Ich manage Wissen! Nancy

Was ist die größte Herausforderung in Ihrem Job?

Etwas zu tun, was es vorher noch nicht gab. Ich bin als technische Redakteurin dafür zuständig, das Wissen der Mitarbeiter zu sammeln und zu bündeln. Ich liefere eine gewisse Transferleistung: Ich schnappe mir zum Beispiel auf der einen Seite die Software-Architekten und nehme deren sehr technisches Wissen auf, in welcher Form auch immer, sei es mündlich oder schriftlich. Und dann bringe ich das auf eine verständliche Ebene, damit alle im Team verstehen, worum es geht. So lernt jeder die Hintergründe der Software kennen.

Wie sieht das im Alltag aus?

Das Anspruchsvolle ist die Übersetzung. Also auch die Überlegung, welche Medien nutze ich für welches Thema. Ich produziere zum Beispiel Video-Tutorials für algorithmische Themen. Früher hat man zur Erklärung viel, viel Text gebraucht. Ich mache heute kurze Animationsfilme, um das schnell in einem 20-Sekunden-Filmchen mit vielen kleinen Grafiken darzustellen.

Das Arbeiten bei Inform ist ...

...fordernd, aber locker. Mein Team ist klein, die Räume liegen direkt nebeneinander. Wir sind zwar oft unter Strom, aber selten gehetzt. Dabei geht es manchmal fast familiär zu. Wir duzen uns auch alle. Selbst der Chef wird geduzt. Das war für mich auch so ein Aha-Erlebnis:  Bei der Einführungsveranstaltung für die neuen Mitarbeiter hat mein Chef die Firma vorgestellt. Da stand er vorne in Jeans und T-Shirt. Das ist bei anderen Unternehmen ja nicht unbedingt so. Im ersten Moment war ich überrascht. Aber ich habe mich gleich aufgenommen gefühlt und die Distanz war einfach nicht so da.

Ist das für die Arbeit nicht egal, ob man sich duzt oder siezt?

Es geht nicht ums Duzen um der Sache willen. Sondern darum, dass man hier einfach keine Hemmungen haben muss, mitzureden und neue Ideen einzubringen. Im Grunde genommen stehen die Leute mit ihrer Meinung gleichberechtigt auf einer Ebene. Das zählen die Argumente. Wer etwas zu sagen hat, wird auch gehört - ohne dass er sich durch verschiedene Hierarchieebenen kämpfen muss. Wenn ich zum Chef will, gehe ich einfach hin. Ich sehe das als riesen Vorteil in diesem Unternehmen.

Ob das wirklich funktioniert, zeigt sich dann im Umgang mit Problemen. Was passiert, wenn Sie was verbocken?

Fehler machen ist erlaubt! Vielleicht sogar manchmal gewünscht - im Sinne der Arbeitsprozesses auch nötig, wenn man weiterkommen will. Man muss natürlich dafür gerade stehen, aber hier wird mir nicht der Kopf abgerissen. Im Gegenteil, wenn`s es ernst wird,  merkt man, wie alle gemeinsam nach neuen Lösungen suchen. Wir lernen aus Fehlern, dafür sind sie da. Das ist übrigens auch ein wichtiger Aspekt bei meiner Arbeit, wenn ich Wissen manage. Es geht ja auch um "Fehlerwissen".

Was motiviert Sie am meisten?

Vieles. Verantwortung spielt eine ganz große Rolle. Jeder ist hier für sich verantwortlich,  angefangen von den frei gestaltbaren Arbeitszeiten bis zu den Arbeitsergebnissen. Und das motiviert mich sehr, denn es ist ja ein schönes Gefühl, wenn einem Vertrauen entgegengebracht wird. Ich nehme das dankbar auf. Uns wird eine große Flexibilität angeboten. Also, wenn man nicht gerade feste Termine hat, bei denen es darauf ankommt, dass man wirklich persönlich vor Ort ist, dann ist man in seiner Arbeitsgestaltung völlig frei und kann sowohl über den Ort als auch über die Uhrzeit frei entscheiden.

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