen auf der Erde im Laufe der nächsten hundert Jahre erreicht werden, und forderte eine nachhaltige Entwicklung.

Ein wichtiger und effektiver Hebel zur Erreichung von nachhaltigem Wachstum ist die Digitalisierung der Industrie. Intelligente Planungs- und Steuerungssysteme beweisen bereits seit vielen Jahren, dass sie in der Lage sind, Unternehmensziele wie Wirtschaftlichkeit, Effizienz, Ressourcenschonung und ein gesundes Arbeitsumfeld zu vereinen. Zum Beispiel in der Logistik und der Organisation der An- und Abfahrten vieler Lkw auf einem Yard.

Yard Management Software – Zwei Vorsätze im Einklang

Ein Yard Management System ist ein gutes Beispiel dafür, wie Wachstum und bessere Arbeitsbedingungen gleichermaßen nachhaltig im Unternehmen unterstützt werden. Das Yard Management oder Hofmanagement umfasst die Logistik auf dem Werksgelände – die Prozesse vor und am Tor über die Laderampe bis zur Ausfahrt – und ist das Bindeglied zwischen Liefer-, Lager- und Produktionslogistik. Stockt es auf dem Yard, können die Auswirkungen in der Produktion, im Lager und bis zum Endverbraucher spürbar sein.

Durch die Digitalisierung und Optimierung des Yard Managements können die Prozesse auf dem Werksgelände mit einem Zeitfenstermanagement geplant und mit einer Zulaufsteuerung organisiert werden. Ziel ist es nicht nur, Mitarbeitende und Ressourcen gleichmäßiger auszulasten und Stresssituationen zu vermeiden, sondern auch die Warte- und Durchlaufzeiten der Lkw-Fahrerinnen und Fahrer zu reduzieren. Das Yard Management System berücksichtigt Lenk- und Ruhezeiten und vermeidet unnötiges Umparken und Rangieren auf dem Yard. So kann die steigende Zahl eintreffender Lkw mit den verfügbaren Ressourcen effektiv abgewickelt werden.

Die Digitalisierung und Optimierung des Yards führt somit zu einer höheren Produktivität, reduziert den CO2-Fußabdrucks des Yards und unterstützt die Einhaltung der Arbeitsschutzbedingungen. Alle Beteiligten profitieren vom Einsatz moderner Yard Management Systeme durch:

  • Buchung von Zeitfenstern mit berechneter Durchlaufzeit
  • Gleichmäßigere Auslastung von Laderessourcen und Werksbeschäftigten
  • Reduzierung von Warte- und Durchlaufzeiten
  • Berücksichtigung von Lenk- und Ruhezeiten, bzw. Pausenzeiten
  • Übersichtliche Echtzeitinformationen auch auf mobilen Geräten
  • Steuerung der Stapler bei der Be- und Entladung
  • Erhöhung der Sicherheitsstandards

Zeit zu Handeln

Die Logistikbranche steht immer wieder in der Kritik. Es geht um rasant ansteigende Transportraten und hohe Profite von Logistikkonzernen, aber auch um schlechte Arbeitsbedingungen und Niedriglöhne. Die Politik hat bereits viele Konzepte für die nachhaltige Gestaltung des Lkw-Verkehrs entwickelt und umgesetzt. Auch Unternehmen müssen jetzt an ihrer nachhaltigeren Logistik arbeiten. Sie müssen sich dabei nicht zwischen guten Arbeitsbedingungen und Wirtschaftswachstum entscheiden, sondern können beide Vorsätze durch die Digitalisierung vereinen. Das Beispiel der Optimierung des Yard Management zeigt, wie wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte in Entscheidungen gleichermaßen berücksichtigen werden können.



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Über die Autorin

  • Zdravka Ley

    Zdravka Ley arbeitet seit 2002 als Marketing Manager bei INFORM und beschäftigt sich mit Themen rund um die Optimierung und Nachhaltigkeit der Lieferlogistik und der innerbetrieblichen Transportlogistik.

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