Schneller, günstiger, besser - Wird die Logistik den neuen Herausforderungen standhalten?

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Beim diesjährigen Deutschen Logistik Kongress, ausgerichtet von der Bundesvereinigung Logistik (BVL), stehen die Themen Komplexität, Kosten, Kooperation im Mittelpunkt. Anlässlich der Veranstaltung, die vom 22. – 24. Oktober 2014 in Berlin stattfindet, gibt Optimierungsexperte Ludger Schuh, Geschäftsbereichsleiter Inventory & Supply Chain beim Aachener Unternehmen INFORM, einen Überblick über die neuen Herausforderungen der Logistik und ruft Unternehmen auf, zu handeln und bisherige Strukturen zu überdenken, um den Anschluss nicht zu verpassen.

Globalisierung, volatile Märkte und gestiegene Kundenerwartungen: Die Logistik deutscher Unternehmen steht derzeit vor einer Reihe an Herausforderungen. Damit einhergehend müssen Unternehmen aufgrund stetigen Wachstums zunehmend komplexere logistische Prozesse bewältigen. Ob die Logistik dieser Komplexität Stand halten kann, wird sich erst noch herausstellen. Eins steht jedoch jetzt schon fest: Nur mit der richtigen IT kann der Unternehmenserfolg auch zukünftig gesichert werden.

Die Anforderungen des Marktes sind eindeutig: Bessere Produkte sollten immer billiger und immer schneller angeboten werden – die Rahmenbedingungen für den Erfolg vieler deutscher Unternehmen haben sich drastisch verschärft. Zwar expandieren diese weltweit, erschließen erfolgsversprechende Märkte und lagern Tätigkeiten aus, um Produktionskosten zu senken und Verkaufszahlen zu erhöhen. Doch in dieser Vorgehensweise liegt auch ein nicht zu unterschätzendes Risiko, besonders wenn die logistischen Prozesse nicht ausgereift geplant sind. Denn die Supply Chain wird durch das Wachstum immer komplexer: Mehr Absatzmärkte bedeuten für Unternehmen nicht nur einen höheren Umsatz, sondern auch längere Transportwege, mehr Distributoren an den unterschiedlichen Standorten sowie gegebenenfalls mehr Lieferanten und Unterlieferanten. Dies führt vermehrt zu Unsicherheiten und Kontrollverlust, die sich auf den eigenen Handlungsspielraum auswirken. Den Verantwortlichen fällt es dadurch zunehmend schwerer, den Überblick zu bewahren: Sind die Bestandshöhen an allen Standorten meines Unternehmens tatsächlich optimal? Sind die Produkte bei allen Gliedern der internen Lieferkette verfügbar oder muss bei dem ein oder anderen nachgebessert werden?

Verstärkt wird dies noch durch externe Entwicklungen. Gerade die Globalisierung hat dazu beigetragen, dass sich Unternehmen heute weltweit niederlassen. Vor Ort ergeben sich jedoch häufig Schwierigkeiten – vor allem in aufstrebenden Märkten. Denn Infrastrukturen sind schlecht ausgebaut und politische Regulierungen schränken Unternehmen in ihren Tätigkeiten ein. Nachfrageschwankungen, erzeugt durch saisonal und regional wechselnde Bedarfe, erschweren dabei zusätzlich die Organisation, speziell der internen Supply Chain. Eine weitere Bedrohung sind sich schnell ändernde Kundenerwartungen, hauptsächlich ausgelöst durch den Online-Handel. Die immer schnellere Forderung nach neuen Produkten, möglichst breite Sortimente und Lieferzeiten von wenigen Tagen bis Stunden verlangen nach kontinuierlichen Anpassungen des Supply Chain Managements. Unternehmen, die hier zu unflexibel reagieren, müssen mit Nachfrageeinbrüchen und überfüllten Lagern rechnen.

„Um in unserer schnelllebigen Welt nicht den Anschluss an die Konkurrenz zu verlieren, sind Unternehmen gefordert, sämtliche logistische Prozesse zu überdenken. Denn in der Logistik liegt ein enormes Erfolgspotential. Mit Hilfe spezifischer Software kann dieses gewinnbringend genutzt werden.“, erklärt Ludger Schuh, Geschäftsbereichsleiter Inventory & Supply Chain beim Aachener Unternehmen INFORM. Bei den bereits angesprochenen Herausforderungen geraten viele gängige IT-Systeme schnell an ihre Grenzen, denn die einzelnen Informationen aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen lassen sich nur sehr schwierig verknüpfen, wodurch kein optimales Gesamtergebnis erreicht werden kann. Ein Lösungsansatz, der zu einer optimalen Gesamtplanung führt, ist das Konzept der Integrierten Planung. Dabei werden mit Hilfe spezieller Software Daten unterschiedlichster Unternehmensbereiche entlang der internen Supply Chain intelligent vernetzt. Wird im Unternehmen ganzheitlich geplant, können Lagerbestände gesenkt werden, bei gleichzeitiger Erhöhung der Warenverfügbarkeit sowie der Liquidität.

Offen bleibt jedoch, ob Unternehmen tatsächlich schnell genug reagieren und die Integrierte Planung zeitnah umsetzen. Laut einer Online-Umfrage von INFORM planen zwar aktuell bereits sieben Prozent der befragten Verantwortlichen integriert, doch steht vielen Unternehmen vor allem die interne Organisationsstruktur bei einer flächendeckenden Einführung im Weg.

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